Von zwei E-Motoren und einem Turbo angetriebene Serienversion steht in Detroit

Irvine (California, USA), 12. Dezember 2008 – Dass Hybrid- und Elektromodelle nicht unbedingt langweilige Sparbüchsen sein müssen, beweisen sportliche Autos wie der Tesla Roadster oder der Mindset. In dieselbe Kategorie gehört der bereits auf der Detroit Motor Show 2008 als Studie vorgestellte Fisker Karma. Die Serienversion wird auf der nächsten Ausgabe der wichtigsten US-Automesse gezeigt, die von 11. bis 25. Januar 2009 stattfindet.

Zwei Elektromotoren und ein Turbo
Der Karma wird von Fisker als Hybridfahrzeug eingestuft, doch passt er besser in die Kategorie der Elektrofahrzeuge mit Reichweitenverlängerung – wie etwa auch der Chevrolet Volt. Zu den Antriebskomponenten gehört eine Lithium-Ionen-Batterie, die eine Energiemenge von 23 kWh speichern kann. Sie liefert Strom an zwei Elektromotoren mit zusammen 408 PS. Ein Zweiliter-Vierzylinder-Turbo mit Benzindirekteinspritzung und 260 PS fungiert als Verbrennungsmotor. So erreicht der Karma eine Höchstgeschwindigkeit von 200 km/h und beschleunigt in 5,8 Sekunden auf Tempo 100.

Nur einmal im Jahr tanken?
Beim Karma handelt es sich um ein Vollhybrid-System, das heißt, das Auto kann auch rein elektrisch fahren. Dabei soll das Elektromodul eine emissionsfreie Reichweite von 80 Kilometer ermöglichen. Als Plug-in-Hybridfahrzeug kann man den Karma an der normalen US-Steckdose mit 110 Volt aufladen. Optional kann das Auto auch über eine Schnellladestation mit Strom aufgetankt werden, die von Solarpanelen gespeist wird. Wenn man den Karma über Nacht auflädt und weniger als 50 Kilometer täglich fährt, soll sich ein Benzinverbrauch von 2,4 Liter auf 100 Kilometer erreichen lassen. Bei der Präsentation der Studie im Januar 2008 hieß es sogar, man müsste in diesem Fall nur ein einziges Mal im Jahr tanken.

Zwei Fahrmodi
Bei der Studie konnte der Fahrer mit Schaltflächen am Lenkrad zwischen zwei Fahrmodi wählen. Die Stealth-Betriebsart ist ein Sparmodus, in dem man entspannt dahingleitet, während der Sportmodus die gesamte Leistung des Fahrzeugs zur Verfügung stellt. Ob mit dem Stealth- ein reiner Elektromodus und mit dem Sport- ein Hybridmodus gemeint ist, wurde nicht mitgeteilt. Die beiden Modi erwähnt Fisker nun nicht mehr – ob das Serienmodell darüber verfügen wird, bleibt also noch unklar.

Lang wie ein CLS und flach wie ein 911
Der Karma ist ein luxuriöser Sportwagen, der etwa so hoch wie ein Porsche 911 sein soll, also etwa 1,30 Meter. Die Länge liegt jedoch bei knapp fünf Meter wie bei einer Oberklasselimousine. Das Auto soll Platz für vier Erwachsene und zwei Golfbags bieten. Äußerlich ist die Serienversion kaum von der Designstudie vom Januar 2008 zu unterscheiden. Das in Detroit gezeigte Modell soll jedoch einen stärker betonten und etwas größeren Grill sowie am Heck einen Diffusor besitzen. Außerdem soll das Abgas des Verbrennungsmotors direkt hinter den Vorderrädern austreten – das Fenster sollte man also nur bei rein elektrischer Fahrt öffnen. Außerdem wird die Serienversion anders als die Studie eine B-Säule besitzen, die allerdings bündig integriert werden soll. Der Karma besitzt einen Aluminum-Spaceframe. Die äußeren Karosserieteile bestehen aus Alu und Verbundwerkstoffen.

Marktstart im November 2009
Die Firma Fisker wird von Henrik Fisker geleitet und ist Partner des US-amerikanischen Automobilzulieferers Quantum, der auf alternative Antriebe spezialisiert ist. So steuert Quantum auch die Hybridarchitektur namens Q-Drive bei. Zusammengebaut wird der Karma vom finnischen Spezialisten Valmet, der auch den Porsche Boxster und den Cayman herstellt. Der Karma soll im November 2009 zu einem Basispreis von 87.900 US-Dollar (rund 66.000 Euro) auf den US-Markt kommen. Den Preis in Europa will Fisker auf dem Genfer Autosalon im März 2009 bekannt geben.

Bildergalerie: Vorzeige-Karma