Der TÜV Süd zeigt, wie man im Winter Energie sparen kann

Erstmal Motor anlassen, dann frei kratzen. Das ist der Klassiker bei den Umweltsünden der Autofahrer im Winter. Energiereiche Wärme wird hier im Übermaß gebraucht. Wie und vor allem warum die wärmenden Helfer sparsam eingesetzt werden sollten, haben die Experten vom TÜV Süd in einigen Tipps zusammengestellt.

Sparen mit der Standheizung
Stand das Auto über Nacht vor der Türe, ist es ratsam, vor dem Motorstart die Scheibe frei zu kratzen oder sich anzuschnallen. Denn besonders das kalte Aggregat schluckt mit bis zu 40 Litern pro 100 Kilometer besonders viel Sprit und der Schadstoffausstoß ist ebenso hoch. Der Katalysator ,schläft" noch und das Öl ist bei winterlichen Temperaturen sehr zähflüssig. Erst nach ungefähr vier Kilometern ist der Motor warm gefahren und erreicht dann seine normale Leistung bei normalem Verbrauch, so der TÜV Süd. Vorgewärmt starten und sogar ein wenig die Umwelt schonen kann man mit einer Standheizung. Sie verbraucht zwar etwas mehr als einen halben Liter Sprit in der Stunde. Nach zirka 20 Minuten sind die Scheiben frei und der Motor ist so weit auf Temperatur gebracht, dass er den Mehrverbrauch der Standheizung beinahe wettmacht. Mit Standheizung sinkt die Emission von Kohlenwasserstoffen und Kohlenmonoxid um mehr als 50 Prozent, so der TÜV Süd.

Bescheidene Spritschlucker
Die Heckscheiben- und die Sitzheizung gehören mit einem Verbrauch von 0,1 Litern auf 100 Kilometern zu den eher bescheideneren Spritschluckern. Trotzdem sollte die Sitzheizung nur in den ersten Minuten der Fahrt eingeschaltet werden. Ist der Motor warm und die Heizung gibt genug Wärme ab, bringt die Sitzheizung keinen zusätzlichen Nutzen. Ähnlich ist es bei der Heckscheibenheizung. Sie sollte nur dann eingeschaltet werden, wenn die Scheibe tatsächlich beschlagen ist. In der Regel ist die Scheibe nach einigen Minuten wieder frei und die Heizung kann ausgestellt werden. Bei modernen Fahrzeugen ist die Heizung ohnehin so geschaltet, dass sie automatisch abschaltet, wenn die Rücksicht wieder ungetrübt ist, so der TÜV Süd.

Klimaanlage richtig einsetzen
Auch die Klimaanlage sollte man im Winter sparsam einsetzen, denn auf 100 Kilometer kann sie bis zu 0,6 Liter verbrauchen. Bei feuchtem Wetter verhindert oder entfernt sie allerdings wirkungsvoll den Beschlag von den Scheiben, da kalte Luft weniger Feuchtigkeit als warme enthält. Der kurze Einsatz des Klimagerätes zur Enteisung kostet nach Erkenntnissen der Experten von TÜV Süd weniger Energie als langer Betrieb der Heckscheibenheizung oder des Gebläses.

Optimales Licht
Die richtige Beleuchtung ist gerade in der Winterzeit wichtig, weil sie Sicherheit bringt. Nebel und Schneefälle fordern in der kalten Jahreszeit häufiger den Einsatz des Nebellichts. In Zahlen ausgedrückt heißt das: Eine normale Beleuchtung verbraucht 0,4 Liter Sprit auf 100 Kilometer, die zusätzliche Beleuchtung noch einmal 0,2 Liter mehr, so der TÜV Süd. Deshalb ist es ratsam, die Nebelbeleuchtung immer auszuschalten, wenn sie nicht gebraucht wird. Laut Gesetzgeber darf die Nebelschlussleuchte nur bei Sichtweiten unter 50 Metern leuchten. In solchen Fällen ist Tempo 50 vorgeschrieben. Wer also mit Nebelschlussleuchte schneller als 50 fährt, macht etwas falsch.

Nur das Nötigste mitnehmen
Eine Dachbox erhöht auch bei langsamer Fahrt den Spritverbrauch des Wagens um bis zu vier Liter auf 100 Kilometer. Deshalb rät der TÜV Süd: Wer den ,zweiten Kofferraum" nicht mehr braucht, montiert ihn am besten ab. Geldbeutel und Umwelt sagen danke. Das gilt ebenso für alle anderen Ladegüter: Unnötig mitgeführte Dinge im Kofferraum, unter den Sitzen oder in Ablagefächern erhöhen den Spritverbrauch und belasten die Natur. Auch Schneeketten müssen nur dann mitgenommen werden, wenn es ins Gebirge geht.

Bildergalerie: Erst kratzen, dann starten