40 Teams aus zehn Ländern messen sich bei der Formula Student Germany

Vom 3. bis 6. August 2006 fand am Hockenheimring die erste Formula Student Germany statt. Der Wettbewerb ist nicht nur ein reines Autorennen; vielmehr stand die Konstruktion, Kalkulation und das Marketing im Vordergrund. An den Start gingen 40 Studententeams aus zehn Ländern, darunter unter anderem auch aus Neuseeland, Australien, Finnland, Schweden, Russland und Kanada.

Bau eines Prototypen
Die Aufgabe der Studenten war es, im Auftrag eines fiktiven Unternehmens den Prototypen eines einsitzigen Rennwagen zu konstruieren und zu bauen. Er sollte für eine Serienproduktion von 1.000 Fahrzeugen pro Jahr und Maximalpreis von 25.000 Dollar ausgelegt sein. Seit einem Jahr konstruierten und bastelten die insgesamt 660 Studenten an ihren Rennwagen. Als Vorgabe diente ein 120 Seiten dickes Handbuch, indem zum Beispiel der maximale Hubraum der Motoren auf 610 Kubikzentimeter festgelegt ist. Ein Großteil der Teams verwendete geeignete Motorrad-Triebwerke. Bei der Größe der Rennwagen hatten die Studenten relativ freie Hand, sie sollte zwischen der eines Go-Karts und der eines Formel-1-Wagens liegen.

Vorbereitung auf das Berufsleben
Ziel des Wettbewerbs war allerdings nicht das schnellste Rennen zu fahren. Gewinnen konnte nur das Team mit dem besten Gesamtpaket aus Konstruktion, Rennperformance, Finanzplanung und Verkaufsargumenten. Dieser Erfahrungsmix soll die Studenten auf das spätere Berufsleben ideal vorbereiten. Die internationalen Erkenntnisse der letzten Jahre haben gezeigt, dass Teilnehmer der Formular Student häufig direkt von der Automobilindustrie und auch branchenfremden Unternehmen übernommen wurden.


Statische und dynamische Prüfungen
Der eigentliche Wettbewerb am Hockenheimring gliederte sich in statische und dynamische Disziplinen. In den statischen Disziplinen wurden Konstruktion, Kostenkonzept und Business-Plan von den internationalen Juroren bewertet. Die dynamischen Kategorien bestanden aus einem Beschleunigungsrennen, einem Sprint, einem Acht-Parcours, der die Fahrstabilität bewerten soll und einem 22 Kilometer langen Ausdauer-Rennen.

Grazer Uni gewinnt Overall-Titel
Am besten absolvierte das Team der TU Graz die gestellten Aufgaben. Seit drei Jahren nehmen die österreichischen Studenten an den internationalen Konstruktionswettbewerben teil und gewannen im Herbst letzten Jahres bereits den Pre-Event der Formula Student Germany in Leipzig. "Dieser Sieg beim ersten Event in Deutschland ist natürlich etwas ganz Spezielles", freut sich Team-Captain Barbara Schlögl. "Ganz besonders müssen wir die Veranstaltung loben. Insgesamt waren die gegebenen Voraussetzungen und die Atmosphäre am Hockenheimring einfach super und die Stimmung unter den Teams toll", führt Schlögl weiter aus.

FH Kiel sichert sich Newcomer-Preis
Aus deutscher Sicht besonders erfreulich ist der erste Platz des Team raceyard der Fachhochschule Kiel unter den Newcomern. Das im August 2005 gegründete Team überzeugte durch konstante Leistungen in allen Bereichen. Den Design-Preis gewannen die finnischen Studenten der Helsinki Polytechnic. Wann und wo die nächste Formula Student Germany stattfinden soll, steht laut Veranstalter noch nicht fest.
(os)

Studenten im Rennfieber