40 Prozent mehr Leistung und Reichweite von 200 Kilometer durch Elektroantrieb

Der Mazda 5 Hydrogen RE Hybrid hat vom japanischen Verkehrsministerium die Genehmigung für den Test auf öffentlichen Straßen erhalten. Das trifft sich gut, denn das Auto wird derzeit im Rahmen des G8-Gipfels (7. bis 9. Juli 2008) in Toyako auf der japanischen Insel Hokkaido gezeigt. Für ein bereits straßentaugliches Fahrzeug, das zur CO2-Minderung beiträgt, werden sich die Staatschefs und ihre Delegationen wohl besonders interessieren.

Zwei Brennstoffe plus eine Batterie
Der innovative Mazda 5 wurde als Studie bereits 2006 vorgestellt. Im März 2008 präsentierte Mazda den Van dann auf dem Genfer Autosalon. Es handelt sich um das weltweit erste Fahrzeug mit Hybridantrieb, das sowohl mit Wasserstoff als auch mit Benzin betrieben werden kann. Das Auto verfügt über einen etwa 200 PS starken Wankel-Verbrennungsmotor sowie einen 150 PS (110 kW) starken Elektromotor. Dabei kann der Wankelmotor sowohl mit Wasserstoff als auch mit Benzin betrieben werden kann. Das Hybridmobil steht Seite an Seite mit dem bereits 2006 vorgestellten RX-8 Hydrogen RE, dem weltweit ersten kommerziell verfügbaren Fahrzeug mit Wasserstoff-Wankelmotor.

Dual-Fuel-System: Umschalten per Knopfdruck
Vom RX-8 Hydrogen RE übernimmt der Mazda 5 Hydrogen RE Hybrid das Dual-Fuel-System, bei dem der Fahrer per Knopfdruck zwischen Wasserstoff- und Benzinantrieb wählen kann. Der Hybrid-Mazda kombiniert den Wankelmotor mit einem Elektromotor. Die Gesamtleistung steigt durch das Hybridmodul um 40 Prozent. Sind die Lithium-Ionen-Batterien im Unterboden voll geladen, verdoppelt sich außerdem die lokal emissionsfreie Reichweite von 100 Kilometer, die mit Wasserstoff alleine zurückgelegt werden können, auf 200 Kilometer. Hinzu kommt noch die normale Benzin-Reichweite.

Erstmal wie ein Elektroauto
Nach dem Start fährt das Auto zunächst wie ein Elektroauto, das heißt ausschließlich mit der in der Batterie gespeicherten Energie. Beschleunigt man, so kommt zusätzlich die vom Wankelmotor in den Generator eingespeiste Energie hinzu. Bei gleichmäßiger Fahrt läuft das Fahrzeug ausschließlich mit der vom Kreiskolbenmotor in den Generator eingespeisten Energie, also ohne Batterieunterstützung. Beim Bremsen oder im Schiebebetrieb wird Energie in die Batterie zurückgeführt. Durch eine Start-Stopp-Automatik schaltet sich der Kreiskolbenmotor im Stand aus, bis die Batterien wieder Energie benötigen.

Schon bald Leasing möglich
Zu den weiteren Umwelttechnologien im Fahrzeug zählen Biotech-Materialien aus nachwachsenden Rohstoffen. Diese Kunststoffe auf Pflanzenbasis werden für einige der Plastikkomponenten im Interieur sowie für die Sitzbezüge verwendet. Bis April 2009 will Mazda die Straßentests des 5 Hydrogen RE Hybrid abschließen; dann sollen Behörden das Auto in Japan leasen können. Privatleute werden sich wohl nicht für das Auto entscheiden – dazu sind die Wasserstoffkosten noch zu hoch und die Tankmöglichkeiten zu beschränkt.

Bildergalerie: Neues Hybridfahrzeug