Maximum Business endlich in uneingeschränkt schöner Form

Die Musik schwillt an, und plötzlich steht er vor uns: Der neue BMW 7er. Eben sagte BMW-Chef Norbert Reithofer noch: ,Der neue 7er setzt Standards für künftige Fahrzeuggenerationen." Aber im Moment überrascht uns nur eins: der riesige, steil stehende Grill des Oberklasse-Bayern. Kein Bild kann zeigen, wie präsent die Front des Wagens in der Wirklichkeit ist. Neben der mächtigen, tief liegenden Niere gibt es beispielsweise aber noch permanenten Internetzugang und Massagesitze für den Fond: Der neue 7er bringt einen prallen Sack voll Highlights mit. Messepremiere feiert das Auto auf dem Pariser Autosalon vom 4. bis 19. Oktober 2008.

Länger geworden
Allein die äußere Erscheinung des neuen Topmodells zieht Blicke auf sich: Mit 5,10 Meter ist der Wagen zehn Zentimeter länger als bisher, dabei nimmt die Höhe um einen Zentimeter ab. Heraus kommt ein elegant-fahrdynamisch wirkender Wagen. Der Grundkörper macht den Eindruck, als wäre er sorgsam aus einem Block geschliffen worden, während die Säulen und Fensterrahmen einen auf schlank machen. Die coupéhaft abfallende Dachlinie mündet in den hinteren Seitentüren – natürlich – im Hofmeister-Knick genannten Gegenschwung. Stilelement an der Seite: Eine quer liegende Kieme mit integriertem Blinklicht beim Übergang zwischen Kotflügel und vorderer Tür. Der heftig umstrittene Plateau-Kofferraumdeckel ist passé – die Klappe passt jetzt perfekt in den Gesamtauftritt des Wagens.

Leicht gemacht
Aber nicht nur optisch rückt der neue 7er ein wenig an die Straße, auch sein Schwerpunkt wandert ein Stück nach unten. Mit dafür verantwortlich: das Aluminium-Dach. Außerdem bestehen dem Leichtbau zuliebe die Motorhaube, die Türen und die Seitenwände aus dem leichten Metall. Der Einsatz von hochfesten Stählen führt zu einer um 20 Prozent erhöhten Torsionssteifigkeit. Der auch in einer um 14 Zentimeter gestreckten Lang-Variante zu habende 7er wird jetzt durch weit außen platzierte Nebelscheinwerfer in die Breite gedrückt. Beim restlichen Licht kommt viel LED-Technik zum Einsatz – aber nicht unbedingt so, wie wir das erwarten: Die Heckleuchten erstaunen durch stabförmige Plexiglas-Lichtleiter, die von der Seite mit LED-Licht bestrahlt werden.

Wieder Europa
Wir setzen uns in den Wagen und sind umgeben von dem erwarteten Luxus in perfekter Verarbeitung. Was fällt nun auf? Als Erstes der Schalthebel. Die in amerikanischen Fahrzeugen weit verbreitete Schaltstange am Lenkrad ist beim 7er wieder verschwunden, ein Hebel in der Mittelkonsole lässt heimatliche Gefühle aufkommen. Rechts neben dem Hebel sitzt stylisch schick der Controller des grundlegend überarbeiteten iDrive. Am oberen Ende der Mittelkonsole: der 10,2-Zoll-Navi-Bildschirm. Die schiere Größe der Anzeige beeindruckt. Erstmals warten acht frei programmierbare Tasten auf die Zuweisung einer Funktion, optional gibt es ,ConnectedDrive", einen permanenten Zugang zum Internet, angezeigt über den besagten Bildschirm. Und wer den Internetzugang ordert, kann mit diesem Standheizung und Standlüftung über das Telefon aktivieren. Und noch eine Anzeige erfreut: Wie bereits im 6er gibt es jetzt auch im 7er ein Head-up-Display, welches die wichtigsten Fahrdaten auf die Frontscheibe projiziert.

Mehr Sicherheit
Zu einem Pre-Crash-System, wie es Lexus und Mercedes bieten, konnte sich BMW noch nicht durchringen. Aber ein Spurverlassenswarner und ein Tot-Winkel-Assistent (Spurwechselwarnung) machen das 7er-Fahren jetzt noch sicherer. Der Spurverlassenswarner guckt sich mithilfe einer Kamera im Bereich des Innenspiegels die Fahrbahnmarkierungen an und schickt Vibrationen ins Lenkrad, falls der Wagen ohne zu blinken die Spur wechselt. Beim Tot-Winkel-Assistenten überwachen Radar-Sensoren die Umgebung des BMW. Falls sich beim Überholvorgang ein Fahrzeug im toten Winkel befinden sollte, vibriert wiederum das Lenkrad, zusätzlich leuchtet ein kleines rotes Warndreieck im Fuß des Außenspiegels. Für Komfort und Sicherheit sorgt ein Stop-&-go-Tempomat, der radargesteuert das Fahrzeug bis zum Stillstand abbremsen kann. Und des Nachts hilft der Nachtsicht-Assistent mit einer Wärmebildkamera, Personen im Dunkeln zu erkennen.

