Fünf PS mehr, aber auch höherer Einstiegspreis von 81.800 Euro

Ein Jahr nach dem japanischen Verkaufsstart des GT-R beginnt Nissan mit der Fertigung der europäischen Version. Zuvor haben die Japaner den Supersportwagen jedoch noch minimal modifiziert.

Fünf PS mehr
So werden dem 3,8-Liter-Bi-Turbo fünf PS mehr eingehaucht, sodass der V6 jetzt 485 PS leistet. Das maximale Drehmoment beträgt weiterhin 588 Newtonmeter. Eine weitere Neuerung betrifft die Felgen. Während die Standard- und Premium-Edition auf neuen dunkelgrauen Alufelgen im Siebenspeichendesign ausgeliefert werden, erhält die Black-Edition die Felgen im selben Design, allerdings in Schwarz. Als zusätzliche Option können GT-R-Kunden künftig als Außenfarbe ein auffällig sattes Weiß wählen.

Nun 81.800 statt 77.290 Euro
Auch der Einstiegspreis wurde nochmal verändert: Statt 77.290 Euro, wie bisher verlautbart, soll die Basisversion nun 81.800 Euro kosten. Die Premium Edition mit Bose-Soundsystem, Scheibenwischer- und Lichtautomatik kostet 83.500 Euro, die Black Edition mit Lederausstattung 85.200 Euro. In Europa sind bereits 2.500 Bestellungen für den GT-R eingegangen. Die ersten Exemplare werden ab April 2009 ausgeliefert.

Deutlich sparsamer als ein 911 Turbo
Der neue GT-R ist als Front-Mittelmotorwagen in Transaxle-Bauweise konzipiert, das heißt, der Motor wird relativ weit vorne und das Getriebe nahe der Hinterachse eingebaut. Angetrieben wird das Auto von einem 3,8-Liter-V6 mit Biturbo-Aufladung, der 485 PS bei 6.400 Touren leistet. Zwischen 3.200 und 5.200 U/min stehen durch die Bank bullige 588 Newtonmeter an. Trotz dieser Leistungsdaten hält sich der Verbrauch sehr im Rahmen: Laut Nissan sind es nur 8,2 Liter auf 100 Kilometer. Zum Vergleich: Der 480 PS starke Porsche 911 Turbo verbraucht laut Hersteller gleich 12,8 Liter. Ein Geheimnis des Motors liegt in den plasmabeschichteten Zylinderbohrungen. Sie führen die Hitze besser ab, was den Verbrauch und die Leistung verbessert. Außerdem spart die neue Technik auch noch rund drei Kilo Gewicht ein. Die Leichtbaukarosserie aus Aluminium-Druckguss, Kohlefaser und hochfesten Stählen spart ebenfalls Sprit. Mit einem cW-Wert von 0,27 ist die Karosserie außerdem eine der windschlüpfigsten im Wettbewerbsumfeld, so Nissan.

Doppelkupplungsgetriebe mit Vorahnungen
Gekoppelt wird der Motor mit einem neuen Doppelkupplungsgetriebe. Ähnlich wie das DSG von Volkswagen ermöglicht es einen besonders schnellen Schaltwechsel. Durch den Verzicht auf einen Drehmomentwandler sind die Kraftverluste geringer, bei zugleich optimiertem Ansprechverhalten und Verbrauch, so Nissan. Über Schaltwippen am Lenkrad kann man in der M-Einstellung die sechs Gänge selbst schalten. Im R-Modus, der sportlichsten Einstellung, ahnt eine computerisierte Kontrollfunktion den nächsten Schaltwechsel voraus und minimiert so die Schaltzeiten. Anders verhält es sich in der Position A (für Automatik). Hier werden die Gangwechsel ohne Zutun des Fahrers vollautomatisch und so Benzin sparend wie möglich vorgenommen.

Allradantrieb Attesa E-TS
Ein Allradsystem soll dafür sorgen, dass die Biturbo-Kraft auch auf die Straße kommt. Es trägt den Namen Attesa E-TS (für Advanced Total Traction Engineering System for All - Electronic Torque Split) und verteilt das Drehmoment kontinuierlich zwischen Vorder- und Hinterachse. Auf trockener Strecke ist der GT-R als reiner Hecktriebler unterwegs. Je nach Schlupf der Antriebsräder gelangen bis zu 50 Prozent der Kraft an die Vorderachse. Treibt es der Fahrer doch einmal zu bunt, sorgt das ESP für ein Einbremsen der Räder. Für den Grip sind zusätzlich eine elektronische Traktionskontrolle und ein Sperrdifferenzial an der Hinterachse zuständig. Eine sonst eher von Geländewagen bekannte Fahrhilfe ist der Hill Start Assist, der das Anfahren an steilen Auffahrten erleichtert.

Einstellbares Fahrwerk
Auch das Fahrwerk bietet technische Schmankerl. Über einen Schalter kann der Fahrer zwischen drei verschiedenen Feder- und Dämpfer-Einstellungen wählen: R (hohe Performance), Sports (die Grundeinstellung) und Comfort (für den City-Betrieb). Elektronisch werden dabei die Zug- und Druckstufen der Bilstein-DampTronic-Dämpfer verändert. Verzögert wird der Nissan GT-R mit Hilfe von innen belüfteten, gelochten Brembo-Scheibenbremsen mit einem Durchmesser von 380 Millimeter. An der Scheibeninnenseite beugen Kühlrippen einer Überhitzung der Anlage vor. Vorn übernehmen goldfarben lackierte Brembo-Bremssättel mit sechs Kolben, hinten solche mit vier Kolben die Verzögerungsarbeit.

Display zeigt G-Kräfte an
Der GT-R ist ein 2+2-Sitzer. Die Sitze gibt es in drei Farben: Schwarz, Grau und Schwarz mit roten Kontrastnähten. Der Kofferraum fasst 315 Liter und schluckt zwei Golfbags. Im Cockpit fällt ein Multifunktionsdisplay auf, das zum Beispiel den Ladedruck oder die Drehmomentverteilung zwischen Vorder- und Hinterachse anzeigt. Aber auch die G-Kräfte in der Kurve oder beim Beschleunigen kann man sich ansehen. Zusätzlich kann man sich Schaltempfehlungen geben lassen. Die Multifunktionsanzeige ist mit einem Drehschalter oder direkt über den Touchscreen-Monitor zu steuern.

Navigationssystem mit Zusatznutzen
Der Bildschirm dient auch als Display für das Navigationssystem. Es arbeitet mit einer 30-Gigabyte-Festplatte, die neben den Karten bis zu 3.000 Musiktitel speichert. Auch DVD-Videos über CF-Speicherkarten und MP3-Musik können damit abgespielt werden. Sogar fernsehen ist dank eines digitalen TV-Tuners im Nissan GT-R möglich.

Stärker und teurer