Ingolstädter Studie gibt ersten konkreten Vorgeschmack auf den Allradler Q3

Audi zeigt auf der Messe Auto Shanghai vom 22. bis 28. April 2007 eine heiße Crossover-Studie mit zahlreichen Technik-Schmankerln – das Cross Coupé quattro. Die auf dem Ingolstädter-Erfolgsmodell A3 basierende Studie kommt als eine Mischung aus Kompaktwagen, Coupé sowie Allradler und gibt einen Vorgeschmack auf den Q3, mit dem Audi im Revier von BMW X3 und Co. auf Kundenfang gehen möchte.

Augenfällige Verwandtschaft zum Q7
Das Design der viertürigen Studie ist eine Weiterentwicklung der aktuellen Audi-Formensprache. Der markante Singleframe-Kühlergrill, große seitliche Blechflächen und ein schlankes Fensterband kennzeichnen das SUV als Verwandten des Audi Q7. Der robust gestaltete, farblich abgesetzte Schwellerbereich betont den Offroad-Charakter. Die Dachpartie erinnert an eine Coupé-Silhouette. Ebenfalls coupétypisch sind die rahmenlosen Türen mit voll versenkbaren Scheiben. Die breite Öffnung zum 450 Liter großen Gepäckabteil wird über eine am Dach angeschlagene Klappe freigegeben. Dahinter befindet sich das multifunktionale Schienensystem zur Gepäckarretierung, das bereits im A6 Avant debütierte. Mit einer Länge von 4,38 Meter, einer Breite von 1,82 Meter und einem Radstand von 2,60 Meter übertrifft er den A3 Sportback – der die Basis zur Verfügung stellte – nur unwesentlich. Dazu kommt die SUV-typische Höhe von 1,60 Meter.

Großes Stoff-Faltdach
Einen optischen Akzent setzt das großflächige Stoff-Faltdach. Elektrisch zu öffnen und zu schließen, gibt es von der A-Säule bis fast zur Heckklappe auf nahezu der gesamten Dachbreite den Blick zum Himmel frei.

Cross Coupé quattro setzt auf LED-Technik
Ein besonderer Blickfang ist die Gestaltung der Hauptscheinwerfer in LED-Technik. Die Reflektorschalen bündeln das Licht zu einem leuchtkräftigen und gleichmäßigen Fahrlicht, das dank seiner weißen Lichtfarbe die Augen des Fahrers auch bei langen Nachtfahrten schonen soll. Zudem gibt es im Cross Coupé quattro erstmals die Kombination von LED-Fahrlicht und -Abbiegelicht. Dabei sind Linse, Reflektor und Umlenkschaufel in einer Komponente integriert. Auch für das Fernlicht und die tief in den Fahrzeugkörper eingelassenen Rückleuchten kommt die Diodentechnologie zum Einsatz.

Platz für vier Insassen
Fahrer und Beifahrer nehmen auf Einzelsitzen Platz, maximal zwei Fondpassagiere werden von einer Rückbank mit ausgeformten Sitzen aufgenommen. Der Cockpit-Bereich ist nach bester Ingolstädter-Manier dem Fahrer zugeneigt. Dieser wird außer von den Rundinstrumenten hinter dem Lenkrad auch über das versenkbare Display des Audi-Bediensystems MMI mit allen wichtigen Informationen versorgt. Mit einem zentralen Bedienelement und sechs Direktwahltasten lassen sich darüber die Funktionen von Fahrzeug und Infotainment steuern.

Laserprojektion in der Windschutzscheibe
Darüber hinaus können ausgewählte Informationen – etwa über eingehende SMS und Telefonate – mittels einer Laserprojektion direkt in der Windschutzscheibe visualisiert werden. Eine weitere Möglichkeit dieser Technologie: Elektronisch autorisierte Vignetten oder Parkerlaubnisplaketten lassen sich von außen lesbar in die Randbereiche der Scheibe projizieren und selbst noch nach dem Abstellen des Fahrzeugs sichtbar erhalten.

Berührungsempfindliches Sensorfeld
Zusätzlich zum MMI-Terminal verfügt das Cross Coupé über ein berührungsempfindliches Sensorfeld vor dem MMI-Bedienelement. Mit diesem lassen sich, wie am Touchpad eines Laptops, etwa die Bildausschnitte der Kartendarstellung verschieben. Das Sensorfeld ist außerdem in der Lage, mit dem Finger aufgemalte Schriftzeichen zu erkennen und als Befehl zu verarbeiten.

Klimaanlagenbedienung per ,touch wheel"
Auch für die Klimaanlage gibt es ein neues Bedienelement – das ,touch wheel". Mit der Fingerspitze angetippt, lassen sich die Bewegungen traditioneller Dreh- beziehungsweise Drückregler nachfahren und alle Funktionen wie Temperaturregelung und Gebläsestärke intuitiv steuern. Über eine elektronische Fahrer- beziehungsweise Beifahrererkennung merkt das System, welcher Bereich der Zwei-Zonen-Klimatisierung angepasst werden muss.

Neuer Zweiliter-Diesel
Für den Antrieb der Studie sorgt ein neu entwickelter Zweiliter-Diesel – der erste Vertreter einer neuen Vierzylinder-TDI-Generation im Volkswagen-Audi-Konzern. Das 204 PS starke Aggregat bietet ein maximales Drehmoment von 400 Newtonmetern. Dabei soll es ein beeindruckendes Maß an Ökonomie und Effizienz an den Tag legen. Audi beziffert den Verbrauch mit 5,9 Litern Diesel auf 100 Kilometer. Die Gemischaufbereitung übernimmt ein Common Rail-System der jüngsten Generation, das auch in den V6-TDI-Motoren von Audi zum Einsatz kommen wird. Der Einspritzdruck beträgt maximal 2.000 bar. Dies sorgt für eine noch feinere Zerstäubung des Kraftstoffs und damit für eine bessere Gemischaufbereitung und effizientere Verbrennung.

