Der englische Spezialist baut ein Rennauto längst vergangener Zeiten

In der englischen Grafschaft Devon gibt es eine kleine Firma, die große Träume wahr werden lässt. Brooke baut ein Rennauto, das direkt von Papas alter Plastik-Autobahn auf die Straße gesprungen zu sein scheint. Auf der International British Motor Show in London vom 20. bis 30. Juli 2006 wird der liebenswerte Renner vorgestellt.

Old School
Das Design der englischen Maschine wurde von den Rennwagen der 50er und 60er inspiriert. Der röhrenförmige Grundkörper schützt der Fahrer ein bisschen vor Wind. Ein Dach gibt es natürlich nicht, die Frontscheibe ist ein äußerst schmales Glasband. Vordere Scheinwerfer sucht man am Tage vergebens. Sie stecken unter kleinen Klappen und lassen sich bei Bedarf ausfahren. Zurück bleiben Löcher, die den Insassen den Wind um die Füße pfeifen lassen. So vermittelt der Zweisitzer tatsächlich ein vollkommen kompromissloses Race-Car-Feeling.

Renn-Aufbau
Der Lenker und sein Beifahrer sitzen in einem extrem steifen Monocoque. Im Fahrzeug arbeitet ein längs eingebauter Motor, vor dem das in einer Linie ausgerichtete Getriebe werkelt. Die Querlenker liegen Formel-1-typisch stromlinienförmig-offen im Wind. 6,5x15 Zoll große Felgen aus Leichtmetall mit Reifen der Dimension 195/50 vorn und 205/50 hinten sorgen für den Kontakt zur Fahrbahn. Getragen wird alles von einem stabilen Gitterrohrrahmen.

Classic Power
Die drei möglichen Triebwerks-Varianten sind richtig heiß. Das schwächste Aggregat bringt es mit zwei Litern Hubraum auf 200 PS. Mehr Kraft stellt der große 2,3-Liter-Motor mit 264 oder sogar 304 PS zur Verfügung. Die Motoren werden von Cosworth auf totalen Rennsport spezifiziert. Über den Antrieb machen sich dieselben Techniker her, die auch die Maschinen für das Williams-Grand-Prix Team bauen. Darum geht's von null auf 100 km/h auch in knappen drei Sekunden.

Leichtgewichte
Das Fahrwerks- und Bremssystem wurde aus Hochleistungskomponenten gefertigt. Viel Aluminium steckt im Trägersystem. Auch die Vier-Kolben-Bremssättel vorne und hinten bestehen aus dem leichten Metall. Diese sitzen über 280 Millimeter großen Scheiben. Die Federung lässt sich komplett an die Bedürfnisse des jeweiligen Fahrers anpassen. Doppelt einstellbare Dämpfer erlauben eine Angleichung des Fahrwerks an verschiedenste Untergrund-Bedingungen.

Konsequente Pedalen
Die drei CNC-gefertigten Pedale sehen alle gleich aus: Viereckige Metallplatten mit rechts und links am Außenrand verlaufenden Rundloch-Linien. Das soll Eleganz und ingenieurtechnischen Anspruch vermitteln. Das Gleiche gilt fürs Lenksystem.

Schneller Sitz
Die Sitze stammen selbstverständlich aus dem Rennsport. Sie bieten festen Seitenhalt und lassen sich genauso wie die Pedale an die Größe des Fahrers anpassen. Die Größe des Renners steht dagegen unverrückbar fest: 3,52 Meter lang, 0,93 Meter hoch und 1,76 Meter breit ist der Sportsmann von der Insel.

Klare Übersicht
Das Fahrzeug beherbergt eine Instrumenten-Tafel, die an Purismus ihres gleichen sucht. Als einziges Rundinstrument kommt der Drehzahlmesser daher. Unter ihm prangt ein schmales LCD-Display, in welchem die Geschwindigkeitswerte, Öl- und Wasserfüllstand sowie Warnungen angezeigt werden.

Gutes Verhältnis
200 PS, 264 PS beziehungsweise 304 PS müssen beim Brooke gerade mal 550 Kilogramm bewegen. Winzige 1,8 Kilogramm werden in der kräftigeren Variante von einem einzigen Pferd an Fahrzeuggewicht gezogen. Allein diese Tatsache sollte laut Brooke ausreichen, dem mit Hosenträgergurten gesicherten Fahrer ein Lächeln aufs Gesicht zu zaubern.
(gh)

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