Fahren Roboter besser als Männer?

Ein Wagen legt den Rückwärtsgang ein, um in eine bessere Position zu gelangen. Das nachfolgende Fahrzeug überholt. Während des Überholvorgangs fährt der erste Wagen wieder nach vorn und die beiden Vehikel stoßen zusammen. Ein wenig verbeultes Blech ist das Ergebnis. Aber egal wie schwer der Unfall gewesen wäre, es hätte nur einen Sachschaden gegeben: Die Hightech-Wagen sind alle ohne Fahrer unterwegs. Sie sind noch nicht mal ferngesteuert. Ein Haufen Rechentechnik verarbeitet Spezialsoftware, welche den kalten Maschinen künstliche Intelligenz einhaucht. In Zusammenarbeit mit unzähligen Sensoren sollen die Fahrzeuge sich so unter Beachtung der Verkehrsregeln durch eine Stadt mit starkem Verkehr wimmeln.

Passend: Militärstützpunkt
Die DARPA (Defense Advance Research Projects Agency), die Forschungsagentur des US-Verteidigungsministeriums, hat umgerechnet 1,5 Millionen Euro für diejenigen ausgelobt, welche mit ihrem Fahrzeug den anspruchsvollen Testkurs auf einem bis dahin verlassenen Militärstützpunkt am besten meistern. Dafür musste der Parcours schnell und fehlerlos abgefahren werden. Die DARPA will damit nicht die Verkehrssituation im Alltag entspannen, ihr geht es einzig und allein um die Umsetzung eines Ziels des US-Verteidigungsministeriums: Bis 2015 soll ein Drittel aller US-Militärfahrzeuge autonom unterwegs sein.

Favorit Zweiter
VW nahm diesmal mit dem Passat Junior teil. Im Jahre 2005 konnten die Wolfsburger mit dem Touareg Stanley den Sieg bei einer fahrerlosen Fahrt durch die Wüste einfahren. Der Passat Junior, ausgerüstet mit feinster Software der Stanford University, kam zwar fehlerlos aber als Zweitplatzierter nach 100 Kilometer Fahrt ins Ziel. Er musste sich mit 20 Minuten Rückstand dem Chevrolet Geländewagen ,Boss" der Carnegie Mellon University geschlagen geben. Dieser gab einfach mehr Stoff und schaffte es trotzdem, alle Verkehrsregeln zu beachten. Die Bronzemedaille ging an einen Ford-Offroader der Virginia Tech University. Der ebenfalls mit einer Favoritenrolle lebende Wagen des MIT (Massachusetts Institute of Technology) war in den eingangs beschriebenen Unfall verwickelt und landete somit auf dem vierten Platz – er wird also bald vergessen sein.

Kommunikation untereinander fehlt
Die Roboter-Cars standen sogar im selbst verursachten Stau. Ein besonderes Problem, da die nachrückenden Fahrzeuge nicht wussten, ob es sich um parkende oder wartende Wagen handelte. Dies wird der nächste Schritt in der Entwicklung autonomer Automobile sein: Durch Kommunikation untereinander sollen die Wagen sich gegenseitig über Gefahren und die Verkehrssituation im Allgemeinen informieren. Viele der beteiligten Forscher sehen die Zeit kommen, in der es keinen Grund mehr gibt, einem menschlichen Fahrer das Steuer zu überlassen.

Fahren Roboter besser?