Im Fall der Fälle: Pyrotechnisches Bremssysstem soll Kollisionen abmildern

Alles auf Sicherheit: Mit Einführung des neuen Passat CC hat VW einen schwer technologielastigen Pfeil im Köcher. Kein anderes Modell der Niedersachsen kann derzeit mit mehr Assistenz- und Fahrdynamiksystemen ausgerüstet werden. So gibt's im CC etwa den automatischen Spurhalter namens ,Lane Assist". Dieses Helferlein ist eine Weiterentwicklung aktueller ,Autopiloten", wie sie etwa Citroën anbietet. Anstatt nur durch Vibrationen auf Überfahren einer Fahrbahnmarkierung hinzuweisen, lenkt das VW-Sytem aktiv gegen, wenn der Fahrer ohne zu blinken eine Linie quert. Ebenfalls neu und im Passat-Coupé zu haben: die adaptive Fahrwerksregelung DCC (,Dynamic Chassis Control"). Diese regelt das Ansprechverhalten von Lenkung und Stoßdämpfern in drei Stufen und passt so den Wagen den persönlichen Vorlieben an. Dieses Feature soll übrigens auch in der Neuauflage des Scirocco erhältlich sein, die im Herbst an den Start geht.

Explodierende Bremse
Für noch mehr Komfort sorgen weitere innovative Technikpakete, so etwa der Parkassistent oder der adaptive Tempomat ACC. Beide sind nicht exklusiv im Passat CC erhältlich, sondern können auch für Modelle wie den Touran, Tiguan oder die Passat-Limousine geordert werden. Noch in der Erprobungsphase befindet sich hingegen eine sehr interessante Neuentwicklung zur Unfallabmilderung: Das von VW ,Pyro Brake" getaufte System ist eine pyrotechnisch betätigte Notbremse. Dieser Rettungsanker soll innerhalb 80 Millisekunden einen drohenden Unfall erkennen und den Aufprall abmildern können. Dafür zündet das System – ähnlich wie ein Airbag – Sprengladungen, die in Rekordzeit die Bremsanlage aktivieren. Auf diese Art soll die Pyro Brake die Aufprallgeschwindigkeit im Mittel um fünf km/h verringern. Da nach jeder Zündung die Sprengladungen ersetzt werden müssen, funktioniert das System natürlich nur einmal. VW hat heute aktuellen Systeme vor rund vier Jahren vorgestellt, also dürfte eine Serienproduktion der Notbremse etwa im Jahr 2012 starten.

Gut fürs Blech
Ebenfalls noch Zukunftsmusik ist eine weiterentwickelte Version des Park-Assistenten. Die nennt sich ,Park Assist Vision" und soll den VW-Fahrer in Parkhäusern vor Remplern bewahren. Hierfür überwacht das System optisch das gesamte Umfeld des Wagens und schlägt Alarm, sobald das Auto einem Objekt zu nahe kommt.

Innovationspreis
Soviel neue Technik bleibt nicht unbeachtet: Das ,Center of Automotive", ein Forschungsinstitut der Fachhochschule der Wirtschaft in Bergisch Gladbach hat Volkswagen gerade zum innovationsstärksten Autobauer des Jahres gekürt. Besondere Beachtung fand dabei die Tatsache, dass VW ,im dritten Jahr in Folge seine Innovationsaktivitäten im Vergleich zu den Wettbewerbern steigern (konnte)", so das Institut in seiner Begründung.

Bildergalerie: VW Pyro Brake