Keramik und Speed-Limit-Anzeige
7er-Fahrer haben jetzt die Chance, dem Staat wenigstens nicht aus Versehen was zu schenken: Die neue Speed-Limit-Anzeige informiert den Fahrer immer über die gerade erlaubte Höchstgeschwindigkeit. Ein System erkennt die entsprechenden Verkehrsschilder und leitet diese Informationen an die Instrumente weiter. Ausschließlich dem Komfort dienen die jetzt auch im Fond verfügbaren Massage-Sitze. Und als Materialien kommen im 7er Holz, Leder und Keramik zum Einsatz. Keramik? Richtig, auf Wunsch werden der iDrive-Controller und weitere Bedienelemente in Keramik ausgeführt. Auch das jetzt mit Höhenkarte ausgerüstete Navi überzeugt mit einer Innovation: Stehen mehrere Orte zur Auswahl, wird die Bestimmung des entsprechenden Ziels über eine Kartenvorschau erleichtert.

Fahrwerksregelung und Wankstabilisierung
Neuer 7er, neues Fahrwerk: Der Oberklasse-Wagen ist der erste Serien-BMW mit Doppelquerlenker-Vorderachse. Die Langversion bekommt hinten eine Luftfederung, welche unabhängig vom Beladungszustand immer die gleiche Höhe hält. Optional beim Allradantrieb mit dabei: eine Integral-Aktivlenkung, was nichts anderes als eine Allradlenkung ist. An den Hinterrädern ist ein Lenkwinkel bis zu drei Grad möglich, was zum einen den Wendekreis des Wagens je nach Geschwindigkeit um bis zu 70 Zentimeter verkleinert, zum anderen einen besonders für die Passagiere im Fond spürbaren ruhigeren Spurwechsel ermöglichen soll. Serienmäßig mit von der Partie: Dynamic Damping Control und Fahrdynamic Control. Bei den Einstellungen ,Comfort", ,Normal" und ,Sport" werden die Kennlinien von Gasannahme und Lenkunterstützung sowie die Getriebeschaltdynamik und die Stoßdämpfer-Härte angepasst. Dabei sind erstmals in einem Serienwagen die Zug- und Druckstufe des Dämpfungssystems unabhängig voneinander regelbar. Für beste Kurvenfahrt gibt es optional die Wankstabilisierung ,Dynamic Drive".

Zum Anfang drei
Zum Marktstart im Herbst 2008 kann der neue 7er in drei Motorisierungen vorfahren: als 750i mit überarbeitetem 4,4-Liter-Vollaluminium-V8-Benziner, als 740i mit 3,0-Liter-Benzin-Reihen-Sechszylinder, und als 730d mit einem vollkommen neu entwickelten 3,0-Liter-Sechszylinder-Diesel. Beim V8-Twin-Turbo werden die beiden Turbolader sowie die Katalysatoren im V-Raum zwischen den Zylinderbänken untergebracht, was zu einer besonders kompakten Triebwerks-Bauform führt. Das Aggregat leistet 407 PS und bringt es auf ein Drehmoment von 600 Newtonmeter. Damit geht es in 5,2 Sekunden von null auf 100 km/h, bei 250 km/h wird der Vortrieb elektronisch unterbrochen. Das High-Precision-Injection-Triebwerk (HPI) sorgt für einen Verbrauch von 11,4 Liter auf 100 Kilometer – BMW spricht vom effizientesten Serien-V8 am Markt. Insgesamt kommt der V8 gegenüber seinem Vorgänger auf einen Leistungszuwachs von 41 PS bei einem um drei Prozent gesenkten Verbrauch.

7,2 Liter mit dem Diesel
Der Sechszylinder-Benziner wird ebenfalls als Twin-Turbo ausgeführt und leistet 326 PS. 450 Newtonmeter Drehmoment machen sich an die Kurbelwelle, die Tempo-Hundert-Marke ist nach 5,9 Sekunden erreicht. Schluss mit Vortrieb ist wiederum wegen elektronischer Begrenzung bei 250 km/h, wobei durchschnittlich 9,9 Liter Super Richtung Motor fließen. Der vollkommen neu entwickelte Reihen-Sechzylinder-Diesel ist der Vorbote der neuen BMW-Diesel-Generation. Bei einer Leistung von 245 PS und einem Drehmoment von 540 Newtonmeter werden gerade mal 7,2 Liter Diesel pro hundert Kilometer Fahrstrecke verbrannt. In 7,2 Sekunden geht's in den dreistelligen Geschwindigkeitsbereich, bei 245 km/h ist Schluss mit Vortrieb. Alle Aggregate erfüllen bereits die Euro-5-Abgasnorm.

Shift by Wire
Als Schaltung kommt die Sechsgang-Automatik des Vorgängermodells zum Einsatz, allerdings wurde sie kräftig optimiert. Über den neuen Wahlhebel wird das Getriebe elektrisch angesteuert.

Preise
Die Preise für den neuen 7er gehen bei 69.500 Euro für den 730d los. Der 740i schlägt mit 75.500 Euro zu Buche, für den 750i werden 90.000 Euro aufgerufen. Die Langversion 740Li ist für 82.500 Euro zu haben, am teuersten kommt der 750Li mit 94.000 Euro.

Zeug zum Klassiker