Bislang stärkster Serien-SL leistet 670 PS und besitzt 1.000 Newtonmeter

AMG kann es wieder mal nicht lassen: 612 PS im SL 65 AMG genügen den Mannen aus Affalterbach anscheinend nicht. Deshalb legen die Schwaben mit der Black Series für das Spitzenmodell der SL-Klasse noch eine Schippe drauf. Der 6,0-Liter-V12-Biturbomotor leistet 670 PS sowie ein Drehmoment von 1.000 Newtonmeter.

Transfer aus dem Motorsport
Die markanten, breiten Kotflügel, der ausfahrbare Heckflügel sowie die Heckschürze mit Diffusor-Finnen zeigen den Transfer aus dem Motorsport, der bei Mercedes-AMG seit über 40 Jahren zur Unternehmensphilosophie gehört. Optisch soll der neue SL 65 AMG Black Series eine Reminiszenz an die erfolgreichen AMG-Rennsportfahrzeuge wie die aktuelle DTM-C-Klasse oder den CLK-GTR von 1997 aus der FIA-GT-Serie liefern.

1.200 Newtonmeter Drehmoment sind möglich
Wie eine Wunde klaffen die großen Kühlluftöffnungen in der Frontschürze und in der Motorhaube. Sie geben einen eindeutigen Hinweis auf die enorme Leistungsfähigkeit des Zwölfzylinders mit Biturboaufladung. Aus 5.980 Kubikzentimeter Hubraum schöpft der AMG V12 eine Höchstleistung von ansehnlichen 670 PS bei 5.400 Umdrehungen sowie ein elektronisch begrenztes Drehmoment von 1.000 Newtonmeter zwischen 2.200 und 4.000 Touren. Ohne Riegel würde der Zwölfender ein maximales Drehmoment von 1.200 Newtonmeter realisieren. Gegenüber dem Basis-Triebwerk des SL 65 AMG wurden bei der Black Series die Turbolader neu entwickelt. Der um zwölf Prozent vergrößerte Spiralquerschnitt der Lader sowie optimierte Wastegate-Kanäle sollen einen höheren Luftdurchsatz und eine noch bessere Kraftentfaltung in allen Drehzahlbereichen ermöglichen. Außerdem soll die geänderte Ansaugluftführung ein spontaneres Ansprechverhalten bewirken. Die neu konstruierten Endschalldämpfer der Sportabgasanlage reduzieren den Abgasgegendruck und helfen bei der Leistungssteigerung. Praktischer Nebeneffekt ist der imposante Sound aus den zwei trapezförmigen Endrohren.

In 3,9 Sekunden auf Tempo 100
Das Triebwerk, das den SL 65 AMG Black Series zum bislang stärksten AMG-Modell macht, ermöglicht Fahrleistungswerte der Extraklasse: 3,9 Sekunden vergehen bis 100 km/h, Tempo 200 ist nach 11,0 Sekunden erreicht. Die Höchstgeschwindigkeit beträgt 320 km/h. Im Vergleich zum normalen SL 65 konnte das Gewicht der Black-Series-Variante um 250 Kilogramm auf ein Leergewicht von 1.870 Kilo gedrückt werden. Zahlreiche Karosserie-Komponenten bestehen aus hochfestem und besonders leichtem Kohlefaser-Verbundwerkstoff (CFK). Sowohl die um 14 Zentimeter verbreiterten Kotflügel, die Frontschürze mit dem Splitter aus Sichtkarbon, die Motorhaube als auch der Heckdeckel sind aus CFK gefertigt. Die großen Öffnungen in der Motorhaube sollen für eine zuverlässige Ableitung der Motorwärme sorgen.

Karbon, wohin das Auge blickt
In einem völlig neuen Design präsentiert sich das komplette CFK-Dach: Es verfügt nicht nur über einen integrierten Überrollbügel – durch den Verzicht auf das SL-typische Variodach fällt die Dachlinie deutlich flacher aus. Dies wird auch beim Blick auf die größere Heckscheibe deutlich, die in einem flacheren Winkel zum Heckdeckel verläuft. Der darin integrierte CFK-Heckflügel fährt ab Tempo 120 automatisch um zwölf Zentimeter aus und reduziert den Auftrieb an der Hinterachse bei hohen Geschwindigkeiten. Von hinten betrachtet, fällt die neue Heckschürze mit Diffusor-Einsatz in Sichtkarbon auf: Darin integriert ist die aktive Kühlung des Hinterachs-Sperrdifferenzials.