,Audi drive select"
Mit ,Audi drive select" lassen sich zudem drei individuelle Konfigurationen für Motor, Schaltcharakteristik, Lenkung und die adaptiven Stoßdämpfer vorwählen. Im Resultat soll sich ein Fahrzeug ergeben, das sich auf drei völlig unterschiedliche Weisen genießen lässt. Neben den drive-select-Standardmodi "dynamic" und "sport" verfügt das Cross Coupé über das Fahrprogramm ,efficiency". Hier werden Motorkennfeld und Schaltpunkte zugunsten einer besonders ökonomischen Fahrweise modifiziert. Dafür muss der Fahrer auf besonders energieaufwendige Komponenten wie den Kompressor der Klimaanlage verzichten. Auch wird im efficiency-Modus durch die Nutzung von Streckendaten aus dem Navigationssystem in Verbindung mit dem Tempomat die Geschwindigkeit bereits frühzeitig reduziert, um durch das Vermeiden starker Bremsmanöver bei Annäherung an eine Kurve oder an ein vorausfahrendes Fahrzeug eine möglichst ökonomische Fahrweise zu realisieren. Auf diese Weise soll in der Praxis eine Kraftstoffersparnis von mehr als 20 Prozent gegenüber dem dynamic-Modus erreicht werden.

Erfüllung der derzeit strengsten Regelwerke
Mit den Piezo-Injektoren lässt sich zudem die Zahl der Einspritzvorgänge pro Arbeitstakt variieren. Eine Strategie, die für niedrige Rohemissionen sorgt. Neben einem Dieselpartikelfilter verfügt das neue Aggregat über eine Bluetec-Einspritzung zur wirkungsvollen Reduktion der Stickoxide. Dessen Herz ist ein eigener Katalysator. Als zweite Systemkomponente dient ein Zusatztank, der eine wässrige Kohlensäurediamidlösung birgt. Die Lösung wird in geringen Dosen in die Abgasanlage eingespritzt. Im heißen Abgas zerfällt sie zu Ammoniak, das die Stickoxide in Stickstoff und Wasser aufspaltet. Die Wirksamkeit des Systems soll über die Lebenszeit des Fahrzeugs sicher gestellt sein. So ausgestattet, erfüllt das Audi Cross Coupé bereits jetzt die strengsten derzeit bekannten Emissions-Regelwerke.

Studie mit Allradantrieb quattro
Für die Kraftübertragung sorgt der permanente Allradantrieb quattro. Die variable Kraftverteilung an Vorder- und Hinterräder übernimmt – wie beim A3 quattro und beim TT – eine elektronisch geregelte Viskokupplung. Über das sportliche Direktschaltgetriebe "Audi S tronic" – das dem Fahrer Gangwechsel ohne Betätigung des Kupplungspedals und ohne Zugkraftunterbrechung erlaubt – wird die Leistung, wahlweise auch automatisch, auf die Räder geleitet.

20-Zöller und Keramikbremsen
Große 20-Zoll-Räder mit Reifen des Formats 245/45 R20 tragen zu Fahrspaß und Fahrsicherheit bei. Eine exzellente Performance bei geringem Gewicht und höchster Laufleistung sollen die dahinter sitzenden Keramikbremsen liefern. Die Scheiben sind aus kohlefaserverstärkter Keramik gefertigt. Vorteile der Keramikbremse sind das – im Vergleich zu Stahlscheiben – etwa 20 Kilogramm niedrigere Gewicht und die hohe Abriebfestigkeit, die Laufleistungen von bis zu 300.000 Kilometern erlaubt. Wichtigste Stärke ist jedoch die Unempfindlichkeit gegen höchste Belastung.

Fahrwerk und elektromechanische Lenkung
Das Fahrwerk wartet mit einer McPherson-Vorderachse und einer Vierlenker-Einzelradaufhängung hinten auf. Es ist für ein sportlich agiles Handling mit gleichzeitig hoher Stabilität ausgelegt und soll auch dem Anspruch wie an höhere Fahrzeugklassen gerecht werden. Für optimale Handlichkeit sorgt zudem die elektromechanische Lenkung mit geschwindigkeitsabhängiger Servounterstützung.

,Audi magnetic ride"
Bei den Stoßdämpfern kommt mit dem ,Audi magnetic ride"-System eine Technologie zum Einsatz, die bereits im Audi R8 eingesetzt wird. Statt des herkömmlichen Dämpferöls wird hier ein magnetorheologisches Fluid verwendet, eine Flüssigkeit, deren Viskosität über ein elektromagnetisches Feld beeinflussbar ist. Durch diesen Effekt lässt sich die Dämpferkennlinie durch das Anlegen einer Spannung an den Elektromagneten jederzeit elektronisch beeinflussen. Welche Fahrsituation vorliegt, entscheidet ein Rechner mit Sensorik im Millisekundenbereich. Dabei kann der Fahrer zwischen zwei Fahrprogrammen wählen, je nachdem, ob er eher sehr sportlich oder mit stärkerer Betonung des Fahrkomforts fahren möchte.

Bildergalerie: Ingolstädter Mischung