A-Klasse F-Cell mit 700-bar-Wasserstofftanks wird in Deutschland getestet

Mercedes hat jetzt die ersten Fahrzeuge der Brennstoffzellenflotte von einer 350- auf eine 700-bar-Technologie umgestellt. Dank des höher komprimierten Wasserstoffs lässt sich die Reichweite so um bis zu 70 Prozent steigern: Die Reichweite liegt dann bei 270 statt 160 Kilometer. Erste Bewährungsprobe für eine so ausgestattete A-Klasse F-Cell ,plus" war die Fahrt von Berlin zum Magdeburger Umweltforum. Dabei stellte das Fahrzeug unter realen Verkehrsbedingungen seine Alltagstauglichkeit unter Beweis.

B-Klasse F-Cell: Die nächste Generation
Einen weiteren Schritt in puncto Reichweite sollen die Brennstoffzellen-Fahrzeuge von Mercedes mit der neuen B-Klasse F-Cell machen, deren Kleinserienproduktion im Jahr 2010 startet. Hier wird die Reichweite bei rund 400 Kilometern liegen. Die technische Basis bildet das optimierte Brennstoffzellen-System, das Mercedes 2005 im Forschungsfahrzeug F 600 Hygenius vorgestellt hat. In dem Kleinkraftwerk werden Wasserstoff und Sauerstoff auf elektrochemische Weise zu Wasser umgesetzt und so Strom erzeugt. Es besteht aus vier Einheiten, so genannten Stacks, mit insgesamt 400 einzelnen Brennstoffzellen.

Leichte Bipolarplatten
In ihrem Inneren strömen die beiden Gase durch die feinen Kanäle so genannter Bipolarplatten: Wasserstoff auf der positiv geladenen Seite, der Anode, und Luft auf der negativ geladenen Seite, also der Kathode. Eine hauchdünne, mit einem Edelmetall-Katalysator beschichtete Kunststofffolie trennt die Bipolarplatten voneinander. Sie lässt nur die positiv geladenen Wasserstoff-Ionen durch, die deshalb zur Kathode wandern und sich dort mit Sauerstoff zu Wasser verbinden können. Für die Elektronen ist die Folie undurchlässig. Sie wandern über eine äußere Verbindung zur Kathode; dabei fließt Strom, der für den Antrieb genutzt wird.

Optimierung im Detail
Diesen emissionsfreien Prozess haben die Mercedes-Fachleute beim Hygenius und bei der B-Klasse F-Cell optimiert. So bestehen die Bipolarplatten jetzt aus 0,15 Millimeter dünnen Metallplatinen anstelle des bisherigen Graphits. Dadurch verbessern sich Leitfähigkeit, Festigkeit und Platzbedarf: Verglichen mit dem System der A-Klasse F-Cell sind die Stacks rund 40 Prozent kleiner als bisher. Dennoch entwickelt die sehr kompakte Brennstoffzelle 30 Prozent mehr Leistung und sorgt für 16 Prozent weniger Verbrauch. Darüber hinaus zeichnet sich das System durch gute Kaltstartfähigkeit aus, so Mercedes. Der Elektromotor entwickelt in der B-Klasse F-Cell eine Spitzenleistung von 136 PS und maximal 320 Newtonmeter. Damit hat das Auto so viel Power wie ein Zweiliter-Benziner.

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