Wer unbeleuchtet fährt, verstößt gegen die StVO

Es dämmert: Gerd M. hat einen langen Arbeitstag hinter sich und genießt auf der Heimfahrt die ruhige Abendstimmung – aber nicht lange: Er kommt aus einem Waldstück und nähert sich einer Kreuzung. Als Gerd M. sie fast erreicht hat, biegt direkt vor ihm ein anderer Fahrer – trotz Vorfahrt-Achten-Schild – auf die Landstraße ab. Da nutzt Bremsen nichts: Gerd M. kracht voller Wucht mit seinem Auto auf das Heck des abbiegenden Pkw.

Wer hat Schuld?
In Gerd M.`s Augen eine klare Sache: Der andere ist schuld! Er hat ihm schließlich die Vorfahrt genommen. Doch laut der Versicherung HUK-Coburg ist es nicht so einfach. Denn Gerd M. hatte vergessen, in der Dämmerung das Licht einzuschalten. Während er selber vermeintlich noch gut sah, konnte der Fahrer des anderen Pkw seine dunkelgraue Limousine erst viel zu spät erkennen.

Verstoß gegen die StVO
Damit hat Gerd M. eindeutig gegen die Straßenverkehrsordnung verstoßen, so die HUK. Sie verpflichtet jeden Verkehrsteilnehmer, so früh das Licht einzuschalten, dass ihn andere problemlos sehen können. Fazit: Gerd M. trifft eine Mitschuld. Deshalb begleicht die gegnerische Versicherung auch nur einen Teil seiner Reparaturkosten, sagt die Versicherung. Doch nicht allein beim Blechschaden spielt die Mitschuld eine Rolle. Gerd M. hat sich beim Aufprall ein Bein gebrochen. Dafür steht ihm Schmerzensgeld zu, doch wird auch hier die Mitschuld angerechnet.