Zu den Neuheiten gehören ein niedrigerer Verbrauch und ein optionaler Startknopf

Der neue Fiesta ist auf dem Weg. Seit 1976 wird der Kleinwagen nun schon gebaut. Er misst in der neuen, siebten Version 3,95 Meter und ist damit etwa drei Zentimeter länger als die alte. Außerdem wurde der Fiesta um 40 Kilo leichter, was unter anderem durch den Verzicht auf ein Reserverad gelang. Dies trägt ebenso zum Spritsparen bei wie die um fast vier Zentimeter geringere Höhe. Äußerlich ähnelt das Auto stark der Studie Verve, die auf der IAA 2007 zu sehen war. Die endgültige Version wurde auf dem Genfer Autosalon 2008 vorgestellt. Im Oktober 2008 rollt der Fiesta als Drei- und Fünftürer zu den Händlern.

Sechs Motoren
Sechs Motoren stehen ab dem Start zur Verfügung, darunter nur ein einziger Diesel, ein 1,6-Liter-Aggregat mit 90 PS, das 4,2 Liter auf 100 Kilometer verbraucht. Sparsamer ist die Econetic-Variante mit aerodynamischen Verbesserungen sowie rollwiderstandsarmen Reifen und einer längeren Getriebeübersetzung. Sie soll mit 3,7 Liter auskommen – ein Zehntelliter weniger als der VW Polo BlueMotion mit seinen 80 PS braucht. Bisher gab es einen 1.4 TDCi und einen 1.6 TDCi, die 68 und 90 PS stark waren. Den Einstieg auf der Ottoseite markiert wie bisher das 1,3-Liter-Aggregat mit 60 PS, das nun nur noch 5,4 statt 5,9 Liter verbraucht. Der nächste in der Reihe ist ebenfalls ein 1,3-Liter-Motor mit 82 PS.

Topmotor mit 120 PS
Auch der 1,4-Liter und der 1,6-Liter werden stärker. Sie leisten nun 96 statt 80 PS beziehungsweise 120 statt 100 PS. Der stärkste Motor besitzt eine variable Nockenwellenverstellung namens Ti-VCT oder Twin Independent Variable Cam Timing. Die Topmotorisierung wird mit der Ausstattung Sport gekoppelt, die ein tiefergelegtes Fahrwerk und ein besonders agiles Einlenkverhalten bietet. Die Sport-Variante soll der kleine Bruder der ST-Version werden, die Gerüchten zufolge schon 2009 folgen soll. Alle Motoren werden mit einer Fünfgang-Schaltung kombiniert. Nur beim 1,4-Liter-Benziner gibt es optional eine Viergang-Automatik. Ungeübten Fahrern greift bei allen Motoren eine "Anti-Stall"-Funktion unter die Arme, die ein versehentliches Abwürgen des Motors verhindern soll.

Elektrische statt hydraulische Lenkung
Erstmals erhält der Fiesta eine elektrische Servolenkung namens EPAS (Electric Power Assist Steering). Sie ersetzt das aus dem Vorgänger bekannte hydraulische System, das besonders bei niedrigen Geschwindigkeiten größere Lenkkräfte erforderte und mehr Energie verbrauchte. Bei der Abstimmung bauten die Ingenieure auf der Erfahrung mit der elektrohydraulischen Lenkung EHPAS im Focus und C-Max auf. Das Fahrwerk baut wie bisher auf eine McPherson-Einzelradaufhängung vorne und eine Verbundlenkerachse hinten. Dabei wurde die Rollsteifigkeit der Hinterachse im Vergleich zum Vorgängermodell erhöht und der vordere Stabilisator dicker gemacht.

Farbenfroher Innenraum
Die Sitzposition ist drei Zentimeter niedriger als beim Vorgänger. Erstmals gibt es einen höhenverstellbaren Fahrersitz. Auch das Lenkrad lässt sich in Höhe, Tiefe und Neigungswinkel verstellen. Neu für den Fiesta ist auch ein Multifunktionslenkrad. Daneben fällt der Motor-Startknopf auf, der als Option angeboten wird. Er wird zusammen mit einer schlüssellosen Zugangsfunktion offeriert. Der Innenraum ist betont mehrfarbig gehalten. So weisen die Sitze ein farblich abgesetztes Y-Muster auf. Die Instrumente sind in Weiß auf Schwarz gestaltet. Bei der Audioanlage wurden die einzelnen Elemente getrennt und so platziert, wie es am sinnvollsten ist: das eigentliche Kernstück gut versteckt, wo es für Diebe nicht so leicht zu finden ist, die Bedieneinheiten in Griffweite und die Anzeige im Sichtfeld des Fahrers. Das 3,5 Zoll große Display in der Mitte des Armaturenbretts ist eine Besonderheit, die es bisher im Fiesta nicht gab. Der Kofferraum legt mit 295 Liter gegenüber dem Vorgänger um elf Liter zu. Sind die Rücksitze umgeklappt, passen 979 Liter in den Wagen, ebenfalls etwas mehr als bisher. Dabei lassen sich nur die Lehnen, nicht aber die Sitzflächen klappen.

Erstmals mit Knieairbag
In puncto Sicherheit bietet der Fiesta erstmals auch einen Knieairbag auf der Fahrerseite. Er gehört in Deutschland ebenso für alle Versionen zur Serienausstattung wie Frontairbags und Seitenairbags vorne. Kopfairbags für vorne und hinten gibt es optional. Neu ist das EasyFuel-System, das im Mondeo eingeführt wurde und eine Fehlbetankung mit der falschen Kraftstoffsorte verhindern soll. Dabei passt nur die richtige Zapfpistole in den speziell gestalteten Einfüllstutzen. Der Verzicht auf einen herkömmlichen Tankdeckel soll außerdem vor spritgetränkten Fingern schützen. Eine weitere Neuheit für den Fiesta ist ein Tempomat. Auch Licht- und Scheibenwischerautomatik sind erhältlich.

75 Prozent sollen ,Trend" kaufen
Die Ausstattungen heißen Ambiente, Trend, Sport, Ghia und Titanium. Schon bei Ambiente sind ESP, Knieairbag, die einstellbare Lenksäule und elektrisch einstellbare Außenspiegel Serie. Ford erwartet, dass die meisten Käufer, nämlich 75 Prozent, die neue Trend-Version kaufen. Hier kommen elektrische Fensterheber vorn und Zentralverriegelung mit Fernbedienung zur Ausstattung hinzu. Darüber rangieren der Sport sowie die beiden Premiumversionen Ghia und Titanium. Die Preise beginnen bei 11.250 Euro.

Fiesta wird sparsamer