Ganz schön fies: Vorabbilder der Muscle-Car-Neuauflage machen Lust auf mehr

Eine Glaubensfrage: Challenger oder Charger? Vergessen wir für eine Weile die Tatsache, dass der bitterböse Charger der späten 60er-Jahre das eindeutig coolere Dodge-Muscle-Car war. Schließlich hatte er einen unvergessenen Gastauftrit als fieses Gangster-Auto im Steve-McQueen-Klassiker Bullitt. Der Challenger hingegen war automobiler Protagonist im drogenschwangeren Spät-Hippie-Roadmovie Vanishing Point (,Fluchtpunkt San Francisco"). Dort rammt ihn der dauerbedröhnte Anti-Held Kowalski mit Vollgas in die Schaufel eines Bulldozers, und der Challenger haucht sein Leben in einem riesigen Feuerball aus. Kein wirklich rühmliches Ende für das V8-Monster.

Zurück in die Zukunft
In der Gegenwart hat das Coolness-Duell Charger vs. Challenger ebenfalls einen eindeutigen Sieger. Der uninspirierte Charger von 2006 hat nämlich weder optisch noch motorisch etwas mit der Feuer speienden Big-Block-Bestie der 60er-Jahre zu tun. Ganz im Gegensatz zum reaktivierten Challenger. Bei dessen Designstudie tropft das Testosteron buchstäblich aus sämtlichen Ritzen der Retro-Karosserie. Ebenfalls im Jahr 2006 wurde dieses Dodge-Konzept den PS-hungrigen Hemi-Jüngern vorgestellt, und im Frühjahr 2008 wird die Serienversion in den Staaten in den Verkauf gehen.

Kurventauglich?
V8-Anhänger sollten sich daher schon jetzt den 6. Februar 2008 tiefrot im Kalender anstreichen, denn an diesem Tag feiert der neue, alte Challenger seine Weltpremiere auf der Auto Show in Chicago. Als Appetitanreger hat Dodge jetzt fünf Detailbilder des modernisierten Muscle Cars veröffentlicht. Das Wenige, das auf den Photos zu erkennen ist, lässt auf eines schließen: Der Serien-Challenger wird sich – zumindest in äußerlichen Details – von der Studie unterscheiden. So fehlt etwa der silberne Dodge-Grill im Kreuzdesign. Stattdessen gibt's eine simplere Retro-Schnauze mit altmodischem Schriftzug, die eindeutig an die späten 60er-Jahre erinnert. Zudem geben die Bilder Hoffnung, dass dieses Muscle-Car nicht nur gut aussehen, sondern sich auch so fahren wird. Immerhin lugen unter den riesigen 20-Zoll-Alufelgen rotlackierte Stopper vom Bremsenspezialisten Brembo hervor.

Viel Power, wenig Kohle
Zunächst will Dodge das Topmodell SRT8 auf den Markt bringen. Später soll eine ganze Challenger-Modellfamilie folgen. Ausgestattet mit dem Hemi-V8-Motor mit 6,1-Liter Hubraum und rund 430 PS sollte wenigstens der Vorwärtsdrang des SRT seinem wilden Äußeren und dem traditionsreichen Namen gerecht werden. Zeitgleich mit den ersten Bildern haben die Amerikaner übrigens auch gleich den Preis für den sportlichsten Challenger veröffentlicht. Nach europäischen Maßstäben ist der unglaublich niedrig: 37.995 Dollar (rund 24.500 Euro) will Dodge für das V8-Monster sehen – dafür gibt's hierzulande noch nicht mal einen VW Golf GTI. Das allerdings ist eine akademische Überlegung, denn erstens kosten auch Autos von VW in den USA deutlich weniger als bei uns. Zweitens – so bestätigte uns Chrysler auf telefonische Nachfrage – wird der Challenger definitiv nicht offiziell in Deutschland angeboten. Warum nicht? Das würden wir auch gerne wissen …

Bildergalerie: Dodge Challenger SRT8