Closing Vector Sensor von Continental unterstützt den Fahrer beim Bremseingriff

Etwa ein Drittel aller Unfälle mit Personenschaden passiert innerorts. Continental hat daher einen optischen Sensor entwickelt, der Unfälle im unteren Geschwindigkeitsbereich abmildern oder ganz verhindern hilft. Ähnliche Precrash-Systeme gibt es bereits in Oberklassefahrzeugen von Mercedes und Lexus. Das Besondere an der Entwicklung von Continental ist, dass sie besonders kostengünstig ist und sich deswegen auch für Klein- und Mittelklasseautos eignen soll. Außerdem werden die Systeme von Mercedes und Lexus mit Abstands-Tempomaten kombiniert, so dass sie neben dem Sicherheitsaspekt auch eine Komfortfunktion besitzen.

Assistenz im hektischen Stadtverkehr
Das Closing-Velocity-Sensorsystem (CV) von Continental überwacht den Raum vor dem Fahrzeug bis zu etwa zehn Meter Entfernung. Dabei erfasst der Infrarotsensor auch Motorräder, Fahrräder und Fußgänger. Registriert er ein Objekt, errechnet die Sende- und Empfangseinheit im Bereich des Innenspiegels aus den reflektierten Signalen den Abstand und die Annäherungsgeschwindigkeit.

Prefill und Prebrake
Verkürzt sich der Abstand so schnell, dass ein Unfall droht, werden die Bremsen in Alarmbereitschaft versetzt: Im Bremssystem wird so viel Druck aufgebaut, dass die Bremsen sofort ansprechen, wenn der Fahrer das Bremspedal betätigt – das nennt Continental ,Prefill". Geht der Fahrer vom Gas, leitet das System eine Bremsung mit bis zu 0,5 g ein, was der Hersteller als ,Prebrake" bezeichnet. Betätigt der Fahrer die Bremse und tut dies mit zu wenig Nachdruck, garantiert der Bremsassistent die volle Verzögerung. Fährt ein Auto mit bis zu 35 km/h auf ein stehendes Hindernis zu, kann das System einen Auffahrunfall verhindern – und damit einen Großteil der innerstädtischen Kollisionen.

Auch Airbag-Wirkung wird optimiert
Kommt es trotzdem zum Crash, genießen die Insassen besseren Schutz vor Verletzungen. Denn die Gurte sind beim Aufprall schon optimal gestrafft, und auch die Wirkung der Airbags wird optimiert. Denn mit den Daten des CV-Sensors kann das Airbag-Steuergerät das Ausmaß des Aufpralls besser abschätzen. Die Airbags werden nur dann gezündet, wenn ihre Schutzwirkung wirklich benötigt wird. Die Instandsetzungskosten nach einem nur leichten Crash können dadurch erheblich sinken, verspricht Continental.

Ab 2008 in einem Serienauto
Das System wurde von Continental entwickelt und gemeinsam mit einem großen europäischen Automobilhersteller zur Serienreife gebracht. Schon 2008 soll es in einem Auto dieses europäischen Herstellers debütieren. Welcher Hersteller oder gar welches Modell, das verschweigt Continental. Aber einem Hersteller wie Volvo, der sein Markenimage von der Crash-Sicherheit ableitet, stünde ein solches System vielleicht nicht schlecht an.

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