Feldversuch mit zehn Autos soll wertvolle Praxiserkenntnisse liefern

Nachhaltige Mobilität mit null Emissionen: Das soll das Motto für die Autos von morgen sein. Welcher Weg der Richtige hin zu diesem Ziel ist, darüber muss noch Klarheit gewonnen werden. Während einige Hersteller auf Elektroautos setzen, die an der Steckdose aufgeladen werden, bevorzugen andere Produzenten wie General Motors und Tochter Opel Fahrzeuge mit einer Brennstoffzelle an Bord.

Brennstoffzelle im Praxistest
Um Erfahrungen zu sammeln, wie sich Brennstoffzellenfahrzeuge im Alltag bewähren, hat Opel jetzt einen Flottenversuch in Berlin gestartet. Neun Firmen, darunter der ADAC, Coca-Cola oder die Hilton-Hotelkette, nutzen ab sofort Fahrzeuge vom Typ HydroGen4 im Rahmen ihres Alltagsgeschäfts. Der Test auf der Straße erfolgt im Rahmen der ,Clean Energy Partnership", kurz CEP. Dabei handelt es sich um ein vom Bundesverkehrsministerium gefördertes Projekt zur Demonstration der Alltagstauglichkeit von Wasserstoff als Autokraftstoff.

Finanzielle Unterstützung vom Bund
Bundesverkehrsminister Wolfgang Tiefensee unterstrich, dass für ihn die Zukunft der Elektromobilität mit Batterie und Brennstoffzelle gehöre. Allein die Wasserstoff- und Brennstoffzellentechnologie unterstützt seine Behörde mit 500 Millionen Euro. Die Industrie beteiligt sich in gleicher Höhe.

Das ,Project Driveway"
Das in Berlin verwendete GM-Brennstoffzellen-Fahrzeug der vierten Generation hört auf den Namen ,HydroGen4" und ist das Ergebnis einer zehnjährigen Entwicklung. Weltweit kommen etwa 100 Autos des auf dem US-SUV Chevrolet Equinox basierenden Typs zum Einsatz. Im Rahmen des so genannten ,Project Driveway" fahren die Versuchsträger in den USA, in Japan, Korea, China und jetzt auch Deutschland. Insgesamt wurde mit der Fahrzeugflotte bereits eine Gesamtstrecke von fast 700.000 Kilometer zurückgelegt.

Die Technik des HydroGen4
Der Brennstoffzellen-Stapel (Stack) des HydroGen4 besteht aus 440 in Reihe geschalteten Zellen, in denen Wasserstoff mit Sauerstoff aus der Luft reagiert. Dieser elektrochemische Prozess erzeugt Strom, als Nebenprodukt entsteht lediglich Wasserdampf. Es erfolgt also keine Verbrennung, und es fallen keine CO2-Emissionen an. Der Stack stellt Energie für den 73 Kilowatt (100 PS) leistenden Synchron-Elektromotor bereit, der eine Beschleunigung von null auf Tempo 100 in rund zwölf Sekunden sowie eine Höchstgeschwindigkeit von 160 km/h ermöglicht. Der Elektromotor hat sein Nenndrehmoment schon ab Stillstand parat. Der HydroGen4 ist mit einer 1,8 kWh starken Puffer-Batterie ausgestattet, um elektrische Lastspitzen abzudecken und die aus dem regenerativen Bremssystem gewonnene Energie zu speichern.

Betankung mit Druck
Die drei Hochdrucktanks aus Kohlefaserverbundwerkstoff können bei einem Druck von 700 bar eine Gesamtmasse von 4,2 Kilogramm Wasserstoff aufnehmen, was eine Reichweite von bis zu 320 Kilometern ermöglicht. Der HydroGen4 startet und läuft auch bei Temperaturen unter null Grad Celsius – laut GM ein erheblicher Fortschritt zu seinem Vorgänger und entscheidender Vorteil im Alltag.

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