Mehr Spaß durch Zwischengas
Ein Speedshift-Plus Fünfgang-Automatikgetriebe überträgt die Kraft auf die Hinterräder. Vier Fahrprogramme stehen zur Auswahl: ,C", ,S", ,M1" und ,M2" mit nochmals um 20 Prozent verkürzten Schaltzeiten gegenüber dem ,M1"-Programm. Einen äußerst direkten Charakter in allen Fahrsituationen soll die Überbrückungskupplung des Drehmomentwandlers ab dem ersten Gang garantieren. Die automatische Zwischengasfunktion sorgt nicht nur für mehr Emotionen beim Zurückschalten, sondern auch für eine Verringerung der Lastwechselreaktionen.

Breitere Spur für die Black Series
Das Sportfahrwerk wurde als Gewindefahrwerk konzipiert und ermöglicht die Einstellung von Zug- und Druckstufe der Stoßdämpfer, des Fahrzeugniveaus sowie von Spur und Sturz. Speziell für den Rennstreckenbetrieb kann der Fahrer somit das Setup an seine persönlichen Bedürfnisse anpassen. Beide Achsen verfügen über neu entwickelte Federlenker, Schub-, Sturz- und Zugstreben sowie über gewichtsoptimierte Radträger aus Aluminium. Im Vergleich zum serienmäßigen SL 65 AMG verfügt der Black Series über 97 Millimeter mehr Spurweite an der Vorder- und 85 Millimeter mehr an der Hinterachse. An der Hinterachse soll ein Lamellen-Sperrdifferenzial mit 40 Prozent Sperrwirkung eine optimale Traktion garantieren. Ein weiteres Highlight ist das dreistufige ESP mit Sportfunktion: Über den ESP-Taster kann der Fahrer zwischen den Stufen ,ESP ON", ,ESP SPORT" und ,ESP OFF" wählen – der jeweils aktivierte Modus wird im Zentral-Display des Kombi-Instruments angezeigt.

Mit üppig dimensionierter Bremsanlage
Den Kontakt zur Straße stellen an der Vorderachse 19-Zoll-Leichtmetallfelgen mit 265er-Reifen und an der Antriebsachse 20 Zoll große Alufelgen und 325er Pneus her. Hinter den filigranen Doppelspeichen der Alufelgen verbirgt sich eine groß dimensionierte Hochleistungs-Bremsanlage. Rundum kommen innen belüftete und gelochte Scheibenbremsen in der besonders leistungsfähigen Verbund-Technologie zum Einsatz. An der Vorderachse übernehmen Sechskolben-Festsättel und Scheiben der Dimension 390 x 36 Millimeter die Verzögerungsarbeit, hinten verzögern Vierkolben-Festsättel und Scheiben in 360 x 26 Millimeter.

Viel Karbon im Innenraum
Der komplett in schwarz gehaltene Innenraum soll die funktionelle Atmosphäre eines echten Rennsportfahrzeugs verströmen. Neu entwickelte Sportschalensitze aus CFK sollen den Insassen perfekten Seitenhalt in schnell gefahrenen Kurven geben. Die Sitze ohne Sidebags sind mit feinem Nappaleder und Alcantara bezogen und tragen einen geprägten AMG-Schriftzug in den Kopfstützen. Silberfarbene Aluminium-Schaltpaddles erlauben die manuelle Gangwahl. In der Mittelkonsole setzen Karbon-Zierteile, der matt schimmernde Start/Stopp-Taster und der Wählhebel mit Karbon-Einsatz weitere Akzente. Passend hierzu präsentieren sich die Türmittelfelder in Karbon sowie der Dachhimmel und die A- beziehungsweise C-Säulen in Alcantara. Ausgeliefert werden soll der Supersportler ab November 2008. Zum Verkaufspreis gibt es von Mercedes AMG noch keine genauen Angaben, er wird aber voraussichtlich irgendwo zwischen 310.000 und 330.000 Euro liegen.

Bildergalerie: SL der schwarzen Serie