Sportwagenhersteller gewinnt den Routemaster-Design-Wettbewerb

Fast 50 Jahre gehörten die so genannten Routemaster, die roten Doppeldeckerbusse mit Aufspringplattform, zum festen Inventar der britischen Hauptstadt London. 2005 wurde ihr Betrieb allerdings komplett eingestellt – mit der Begründung, sie seien zu wenig behindertengerecht und zu gefährlich. Seit dem Frühjahr 2008 hat London einen neuen Bürgermeister und mit ihm soll die Tradition der roten Doppeldecker wieder aufleben. Boris Johnson rief Mitte des Jahres zu einem Design-Wettbewerb für einen neuen Routemaster auf.

Prüfung auf Alltagstauglichkeit
Zwei Entwürfe wurden prämiert: Zum einen das Konzept des Bus- und Lkw-Unternehmens Capoco sowie die Doppeldecker-Vision der Kooperation zwischen Aston Martin und Foster and Partners, einem berühmten Architekturbüro. Beide Konzeptionen werden nun von Bus-Herstellern auf Alltagstauglichkeit hin geprüft und in einem weiteren kompetitiven Prozess wird ein endgültiges Design entwickelt.

Kommunikation über Funk
Der Routemaster-Entwurf von Aston Martin und Foster and Partners zeichnet sich durch einen umweltfreundlichen Antrieb, ein modernes Design und einen gut zugänglichen, komfortablen Innenraum aus. Der Fahrer kann dank der panoramaartigen Konstruktion der Fahrerkabine das komplette erste Abteil überblicken und über Bildschirme das Geschehen im oberen Geschoss beobachten. Außerdem hat er die Möglichkeit, mit dem Busbegleiter via Funk zu kommunizieren.

Wohnzimmer-Atmosphäre
Bei ihrer Bus-Version legten Aston Martin und Foster and Partners besonderen Wert auf die Bedürfnisse der Passagiere. Die komplette Gestaltung, die Beleuchtung und die Holzfußböden wurden so konzipiert, dass sie Wärme ausstrahlen und das Gemeinschaftsgefühl fördern. Vor allem die Polsterung der Sitze soll den Insassen eine Wohnzimmer-Atmosphäre vermitteln. Die Fahrgäste im Obergeschoss können die Londoner Straßen über ein Glasdach betrachten. Außerdem sind dort Solarzellen montiert, mit denen Energie erzeugt wird, um unter anderem das Licht im Innenraum zu produzieren und die Temperatur zu regeln. Das Design greift auch das beliebte offene Heck mit Aufspringplattform der originalen Routemaster wieder auf. Zusätzlich erhält der Bus aber noch eine Seitentüre, um den Zugang für Familien mit kleinen Kindern zu erleichtern.

Umweltfreundlicher Antrieb
Das Fahrzeug wird elektrisch von Radnabenmotoren angetrieben. Die Batterien befinden sich im Boden. Laut einem Sprecher des Londoner Verkehrsverbundes sollen die ersten Routemaster ab 2011 ihren Dienst antreten.

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