Limousine und Touring werden an Front und Heck dezent überarbeitet

8.687 Einheiten hat BMW allein in Deutschland im Mai 2008 von allen Varianten der 3er-Reihe verkauft. Das Ergebnis ist Platz 3 in der deutschen Zulassungsstatistik. Gleichauf mit dem 3er liegt die Mercedes C-Klasse, knapp dahinter der Audi A4. Obwohl also von den nackten Zahlen her Anlass kein Grund zur Sorge für BMW besteht, sind es gerade die beiden noch jungen Konkurrenzmodelle, die das Unternehmen zum Handeln zwingen. Das Resultat ist ein Facelift für den 3er als Limousine und Touring. Erstmals zu sehen ist das modifizierte Modell auf dem Pariser Autosalon vom 4. bis 19. Oktober 2008.

Retuschen an der Frontpartie
Ob des Erfolges der seit 2005 gebauten Fahrzeuge hat man sich bei den Retuschen auf dezente Maßnahmen beschränkt. Sie sollen den 3er näher an BMW-Modelle wie den neuen 7er heranrücken. Die Motorhaube weist jetzt eine ausgeprägte Form mit zwei Längssicken auf. Eine Frontschürze streckt den Facelift-3er in der Breite. Unterstützt wird dieser Effekt durch eine tiefer liegende Niere. Die bisherigen Chromleisten am obigen Ende entfallen zugunsten einer umlaufenden Chromeinfassung. Gleichzeitig haben die Designer die Aufwärtsschwünge, die sich von den Lufteinlässen bis in die Seiten ziehen, stärker konturiert. Die Optik der Scheinwerfer wird durch mehr Chrom und die so genannten Coronaröhren unterstrichen. Letztere können bei einer Ausstattung mit Bi-Xenon-Scheinwerfern als Tagfahrlicht genutzt werden. In diesem Fall kommen außerdem LED-Blinkleuchten zum Einsatz.

Neue Heckleuchten in L-Form
Ein weiteres äußeres Erkennungsmerkmal des Facelift-Modells sind die völlig neuen Außenspiegel. Am besten lassen sich die Veränderungen an der Heckpartie festmachen. Hier wurden der hintere Stoßfänger und die Rückleuchten neu gestaltet. Gleiches gilt für den Kofferraumdeckel der Limousine. Die zweigeteilten Heckleuchten weisen jetzt eine an den neuen 7er angelehnte L-Form auf und sind in LED-Technik ausgeführt. Unter der modifizierten Karosserie kommt eine Spurverbreiterung von bis zu 24 Millimeter zum Tragen.

Verfeinerter Innenraum
Aufgewertet hat BMW den Innenraum des 3ers. Neben neuen Farbtönen und hochwertigen Materialien gibt es mattierte Chromeinlagen am Start-/Stopp-Knopf, den Drehreglern für die Klimaanlage und am Lichtschalter. Verbessert und bedienungstechnisch optimiert wurde das optional erhältliche iDrive-Bedienkonzept. Der Controller wurde ergonomisch optimiert und durch mehrere Funktionstasten ergänzt. Über vier Direktwahltasten kann der Fahrer spontan auf die Funktionen CD, Radio, Telefon und Navigation zurückgreifen. Neu ist auch ein 8,8 Zoll großer Bildschirm. Das Navigationssystem Professional besitzt nun einen Festplattenspeicher mit einer Kapazität von 80 Gigabyte, die unter anderem für Musikdateien genutzt werden kann.

Uneingeschränkt ins Netz
Als weltweit erster Automobilhersteller ermöglicht BMW mit dem so genannten ,ConnectedDrive"-System die uneingeschränkte Nutzung des Internets im stehenden Fahrzeug. Der Zugang ins Datennetz ist als Sonderausstattung zu Flatrate-Konditionen erhältlich. Die Datenübertragung basiert auf der EDGE-Technik (Enhanced Data Rates for GSM Evolution), die im Gegensatz zu UMTS flächendeckend verfügbar und drei- bis viermal so schnell ist wie beim Mobilfunkstandard GPRS.

Neuer Sechszylinder-Diesel
Einziges neues Aggregat in der Motorenpalette ist der neue Dreiliter-Diesel im 330d. Im Gegensatz zu seinem gleichnamigen Vorgänger leistet der Selbstzünder statt 231 nunmehr 245 PS. Zum Einsatz kommt ein neues Common-Rail-Einspritzsystem mit Drücken von maximal 1.800 bar. Das maximale Drehmoment gibt BMW mit 520 Newtonmeter an, die Beschleunigung auf 100 km/h geschieht in 6,1 Sekunden. Die Spitze wird elektronisch bei 250 km/h abgeriegelt. Dennoch soll der Power-Diesel nur 5,7 Liter im Durchschnitt verbrauchen, den C02-Wert beziffert der Hersteller mit 152 Gramm pro Kilometer. Optional ist für den neuen 330d ist die so genannte ,BluePerformance"-Technologie erhältlich. Hierbei sorgt ein NOx-Speicherkatalysator für eine Reduzierung der Stickoxide im Abgas und die Erfüllung der künftigen Euro-6-Norm.

Allrad für den 320d
Nur in Details modifiziert wurde die restliche Motorenpalette des 3ers. Die Bandbreite reicht nach wie vor von 143 PS im 318d und 318i bis zu 306 PS im 335i. Alle Motoren besitzen serienmäßig die EfficientDynamics-Sparmaßnahmen, die Benziner arbeiten komplett mit Direkteinspritzung. Neu im Modellprogramm ist der 320xd, der die Allradpalette nach unten hin abrundet. Optional ist für alle Modelle eine Aktivlenkung erhältlich. Bestellbar sind die facegelifteten Limousinen- und Kombimodelle ab Ende Juli 2008, die Markteinführung ist am 27. September 2008.

DKG für Coupé und Cabrio
Nicht vom Facelift betroffen sind Coupé und Cabrio. Allerdings ist nun der 335i mit dem neuen Siebengang-Doppelkupplungsgetriebe in diesen beiden Varianten erhältlich.

Facelift für den 3er-BMW