Neue Software optimiert Ampelschaltungen ganzer Stadtviertel

Wenn Autos vor Ampeln ständig anhalten und anfahren, stoßen sie Unmengen an Schadstoffen wie Feinstaub aus und verbrauchen zudem unnütz Treibstoff. In vielen deutschen Städten wurden deshalb besonders in den 70er-Jahren koordinierte Ampelschaltungen eingeführt, so genannte Grüne Wellen. Durchgesetzt hat sich das System allerdings nie so recht, und mancherorts wurden die Ampelvernetzungen wieder aufgehoben.

23 Prozent weniger Spritverbrauch
Der Grüne Welle zum Durchbruch verhelfen soll nun eine neue Software. Damit können auch die Ampeln an komplexeren Straßenkreuzungen und für ganze Stadtviertel aufeinander abgestimmt werden. Bisher war das nur für einzelne Straßenzüge möglich. Das Programm trägt den Namen CeTrans und wird vom Münchner Verkehrsforschungsunternehmen Transver und dem Institut für Verkehrswirtschaft, Straßenwesen und Städtebau der Universität Hannover unter Leitung von Prof. Bernhard Friedrich entwickelt. Friedrich stellte nun die ersten Erprobungsergebnisse vor. In der Südstadt von Hannover hat CeTrans danach die Reisezeiten um 22, die Wartezeiten um 47 und die Anzahl der Ampelstopps um 36 Prozent verringert. Im analysierten Stadtviertel lassen sich so der Spritverbrauch um 23 Prozent verringern und rund 600 Tonnen Kohlendioxid-Ausstoß in einem Jahr einsparen, verspricht Friedrich.

Per Simulation zur Lösung
CeTrans analysiert die eingegebenen Daten zur Verkehrssituation und den Ampelschaltungen und findet durch Verkehrssimulationen die optimale Ampelschaltung. Ein Novum ist die unkomplizierte Handhabung. Das Verfahren setzt zudem keine teure Anlagentechnik voraus. Deshalb ist man optimistisch bei der Deutschen Bundesstiftung Umwelt (DBU), die das Projekt finanziell fördert. ,Wenn die weitere Entwicklung gelingt und die Umsetzung erfolgreich verläuft, ist eine Übertragung auf andere Städte durchaus möglich", lobt DBU-Generalsekretär Fritz Brickwedde.

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