Trauer in Osnabrück: Karmann geht leer aus – Scharfe Reaktion der Politik

Das neue Mini Sports Activity Vehicle (SAV) wird ab 2009 bei der Magna Steyr Fahrzeugtechnik im österreichischen Graz gebaut. BMW gab bekannt, dass das von Mini Design und den BMW-Ingenieuren erarbeitete Fahrzeugkonzept an Magna Steyr zur Serienentwicklung und späteren Produktion übergeben wurde.

Basis ist der Mini Clubman
Grundlage und technische Plattform des geländegängigen Minis ist der aktuelle Clubman. Im Gegensatz zu diesem verfügt das Mini SAV über vier Türen und Allradantrieb. Zudem besitzt der Gelände-Mini eine höhere Bodenfreiheit und Rundum-Beplankung mit schwarzen Plastikanbauteilen. Allerdings soll der Mini SAV in der Länge unter vier Meter bleiben. Hinsichtlich weiterer Details zum Fahrzeug und dessen möglichen Einführungstermin hält sich BMW allerdings noch bedeckt. Frühestmögliches Datum könnte die IAA 2009 sein. Auch der endgültige Modellname ist noch nicht bekannt: Im Gespräch sind Colorado, Moke oder Monte. Letzterer Name verweist auf die vier Siege des Ur-Minis bei der Rallye Monte Carlo zwischen 1964 und 1967. Auch der Begriff Moke wäre eine Reminiszenz an vergangene Tage: Der Mini Moke war ursprünglich für das Militär entwickelt worden. Mangels Bodenfreiheit und Leistung wandte sich die Armee ab, der Moke wurde zum hippen Strandauto der sechziger Jahre.

Enttäuschung bei Karmann
Leer ausgegangen ist indes die Firma Karmann aus Osnabrück. Dabei habe man dort alle Möglichkeiten ausgereizt, um den Auftrag von BMW zu wirtschaftlichen Bedingungen möglich zu machen, so der stellvertretende Betriebsratsvorsitzende, Gerhard Schrader. In der Tat hätte die Firma den Großauftrag gut gebrauchen können, denn man steht mit dem Rücken zur Wand: 1.800 der insgesamt 5.250 Arbeitsplätze werden wegfallen, im Jahr 2009 nochmals 750 weitere, wenn keine Anschlussaufträge hereinkommen. Es könnte sogar zur Radikallösung kommen. Die Geschäftsleitung von Karmann erwägt, den Fahrzeugbau bei Karmann ganz einzustellen, wenn es bis zum 1.Juli 2008 keinen Auftrag zum Bau eines neuen Autos gibt. Harsche Kritik muss sich BMW unterdessen vom niedersächsischen Ministerpräsidenten Christian Wulff gefallen lassen. Er sagt, die Vergabe des SAV-Baus nach Graz sei falsch. Angesichts der weit vorangeschrittenen Verhandlungen zwischen Karmann und BMW hätten die Osnabrücker den Auftrag bekommen müssen: ,Wer die Verhandlungen so weit treibt, muss den Auftrag dann auch vergeben", so Wulff. Der Wahlkreis des Landesherrn ist übrigens Osnabrück: Ein Schelm, wer dabei Böses denkt, zumal im Jahr 2008 Landtagswahlen anstehen. Uwe Röhrig, Inhaber der Hannoveraner Automobilberatung ICC, sieht den wahren Schuldigen woanders: ,Versagt haben nicht die Mitarbeiter, sondern das Management, die Kontrollgremien, die Betriebsräte und die Gewerkschaftsfunktionäre."

Der Gelände-Mini kommt