Mercedes setzt der Rennfahrlegende Stirling Moss ein weiteres Denkmal

Es gibt nur wenige Autos auf diesem Planeten, in denen man in Erwägung ziehen sollte, während der Fahrt einen Helm zu tragen. Der scheibenlose Mercedes SLR Stirling Moss steht auf jeden Fall ganz oben auf der Liste. Den bei einer angegebenen Höchstgeschwindigkeit von 350 km/h dürfte sonst die Frisur der Beifahrerin gehörig in Unordnung geraten. Wenn sie den todesmutigen Fahrer nicht schon zuvor um Gnade und einen Tritt aufs Gaspedal anfleht.

Ewiger Rekordhalter
Der SLR Stirling Moss ist eine Hommage an einen der besten Rennfahrer des 20. Jahrhunderts. Die Schwaben setzten der britische Rennfahrerlegende ein weiteres Denkmal. Ihren Tribut zollten sie bereits mit den SLR-Modellen Coupé 722 Edition und der Cabrio-Variante Roadster 722 S. Die Zahl 722 ist die Startnummer von Stirling Moss bei der Mille Miglia 1955 und gleichzeitig auch die Startzeit 7 Uhr 22. Bis heute hält der 1999 von Queen Elizabeth II. zum Ritter geschlagene Brite die Bestzeit für das Rennen Brescia-Rom-Brescia. Für die knapp 1.600 Kilometer lange Strecke benötigte er in seinem 300 SLR zehn Stunden, sieben Minuten und 48 Sekunden, das entspricht einer Durchschnittsgeschwindigkeit von 158 km/h, wohlgemerkt im öffentlichen Straßenverkehr.

Windschutzscheibe? Wozu?
Die erste Frage, die man sich beim Anblick des SLR Stirling Moss stellt ist ,Wo ist denn bitte schön die Windschutzscheibe hin?" Klare Antwort: Die war nie da. Auch auf Seitenscheiben und ein Dach muss der Extrem-Renner verzichten. Lediglich zwei kleine Windabweiser regulieren den Luftstrom, der die Insassen auch schon in der Stadt umtost. Wie die normalen Modelle ist im Stirling Moss nur verbaut, was gut und teuer ist: Kohlefaserchassis, ein 650 PS starker V8-Kompressormotor und eine Keramikbremsanlage, hinzu kommen Flügeltüren.

In 3,5 Sekunden auf Tempo 100
Dass man sich bei 650 PS um die Fahrwerte keine Sorgen zu machen braucht, versteht sich von selbst. In unter 3,5 Sekunden soll die 100-km/h-Schallmauer durchbrochen werden, die 300 steht angeblich nach 26 Sekunden auf dem Tacho. Grund dafür ist auch das im Vergleich zum Roadster um 200 Kilogramm auf etwa 1.600 Kilo gesunkene Gesamtgewicht. Damit der Stirling Moss bei Highspeed nicht abhebt, ist der komplette Unterboden verkleidet, ein Heckdiffusor erhöht den Anpressdruck.

Höchst seltenes Fahrzeug
Jedes der 75 Exemplare trägt eine Plakette mit Autogramm des Briten. Zudem sind beinahe alle Exemplare bereits vorbestellt. Eine genaue Auskunft hierzu wollte Mercedes nicht geben. Laut Insiderinformationen soll die Produktion im Juni 2009 anlaufen.

Neuer Spitzenreiter
Ach ja, da war noch was. Der Preis. Bereits der erste SLR brach alle Rekorde: 452.200 Euro kostet die Coupévariante. Das auf 150 Stück limitierte Coupé 722 Edition schlägt mit 476.000 Euro zu Buche. Der Preis für die normale Oben-ohne-Version beläuft sich auf 493.850 Euro und der Roadster 722 S sichert sich mit einem Preis von 517.650 Euro den Titel ,Teuerster Mercedes aller Zeiten". Bislang, denn für den SLR Stirling Moss verlangen die Stuttgarter satte 750.000 Euro. Ohne Helm.

Orkan-SLR