Höchstens der Mildhybrid ergibt nach Meinung der Japaner Sinn

Wenn es um die Reduzierung von Verbrauch und CO2-Emissionen geht, stehen sich aktuell zwei Konzepte gegenüber. In Europa setzen die meisten Hersteller schwerpunktmäßig auf den Diesel. In den USA dagegen liegt eindeutig die Hybridtechnik vorne. Auch wenn sich derzeit Diesel und Hybrid spinnefeind sind – sie schließen sich nicht aus. Die Kombination der beiden Kontrahenten zum Dieselhybrid sieht zumindest auf den ersten Blick verlockend aus. Denn der ohnehin sparsame Dieselantrieb kombiniert mit einem Vollhybridsystem könnte hervorragende Verbrauchs- und Emissionswerte erreichen. Dennoch lehnt Toyota, in Deutschland bisher neben Lexus und Honda der einzige Hybridanbieter, den Dieselhybrid ab.

Dieselhybrid zu aufwendig?
Der Technik-Sprecher Tim Fronzek dazu: ,Die technischen Anforderungen, einen Diesel mit einem Vollhybridsystem wie im Prius zu kombinieren, sind äußerst komplex. In Zukunft werden die verschärften Abgasvorschriften für den Diesel den technischen Aufwand bei der Abgasnachbehandlung noch weiter erhöhen. Ein zusätzliches Problem stellt unter anderem auch die Start-Stopp-Automatik dar, die sich beim Diesel nur schwer ohne Einbußen beim Komfort realisieren lässt." Vor allem der hohe Stickoxid-Ausstoß könnte den Diesel in den kommenden Jahren erheblich verteuern.

Keine Dieselhybride geplant
Toyotas Entwicklungschef Masatami Takimoto plant aus all diesen Gründen keine Diesel-Vollhybridmodelle: ,Toyota wird für alle Fahrzeugsegmente vom Jahr 2020 an einen Hybridantrieb einführen. Für Toyota hat dabei der Vollhybrid wie im Prius das beste Kosten-Nutzen-Verhältnis. Aufgrund der Probleme bei der weltweiten Verfügbarkeit von Diesel als Kraftstoff ist es für den Kunden in den kommenden zehn Jahren vorteilhafter, sich für einen Hybridantrieb mit Benzinmotor zu entscheiden als für einen Diesel-Pkw."

Kosten sprechen gegen den Dieselhybrid
Zudem, so Toyotas Vorstandsvorsitzender Katsuaki Watanabe, besteht für einen Diesel-Vollhybrid ein Problem bei den Kosten. Schon heute sind die Herstellungskosten für einen Dieselmotor deutlich höher als für ein Benzinaggregat. Kombiniert mit einem Hybridantrieb wäre die Wettbewerbsfähigkeit eines solchen Antriebsstrangs im Hinblick auf die Kosten stark eingeschränkt, so Toyota. Nicht zuletzt deshalb besitzen die von anderen Herstellern geplanten Dieselhybridmodelle ausnahmslos ein Mildhybridkonzept, das heißt, die Hauptlast des Vortriebs liegt beim Verbrennungsmotor, während der Elektroantrieb nur unterstützend eingreift. Jüngst hat Peugeot die Dieselhybrid-Studie Prologue präsentiert. Auch Land Rover stellte einen Freelander mit Dieselhybrid-System vor.

Bildergalerie: Zu aufwendig und zu teuer