Sportcoupé fährt mit E85-Kraftstoff, einer Mischung aus Ethanol und Benzin

Sportwagen und Umweltverträglichkeit sind zwei Paar Schuhe, das weiß man. Und doch wird manchmal versucht, die beiden Extreme zusammenzuspannen – wie jetzt beim neuen Exige 265E. Der Exige ist das Sportcoupé von Lotus, die geschlossene Variante der Elise. Nun bringt der britische Hersteller eine Version, die mit Alkohol als Kraftstoff fährt. Als typischer Lotus wiegt der Flitzer erstaunlich wenig – nur 930 Kilo.

268 PS aus biologischer Produktion
Die umweltfreundliche Variante heißt 265E, da sie etwa 265 PS leistet; das E steht für Ethanol, der chemisch korrekten Bezeichnung für Alkohol. Der verwendete Motor stammt aus dem Exige S. Der aufgeladene Vierzylinder mit 1,8 Litern Hubraum leistet im Exige nur 221 PS, während es der 265E auf 268 PS bringt. Denn Bioalkohol erzeugt mehr Leistung. Das kommt unter anderem von dem zusätzlichen Sauerstoffatom im Ethanolmolekül, was für eine effektivere Verbrennung sorgt. Für den Bioalkoholmotor wurden das Treibstoffsystem, die Motorkalibrierung und die Einspritzventile modifiziert. Die vier Einspritzventile wurden vergrößert. Zwei weitere kamen hinzu. Sie spritzen bei hoher Last am Eingang des Roots-Laders Treibstoff ein.

In unter vier Sekunden auf 100
Der 265E schafft den Sprint auf 100 km/h in unter vier Sekunden. Um exakt zu sein: Beim Sprint von null auf 60 Meilen pro Stunde (97 km/h) vergehen 3,88 Sekunden, und 100 Meilen pro Stunde (161 km/h) werden nach 9,2 Sekunden erreicht. Die Höchstgeschwindigkeit liegt bei 254 km/h. So dürfte der 265E das schnellste Bioethanol-Serienfahrzeug der Welt sein, vermutet Lotus. Und wohl auch eines der am höchsten drehenden Aggregate dieser Spezies, denn den 265E-Motor kann man bis auf 8.000 Touren hochjagen – für kurze Zeit sogar auf 8.500 U/min.

Biologisch erzeugter Alkohol
Der 265E fährt mit Kraftstoff der Sorte E85. Das ist eine Mischung aus 85 Prozent Bioalkohol und 15 Prozent Benzin. Der hohe Anteil von Alkohol aus der Vergärung von Pflanzen sorgt für die Umweltfreundlichkeit. Denn bei der Verbrennung des Bioalkohols entsteht nur so viel Kohlendioxid, wie beim Pflanzenwachstum aufgenommen wurde.
(sl)

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