Während des Euro Camp Jeep feierte der ultrabelastbare Wagen Weltpremiere

Alle sind sie da: Die Großen, die Dicken, die Kleinen und die Dünnen. 1.600 Jeep-Fahrer und Fans aus ganz Europa treffen sich im Jeep Camp, um ihrer gemeinsamen Passion nachzugehen. Und im Rahmen dieses Happenings stellt die Marke, die längst zum Synonym für Geländewagen wurde, ein neues Einsatzfahrzeug vor: den Jeep J8.

Heftige Nutzlast
Mit dem J8 will Jeep vor allen Dingen die Bedürfnisse von staatlichen Stellen befriedigen, allen voran das Militär und nichtstaatliche Organisationen, wie zum Beispiel Hilfsorganisationen, befriedigen. Allein die Ausrichtung auf nicht-privaten Gebrauch wird aber bei dem ein oder anderen Jeep-Freund Begehrlichkeiten wecken. Zumal der Hersteller einen sensationell günstigen Preis weit unter teuren Modellen wie der Mercedes G-Klasse realisieren möchte. Welche Zahl Jeep mit Stolz präsentiert: die 1.250 Kilogramm Nutzlast. Das Basisfahrzeug, ein Jeep Wrangler Unlimited, kann als Diesel mit Fünfgangautomatik serienmäßig 450 Kilogramm zuladen. So schleppt der J8 mehr als das 2,7-fache der Serienzuladung mit. Die von Jeep als besonders hoch eingestufte Anhängelast von 3.500 Kilogramm ist tatsächlich besonders hoch – aber das Serienmodell von der Stange kann die gleiche Last hinter sich herziehen.

Waten auf J8
Der J8 wird vom 2,8-Liter-Diesel angetrieben. Wegen der Kalibrierung des Motors in Bezug auf die enorme Zuladung liegen im Gegensatz zum Triebwerk des Serien-Wranglers 158 statt 177 PS und 400 statt 410 Newtonmeter an. Die Momente werden über die Serien-Fünfgang-Automatik weitergeleitet. Unter der Haube des J8 arbeitet ein zusätzlicher Kühler und das Luftansaugsystem wurde so umgebaut, dass der Wagen eine Wattiefe von 76 Zentimeter mitbringt – das Serienmodell muss sich mit 26 Zentimeter weniger, also 50 Zentimeter zufrieden geben. Von außen ist das System am sich vorne rechts auf der Motorhaube befindlichen Ansaugstutzen zu erkennen. Die zur Seite öffnende Hutze weist in ihrer Falz ein paar ungewollte Falten auf, die nach eiliger Herstellung und günstigem Preis aussehen.

Alles verstärkt
Damit der J8 seine monströse Last handeln kann, musste ein Haufen seiner Teile gekräftigt werden. Der Rahmen wurde ordentlich verstärkt, die Scheibenbremsen der Dana-60-Hinterachse wurden an die mögliche Maximallast angepasst. Die als robust geltende Achse fand in ihrer Urform schon in Dodge-Trucks der 60er-Jahre Verwendung. Die hinteren Schraubenfedern mussten Blattfedern weichen, was wir bei einer kleinen Probefahrt im Gelände sofort am harten Federungsverhalten spüren. Vorne und hinten schützt sich der J8 mit einem stählernen U-Profil, welches in seiner Robustheit noch am ehesten an eine Eisenbahnschiene erinnert. Wie sich dieser massive Metall-Querbalken mit den Vorschriften des Fußgängerschutzes vereinbaren lässt, ist zunächst unbekannt. Große Schäkel rechts und links der Stoßstangen helfen beim Bergen und Sich-bergen-lassen.

Zwei Varianten
Der J8 wird in zwei Varianten angeboten. Einmal als Viertürer, sodass er seiner Basis Wrangler Unlimited sehr ähnelt, und einmal als Zweitürer mit großer Ladefläche. Allerdings wird der Zweitürer auch in einer Konfiguration mit acht Sitzplätzen zu haben sein. Für den Personentransport in gefährlichen Gebieten lässt sich der Wagen panzern, was wohl ein Grund für die hohe Zuladungskapazität sein dürfte. Der im ägyptischen Kairo produzierte J8 ist seit Anfang Juli 2008 verfügbar. Nur Behörden und Organisationen dürfen den Wagen kaufen, wer privat ein Exemplar erstehen möchte, muss also Mittel und Wege finden, den J8 einer solchen Organisation abzuschwatzen. Preise werden nicht öffentlich bekannt gegeben und hängen stark von den jeweils nachgefragten Stückzahlen ab.

Bildergalerie: Jeep J8: Der Packer ist da