Drei Öko-Studien geben einen Ausblick auf die nächste B-Klasse

Wie wird der Mercedes der Zukunft aussehen? Das Stuttgarter Unternehmen beantwortet diese Frage gleich auf zweifache Art. Mit dem seriennahen Concept BlueZERO geben die Schwaben auf der Detroit Auto Show im Januar 2009 einen Ausblick auf die Optik der neuen B-Klasse, die 2010 starten wird. Zum anderen zeigen drei Varianten der Studie verschiedene Antriebskonzepte für unterschiedliche Mobilitätsanforderungen.

Volle Alltagstauglichkeit
Alle Modelle sind 4,22 Meter lang und bieten fünf vollwertige Sitzplätze sowie einen Gepäckraum von über 500 Liter. Die Sandwichboden-Architektur ermöglicht die Integration von verschiedenen alternativen Antrieben. Der spezielle Fahrzeugaufbau bietet laut Mercedes eine Reihe von Vorzügen gegenüber Elektroautos, die auf konventionellen Plattformen aufbauen. Hierzu zählen ein gegenüber der normalen B-Klasse unverändertes Raumangebot, ein sicheres Fahrverhalten aufgrund des niedrigen Schwerpunkts und eine hohe Crash-Sicherheit.

Spezielle Optik
Das BlueZERO-Design leistet sich einige Besonderheiten. Am auffälligsten sind die geschlossene Frontschürze ohne Kühllufteinlässe und die 20-Zoll-Leichtlaufräder. Die grau getönte Heckklappe besteht komplett aus leichtem, aber hoch stabilen Lexan. Die Rücklichter sind in Form eines geschwungenen ,L" ausgeführt.

Umweltfreundliches Trio
Alle drei BlueZERO-Modelle weisen einen Frontantrieb auf. Der gelblackierte BlueZERO E-Cell besitzt einen rein elektrischen Antrieb mit einer Reichweite von 200 Kilometer, während der grüne F-Cell auf eine Brennstoffzelle setzt, die eine Reichweite von deutlich über 400 Kilometer ermöglichen soll. Im orangefarbenen Modell E-Cell Plus unterstützt ein Verbrennungsmotor als so genannter Reichweitenverlängerer den Elektromotor. Hier beträgt die Gesamtreichweite 600 Kilometer, rein elektrisch kann bis zu 100 Kilometer weit gefahren werden. Die Höchstgeschwindigkeit des Trios ist aus wirtschaftlichen Gründen auf 150 km/h begrenzt.

Antriebe aus dem Baukasten
Die flexibel kombinierbaren Antriebskomponenten haben die Mercedes-Ingenieure in einem modularen Baukastensystem zusammengefasst. Dazu zählen modernste flüssigkeitsgekühlte Lithium-Ionen-Akkus mit bis zu 35 kWh Speicherkapazität sowie der kompakte, maximal 100 Kilowatt starke Elektromotor mit einer Dauerleistung von 70 Kilowatt. Er entwickelt ein maximales Drehmoment von 320 Newtonmeter. Alle drei Varianten beschleunigen in weniger als elf Sekunden auf 100 km/h.

Schnelle Aufladung
Bei einer Ladeleistung von 15 Kilowatt können die Akkus des BlueZERO E-Cell und des E-Cell Plus innerhalb von 30 Minuten genügend Energie für 50 Kilometer Reichweite speichern. Bei Aufladung an einer haushaltsüblichen Steckdose verdoppeln sich die Ladezeiten. In den beiden E-Cell-Modellen ist eine Elektronik vorgesehen, die intelligente Ladestationen und Abrechnungssysteme unterstützt. Beim BlueZERO E-Cell Plus ist im Heck als zusätzlicher Range-Extender der aus dem Smart fortwo bekante Einliter-Turbobenziner mit 71 PS eingebaut. Bei 3.500 Umdrehungen pro Minute gibt er seine maximale Leistung ab. Er lädt bei Bedarf über einen 50-Kilowatt-Generator den 17,5 kWh speichernden Akku nach.

Konzept für die Zukunft
Dr. Thomas Weber, Entwicklungsvorstand bei Mercedes, ist vom BlueZERO-Konzept überzeugt: ,Die weiter entwickelte Sandwichboden-Plattform ist die perfekte Basis für eine weit gefächerte Fahrzeugpalette mit elektrischen Antrieben." Für künftige Kompaktmodelle mit optimierten Verbrennungsmotoren an Bord arbeite man zurzeit an einer neuen, zusätzlichen Plattform. Ab 2009 sollen die ersten Brennstoffzellenautos mit Stern als Kleinserie auf den Markt kommen, rein elektrisch betriebene Fahrzeuge werden ab 2010 folgen. Schon jetzt laufen Pilotprojekte mit E-Smarts in Berlin und London.

Bildergalerie: Mutiger Mercedes