Tesla Motors will in Kalifornien eine viertürige Elektro-Limousine bauen

San Carlos (Kalifornien/USA), 1. Juli 2008 – Einen zweisitzigen Sportwagen mit reinem Elektroantrieb aus Serienproduktion gibt es schon: Der Tesla Roadster läuft nach vielen Verzögerungen seit März 2008 vom Band. Das Chassis des Wagens stammt von Lotus, der Elektromotor und die Batterie werden in Taiwan gefertigt. Nachdem dieser Schritt geschafft ist, nehmen die Amerikaner das nächste Projekt in Angriff: Einen viertürigen Fünfsitzer mit elektrischem Antrieb. Der kalifornische Gouverneur Arnold Schwarzenegger und der Tesla-Vorstandsvorsitzende Ze'ev Drori verkündeten jetzt, dass das unter dem Arbeitsnamen ,White Star" geführte Fahrzeug in Kalifornien produziert werden soll.

Geld für Klimaschutz
Damit hat es Kalifornien geschafft, dem US-Bundesstaat New Mexico die avisierte Produktion des exklusiven Wagens abzuluchsen. Zum einen wurde die Tatsache berücksichtigt, dass das Forschungs- und Entwicklungszentrum von Tesla ohnehin in Kalifornien liegt, zum anderen dürfte auch das liebe Geld eine massive Rolle gespielt haben. So werden in Kalifornien seit neuestem Hersteller von Null-Emissions-Fahrzeugen (Zero Emission Vehicle – ZEV) steuerlich stark begünstigt. Außerdem wird Tesla als Produzent von Wagen, die lokal emissionsfrei vorankommen, mit mindestens einer Million Dollar (zirka 643.000 Euro) unterstützt. Mit diesem Geld sollen Fortbildungsmaßnahmen für die Tesla-Mitarbeiter finanziert werden.

Arni ist begeistert
Arnold Schwarzenegger ist jedenfalls begeistert: ,Die heutige Ankündigung ist eine sehr gute Nachricht für die Wirtschaft und die Umwelt." Schließlich hat der Ex-Filmstar seine Wiederwahl im Jahre 2006 auch seinem Eintreten für die Umwelt zu verdanken. Die Schwarzenegger-Vergangenheit als glühender Fan der inzwischen wegen ihrer expliziten Umwelt-Unverträglichkeit als äußerst umstritten geltenden Hummer-Monster scheint vorbei zu sein. Auch Kaliforniens Finanzminister Bill Lockyer hat klare Vorstellungen von der Auto-Zukunft seines Staates: ,Wir versuchen durch finanzielle Anreize sicherzustellen, dass ZEVs hier in unserem Staat ihr volles Potenzial entfalten können. Gleichzeitig sind wir sicher, dass dieses Vorgehen die sich entwickelnde grüne Wirtschaft Kaliforniens stärkt, gut bezahlte Jobs schafft und unsere Abhängigkeit von ausländischen Öllieferungen reduziert."

Noch kein Wagen fürs Volk
Tesla-Chef Drori gibt noch zum besten: ,Wir sind kein Nischenhersteller mit nur einem einzigen Fahrzeug im Angebot für die Reichen und Berühmten." Das geht im Moment allerdings komplett an der Realität vorbei: Bisher gibt es mit dem Tesla Roadster gerade mal ein Modell im Portfolio des Herstellers, und der ab Frühjahr 2009 auch in Europa verkaufte Wagen wird hierzulande für knapp 120.000 Euro zu haben sein – aber vielleicht ist in Kalifornien die Definition von ,reich" ja etwas anders gefasst als im alten Europa. Auch die Kundenliste des Roadster umfasst mit Leuten wie dem Schauspieler George Clooney und dem Autonarr und Late-Night-Talker Jay Leno nicht gerade Nobodies. Allerdings verspricht Drori für die Zukunft auch günstige Familienautos. Die neue Limousine soll ab Ende 2010 vom Band laufen, der genaue Standort der Fabrik und Einzelheiten zum Fahrzeug sind noch nicht bekannt.

Made in California