Künstler Robin Rhode und Regisseur Jake Scott inszenieren Werbespot

Man stelle sich vor: eine Leinwand beinahe so groß wie ein Fußballfeld. Darauf wilde Formen in leuchtenden Farben wie Rot, Gelb oder Blau. Dann erkennt man allmählich in den Kreisen und großen Farbtupfern dieses gewaltigen Bildes, dass ein markantes Reifenprofil diese Spuren auf der weißen Fläche gezogen haben muss. Eine doppelte Premiere, denn der ausführende Künstler ist in diesem Fall ein Auto – der neue BMW Z4 Roadster.

Sportwagen als Pinsel
,Ein Sportwagen, quasi als Pinsel eingesetzt, gibt mir die Möglichkeit, die Beziehung zwischen Emotion, Technologie und Industriedesign auszuloten", sagt Robin Rhode, der die Aktion ,An Expression of Joy" genannt hat. Die kräftig-bunten Formen, welche die Reifenspuren auf der Leinwand hinterlassen haben, wirken wie spontan entstanden. Doch jede Bewegung dieser Aktion war vorher genau bis ins kleinste Detail geplant. Das Kunstwerk, das da in den riesigen Downey Studios in Los Angeles entstand, hatte noch eine andere ebenso komplexe Komponente. Für die Markteinführung des neuen Z4 Roadster drehte der junge Regisseur Jake Scott die Performance parallel mit. Sie bildet die Grundlage des TV-Spots, mit dem BMW den Sportwagen ab Mitte 2009 bewerben wird.

Bilderserie als Inspiration
Doch wie kam es zu dieser außergewöhnlichen Idee? ,Eine Inspirationsquelle war für mich die Bilderserie ,Rot, Gelb, Blau', die Gerhard Richter 1973 für die BMW Zentrale in München geschaffen hat", erzählt Rhode.

Zu Beginn gab es Skizzen
Am Anfang standen Skizzen, die der junge Künstler mit schwarzer Fingerfarbe aufs Papier warf. Dann schuf er ein Storyboard, das die genauen Fahrmanöver und die jeweils eingesetzte Farbe zeigte. Eine Kopie davon hatte der Fahrer im Cockpit des Z4. Da man, außer vom Kran aus, die einzelnen Entstehungsphasen des Bildes nicht unmittelbar kontrollieren konnte, gab es noch eine Miniatur der Leinwand komplett mit Modellautos, um einzelne Fahrten simulieren zu können.

Fahrer muss auf die Vorgaben achten
Auch an die präzisen Fahrkünste des Piloten, der schon bei den Dreharbeiten zu ,Italian Job" am Steuer eines Mini sein Können unter Beweis gestellt hatte, wurden höchste Ansprüche gestellt. Manchmal, wenn Rhode noch nicht mit der Intensität des Farbauftrags zufrieden war, hieß es, exakt in der Spur mehrmals vorwärts und rückwärts zu fahren. Für den Farbauftrag wurden ferngesteuerte Düsen an den Achsen des Roadsters angebracht. Um einem ungewollten Mischeffekt durch Farbrückstände vorzubeugen, wurde jeweils immer wieder ein neuer Satz Reifen herangerollt.

Farbsprenkel am Radgehäuse
Von Zeit zu Zeit betrat Rhode auch selbst die Leinwand, um einzelne Farben noch einmal selbst aus Kanistern auszugießen. Ein weiterer optisch reizvoller und völlig zufälliger Effekt am motorisierten Pinsel waren die unvermeidlichen Farbsprenkel am Radgehäuse des Z4 – auch sie sind dynamische Spuren der Bildkomposition. Die gewaltige Leinwand selbst besteht aus einzelnen Flächen, die zu einem Ganzen zusammengefügt worden waren. So konnte der Entstehungsprozess auch nach Planquadraten eingeteilt werden. Dieser Umstand ist auch für den späteren Transport wichtig: Teile des spektakulären Riesenbilds gehen 2009 auf Tournee und werden schon Anfang Januar bei der Motor Show in Detroit gezeigt.

Aktion dauerte zwölf Stunden
Gut zwölf Stunden hat diese auch für Robin Rhode und die Mitarbeiter außergewöhnliche Aktion gedauert. In dieser Zeit mussten aber ebenfalls Regisseur Jake Scott und sein Team die Farbfahrten des neuen Z4 aufzeichnen. Die Herausforderung dabei war sicherlich die Tatsache, dass die einzelnen Passagen des zukünftigen TV-Clips sofort im Kasten sein mussten. Mehrfache Wiederholungen waren bei diesen Filmaufnahmen einfach nicht möglich. Die Bewegungen des Z4 wurden allein mit 45 simultan aufzeichnenden Kamerawinkeln eingefangen.

Dennis Hopper als Reporter
Ganz dicht dran in der ansonsten hermetisch abgeriegelten Halle war auch ,Easy Rider" Dennis Hopper. Der Filmstar war mit seiner Kamera im Auftrag eines amerikanischen Magazins dabei, um hautnah ,An Expression of Joy" in der Entstehungsphase zu erleben. Als legendärer ,Easy Rider" versteht er nicht nur etwas von der Faszination von Motoren, er zählt auch zu den ernsthaften Kunstsammlern Hollywoods.

Z4: Pinsel-Roadster