Mit der Studie Iroc zeigt VW, wie das neue Sportcoupé aussehen wird

Aus dem einstmals heißen Wüstenwind Scirocco wird ein mächtiger Orkan: VW will rund 15 Jahre nach dem Produktionsende des Scirocco ein gleichnamiges Sportcoupé auf die Straße bringen, mit starker Optik, ausreichend PS, aber zu erschwinglichen Preisen. Ab Ende 2007 wird der Zweitürer gemeinsam mit dem Eos in Portugal vom Band laufen.

Hangar aufwendig umgebaut
Jetzt hat VW vor rund 600 Journalisten mit der Premiere der Studie Iroc einen konkreten Ausblick auf den kommenden Flitzer gegeben. Auch zwei Dutzend Schauspieler und Fernseh-Moderatoren wollten sich den Event im speziell umgebauten ehemaligen Hangar 2 des Berliner Flughafens Tempelhof nicht entgehen lassen. Darunter Schauspieler Peter Lohmeyer, Comedy-Star Ruth Moschner und ZDF-Moderator Cherno Jobatey.

Einstiger Volks-Sportler
Der Name Iroc leitet sich aus dem Modellnamen Scirocco ab. VW hat lediglich die ersten beiden und die letzten beiden Buchstaben weggelassen. Der Namensgeber Scirocco wurde in zwei Generationen zwischen 1974 und 1993 gebaut. Vielen ist er noch als automobile Volkssport-Ikone in guter Erinnerung. Ein seinerzeit sportliches Design und ein günstiger Preis begründeten seinen Erfolg. Neben dem Namen will VW auch Einiges vom diesem Geist wieder aufleben lassen.

Kraft-Keil
Doch anders als die Urversion ist die Neuauflage kein klassisches Schrägheck-Coupé mit kurzem Dach und langsam abfallendem Heck. Statt dessen ist das Dach des 4,24 Meter langen und 1,40 Meter hohen Zweitürers gestreckt und zudem aus Glas. Das Heck fällt steil ab. Mit einem langen Radstand, kurzen Überhängen und den weit ausgestellten Pobacken wirkt der Iroc wie ein aggressiv-muskulöser Keil.

Stark tailliert
Dank der stark ausgeformten, breiten Schulter und dem sich nach oben hin verjüngenden Dach wirkt das Coupé zudem gedrungen. Ein weiteres auffälliges Designmerkmal ist die starke Taillierung des Iroc. Trapezförmige, in die Heckschürze integrierte Auspuffendrohre und der Heckdiffusor unterstreichen die betont sportliche Optik. Zudem steht der Iroc auf speziell gestalteten, filigranen Alufelgen mit 19 Zoll Durchmesser mit 235er-Reifen.

Nächster Verwandter: Der Shooting Brake
Eines wird damit deutlich: Der Iroc ist keine aufgebürstete Kopie des Youngtimers mit Retro-Anleihen. Darüber hinaus lassen sich kaum Ähnlichkeiten zu aktuellen VW-Modellen entdecken. Die deutlichsten Analogien finden sich vielmehr bei der Audi-Studie Shooting Brake, die im Oktober 2005 auf der Tokyo Motor Show debütierte.

VW-Logo erstmals auf der Haube
Vor allem das aggressive Gesicht des Iroc ist im VW-Konzern bisher ohne Entsprechung. Der mächtige, sechseckige Kühlergrill mit dem sich deutlich absetzenden grauen Alurahmen wird flankiert von scharf gezeichneten Scheinwerfern und Luftöffnungen im unteren Bereich der Frontschürze. Ebenfalls einzigartig: Das VW-Logo befindet sich nicht im Kühlergrill, sondern auf der Motorhaube.

1.4-TSI-Variante mit 210 PS
Unter der Motorhaube kommt hingegen weitgehend Bekanntes zum Einsatz: Die Studie ist mit einer 210 PS starken 1,4-Liter-TSI-Variante ausgestattet. Der Motor kommt in einer 170-PS-Version bereits im Golf GT seit Anfang 2006 zum Einsatz. In welchen Leistungsvarianten der TSI-Motor im Serien-Scirocco angeboten wird, ist noch ungewiss. Sicher ist: Einstiegs-Scirocco wird der 1.6 FSI mit mindestens 115 PS. Der Preis dürfte dann vermutlich noch unter 25.000 Euro liegen. Topversion wird wohl der allradgetriebene 3,2-Liter-V6 mit mindestens 250 PS werden. Ebenso wird es wohl eine Diesel-Variante geben: Wahrscheinlichster Kandidat ist der 2.0 TDI mit mindestens 170 PS.

Bereits seriennah
Stellt sich noch die Frage, wieviel sich optisch vom Iroc in der Serie wiederfinden wird. Die Radhäuser und die Felgen werden beim Serienmodell sicherlich kleiner ausfallen. Der Heckspoiler und die Türgriffe werden ebenfalls nicht denen der Studie entsprechen. Doch darüber hinaus ist der Iroc äußerlich wohl bereits ein sehr seriennaher Ausblick auf den Scirocco.

Cockpit vermutlich vom Eos
Das sportlich-futuristische Edel-Ambiente des Innenraums dürfte hingegen so nicht in Serie gehen. Hier wird man wohl im Wesentlichen das Interieur vom Eos übernehmen. Technisch basiert der Scirocco ja ohnehin weitgehend auf dem Klappdach-VW, der ebenfalls in Portugal produziert wird.
(mh)

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