Stärker und sparsamer: Erster Einsatz im Nissan Skyline und Infiniti G35

Nissan hat zwei neue V6-Motoren für den Einsatz in heckgetriebenen Fahrzeugen entwickelt. Die in Front-/Mittelmotorbauweise installierten Triebwerke gehören zur VQ-Motorenreihe und sollen sich durch spontane Kraftabgabe bei gleichzeitig verbesserter Umweltverträglichkeit auszeichnen. Sie laufen im japanischen Nissan-Motorenwerk Iwaki als 2,5- und 3,5-Liter-Varianten vom Band. Ihr Debüt geben sie ab Herbst im amerikanischen Infiniti G35 und dessen japanischem Pendant Nissan Skyline.

Weniger Sprit
Im Vergleich zu den bisherigen Vertretern der VQ-Familie sollen die Newcomer bis zu zehn Prozent weniger Sprit verbrauchen. Damit fallen alle so motorisierten Infiniti- und Nissan-Modelle in die Kategorie der Super Ultra Low Emission Vehicles (SULEV). Das sind betont umweltfreundliche Autos, die zum Beispiel seit 2005 in Japan gültigen Grenzwerte für den Ausstoß von NOx (Stickoxide) und HC (unverbrannte Kohlenwasserstoffe) um 75 oder mehr Prozent unterbieten.

Bereits 5,5 Millionen VQ-Motoren produziert
Nissan begann 1994 mit dem Bau der ersten VQ-Motoren. Unter anderem der Nissan Maxima hatte einen VQ-Antrieb, zurzeit gehört der Vierliter-V6 aus dem Pathfinder zu dieser Motorenfamilie. Ende März 2006 belief sich die Gesamtproduktion auf mittlerweile 5,5 Millionen Einheiten. Das Kürzel "HR" in den jetzt vorgestellten Mustern VQ25HR und VQ35HR steht für "High Revolution" (hohe Drehzahl) und "High Response" (spontanes Ansprechverhalten). Laut Hersteller bieten beide Triebwerke bis zur Nenndrehzahl von 7.500 Umdrehungen eine lebhafte und nahezu lineare Kraftentfaltung. Sie wird untermalt durch ein sportliches Ansaug- und Auspuffgeräusch.

Neu entwickelter Motorblock
Zu den technischen Feinheiten der ,HR"-Serie gehören ein neu entwickelter und weiter versteifter Motorblock, gewichts- und reibungsreduzierende Modifikationen an Kolben und Pleueln sowie ein symmetrisches, doppeltes Einlasssystem mit geraden Ansaugkanälen. Hinzu kommen eine kontinuierliche, variable Kontrolle der Ventilsteuerzeiten (CVTC) auf der Einlass- sowie eine elektromagnetische Steuerung (e-VTC) auf der Auslassseite.

Verbessertes Katalysator-System
Die innere Reibung an den Zylinderlaufbahnen konnten die Nissan-Ingenieure durch eine weltweit erstmals bei einem Großserienmotor realisierte Kohlenstoff-Beschichtung wirkungsvoll mindern. Leistungsstarke Iridium-Zündkerzen und ein besonders schnell ansprechender Sauerstoff-Sensor tragen zusammen mit einem weiter verbesserten Katalysator-System entscheidend zu den niedrigen Schadstoffemissionen bei.

Im kommenden Generation 350Z auch in Europa
Mit der europäischen Infiniti-Einführung kommen die neuen Motoren ab 2008 nach Europa. Mit der nächsten Generation des Nissan 350Z, möglicherweise ebenfalls ab 2008, wird der Antrieb auch in diesem Modell zu finden sein.
(hd)

Bildergalerie: Nissan: Neue V6-Motoren