Japanischer Hersteller bringt Antrieb mit Brennstoffzelle in Kleinserie

Am 16. Juni 2008 hat Honda die Serienproduktion seines Brennstoffzellenfahrzeugs FCX Clarity in Tochigi, Japan, aufgenommen. Zu den ersten Kunden gehören die Filmschauspielerin Jamie Lee Curtis, der Filmproduzent Ron Yerxa sowie John Spallino, der bereits 2005 mit dem Vorgängermodell des FCX Clarity der weltweit erste Privatkunde eines Autos mit dem alternativen Antriebskonzept war. Er wurde damals ausgelost und erhält auch jetzt ein Exemplar des neuen Modells. Für die Produktion wurde eine neue speziell auf Fahrzeuge mit Brennstoffzellen ausgerichtete Fertigungsstraße errichtet.

Brennstoffzelle, Elektromotor und Batterie
Der Wagen kommt als Viersitzer und ist 4,80 Meter lang, misst 1,85 Meter in der Breite und 1,47 Meter in der Höhe. Der Antrieb verfügt über einen so genannten V-Flow-Brennstoffzellen-Stack mit 136 PS und einem Elektromotor mit 134 PS. Da nur Letzterer für den Antrieb zuständig ist, wirkt lediglich die Kraft von 256 Newtonmeter des Elektromotors auf die Räder. Das soll für eine Höchstgeschwindigkeit von 160 Kilometer pro Stunde reichen. Zudem ist eine Lithium-Ionen-Batterie verbaut. Sie dient als Speicher für die produzierte Energie der Brennstoffzelle und die Energie, die durch das Bremsen frei wird. Die Reichweite wird mit 450 Kilometer angegeben. Dies wird mit einem möglichen Volumen von 4,1 Kilogramm komprimierten Wasserstoff erreicht.

Nur als Leasing-Wagen erhältlich
Geplant sind für Japan und die USA im ersten Jahr der Auslieferung einige Dutzend Fahrzeuge. Insgesamt sollen in den kommenden drei Jahren 200 FCX auf den Markt kommen. Gekauft werden kann der Wagen aber nicht. ,Das wäre viel zu teuer", sagte Pressesprecher David Plättner uns gegenüber. Honda-Chef Takeo Fukui plane aber, bis zum Jahr 2020 ein Fahrzeug in der Preisregion von 60.000 Euro anzubieten. Aktuell kann der Saubermann nur geleast werden. Umgerechnet 390 Euro im Monat zahlen die Kunden einschließlich Wartungskosten und Kaskoversicherung.


Problem Tankstellennetz
Weltweit ist das Netz an Zapfsäulen noch sehr dünn gestrickt. Das größte Potenzial an Tankstellen sieht Honda noch in Kalifornien. Dies ist ein Grund, weshalb der amerikanische Markt als einer der Ersten beliefert wird.

Eigene Zapfsäule im Haus
In ferner Zukunft will Honda diesem Problem aber mit der Einführung so genannter Home Energy Stations, kurz HES, begegnen. Dabei handelt es sich um Zapfsäulen für den Privathaushalt. Aus Erdgas wird durch einen chemischen Prozess Wasserstoff gewonnen und über eine Brennstoffzelle Strom und Warmwasser. Ein Familienvater zum Beispiel betankt mit HES also nicht nur sein Auto, sondern deckt zusätzlich noch den Energieverbrauch seiner Familie im Haus.

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