Erste viertürige Limousine der Sportwagenmarke kommt 2009

Die Zeiten ändern sich, alteingesessene Gewohnheiten müssen über Bord geworfen werfen: In den USA regiert künftig ein farbiger Präsident, Indien schießt eine Rakete zum Mond, die Grünen regieren mit der CDU. Nun folgt mit dem Porsche Panamera eine weitere Umwälzung: Er ist die erste viertürige Serien-Limousine in der 60-jährigen Geschichte des Unternehmens.

Markantes Design
Jetzt zeigt Porsche rund ein viertel Jahr vor der Weltpremiere auf dem Genfer Salon 2009 die ersten vollständigen Ansichten des rasanten Viersitzers. Die Optik des Fahrzeugs weist eine deutliche Familienzugehörigkeit zu den anderen Modellen der Marke auf. Besonders markant ist die durch Sicken aufgegliederte Motorhaube und das sanft abfallende Heck mit ,Coupé-Klappe", wie Porsche es ausdrückt. Auf den Fotos ist zudem erkennbar, dass es je nach Motorisierung verschiedene Frontstoßfänger geben wird.

Hart an der Fünf-Meter-Marke
Mit einer Breite von 1,93 Meter und einer Höhe von 1,42 Meter ist der Panamera laut Porsche niedriger als vergleichbare viertürige Fahrzeuge. Die Gesamtlänge der neuen Sport-Limousine beträgt 4,97 Meter. Auf den Vordersitzen und den ausgeprägten Einzelsitzen im Fond finden insgesamt vier Personen Platz. Umklappbare Rücksitzlehnen erweitern den Gepäckraum für größere Unternehmungen.

Leistungsstarke Motoren
Naturgemäß bekommen bei einem neuen Porsche die Motoren eine besondere Bedeutung. Im Fall des Panamera arbeiten unter der Fronthaube zunächst vom Cayenne bekannte Benziner in V-Form, die aus sechs und acht Zylindern zwischen 300 und 500 PS Leistung erzeugen. Durch die jüngst vorgestellte Benzindirekteinspritzung soll der Verbrauch sinken. Bei einigen Aggregaten kommt zusätzlich eine Turboaufladung zum Einsatz. Die Kraftübertragung erfolgt entweder über eine manuelle Sechsgang-Schaltbox oder das Porsche-Doppelkupplungsgetriebe PDK mit sieben Gängen. Serienmäßig haben alle Panamera einen Heckantrieb an Bord, einzig das Topmodell Panamera 4S gibt seine Power über alle vier Räder ab. Der Allradantrieb ist für die anderen Versionen optional erhältlich.

Mit Diesel und Hybrid in die Zukunft
Wie wir erfahren konnten, soll im Laufe des Jahres 2010 ein Diesel die Motorenpalette ergänzen. Dabei wird es sich um das Dreiliter-Aggregat mit 240 PS handeln, das soeben für den Cayenne angekündigt wurde. Auch ein Panamera mit Hybridantrieb ist in der Vorbereitung. Produziert wird die neue Baureihe im Werk Leipzig. Allerdings erfolgt dort nur die Endmontage. Die Motoren des Panamera werden in Zuffenhausen hergestellt, das VW-Werk in Hannover liefert die lackierten Rohkarosserien. Nach Angaben von Porsche belaufen sich die Gesamtinvestitionen für die neue Baureihe einschließlich des Entwicklungsaufwandes auf rund eine Milliarde Euro, die aus eigenen Mitteln finanziert werden. Unter anderem wurde für den Panamera eine eigene Plattform entwickelt.

Der lange Weg zur viertürigen Limousine
Schon in den 1960er Jahren wurde mit einer viersitzigen Version des zweitürigen 911 experimentiert, die jedoch im Versuchsstadium stecken blieb. In Serie ging der 1977 vorgestellte Porsche 928: ein viersitziger Gran Turismo, allerdings ebenfalls mit nur zwei Pforten. Ende der 1980er Jahre stand eine viertürige Porsche-Limousine mit dem Namen 989 kurz vor der Serienreife, die damalige wirtschaftliche Schräglage des Unternehmens verhinderte die Markteinführung. Die 989-Erfahrungen sollen jedoch in die Entwicklung des Panamera mit eingeflossen sein.

Marktstart im Spätsommer 2009
Wie eingangs bereits erwähnt, wird der Panamera erstmals auf dem Genfer Salon im März 2009 der Öffentlichkeit gezeigt. Dann will Porsche auch weitere Details zu Motoren, Fahrleistungen sowie Preisen und Ausstattung bekannt geben. Die ersten Fahrzeuge sollen ab Spätsommer 2009 weltweit in den Handel kommen. Jährlich sollen rund 20.000 Einheiten abgesetzt werden. Der Name Panamera leitet sich vom legendären Langstreckenrennen ,Carrera Panamericana" ab.

Klasse mit wenig Konkurrenz
Das Segment des neuen Porsches ist eng eingegrenzt. In Sachen Optik und Leistung kommt ihm der für 2010 angekündigte viertürige Aston Martin Rapide am nächsten. Weitere Konkurrenten sind der Mercedes CLS sowie der Maserati Quattroporte. Auch der Lamborghini Estoque könnte dem Panamera gefährlich werden, sofern er es in die Serienproduktion schafft. Porsche-Chef Wiedeking zeigt sich jedenfalls von dem jüngsten Spross der Marke überzeugt: ,Der Panamera passt zu Porsche, weil er über alle typischen Sportwagen-Gene verfügt."

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