Straßenfertige Autos: Ze-O, MyCar, Electric 500, Mega City und mehr

Drei Weltpremieren und zwei Studien präsentiert Nice Cars auf der British International Motor Show (23. Juli bis 3. August 2008) in London. Bereits im Jahr 2006 war das kurz zuvor gegründete Unternehmen auf der Londoner Automesse vertreten – damals mit dem Mega City. Das Elektrofahrzeug war keine Seifenblase, sondern ist bereits seit einiger Zeit auf dem englischen Markt. Nun präsentiert Nice Cars weitere Elektromobile und plant sogar, auf das europäische Festland zu expandieren. Das Besondere an dem Firmenkonzept: Die Autos werden nicht von Nice Cars gebaut, sondern stammen von Partnern in China, Frankreich und Italien. Die Engländer übernehmen jedoch den Vertrieb.

Ze-O: Familienauto mit fünf Türen
Zu den Highlights des Nice-Cars-Messestands gehört eine Weltpremiere namens Ze-O. Der Fünftürer mit fünf Sitzen wird in China gebaut, wobei das Styling aber europäischen Vorlieben folgt. Der Ze-O soll beim Fahren in der Stadt bis zu 100 Kilometer Reichweite sowie eine Höchstgeschwindigkeit von 80 km/h ermöglichen. Das Auto besitzt eine Bleibatterie in AGM-Technik, bei der ein säuregetränktes Glasvlies (Absorbent Glass Mat) den Elektrolyten darstellt. Optional wird eine Lithium-Ionen-Batterie angeboten. Der Ze-O soll im Herbst 2008 für 13.995 Britische Pfund oder umgerechnet 17.700 Euro auf den Markt kommen.

MyCar: Günstiger Zweisitzer
Ebenfalls bereits im Herbst 2008 in den Handel gehen soll das MyCar, der ebenfalls in London Weltpremiere feiert. Der Zweisitzer mit einem Stahlrahmen und einer Fiberglas-Karosserie ist allerdings deutlich günstiger als der Ze-O. Es soll ihn schon für 8.995 Pfund oder 11.400 Euro geben. Die Reichweite des in Hongkong gefertigten Fahrzeugs beschränkt sich dafür aber auf etwa 65 Kilometer, die Maximalgeschwindigkeit liegt bei 65 km/h.

Micro-Vett Electric 500: Der Elektro-Cinquecento
Die Standbesucher drängen sich in London auch um den Electric 500, einen Fiat Cinquecento mit Elektroantrieb. Das viersitzige Fahrzeug stammt von der italienischen Firma Micro-Vett, die seit schon 1987 Elektromobile baut, oft in Kooperation mit italienischen Fahrzeugherstellern wie Piaggio, Iveco oder Fiat. Der Strom-Cinquecento schafft 100 km/h und erreicht eine Reichweite von etwa 100 Kilometer. Hier wird eine Lithium-Polymerbatterie verwendet, die bislang modernste Batterietechnik. Den Preis teilt Nice noch nicht mit.

Mega City als Zwei- oder Viersitzer
Beim Mega City, dem bereits 2006 auf der Londoner Automesse gezeigten Fahrzeug eines französischen Herstellers, gibt es nun die Wahl zwischen einem Zwei- und einem 2+2-Sitzer. Beide besitzen einen Aluminiumrahmen und eine Kunststoffkarosserie. Es wird eine wartungsfreie AGM-Bleibatterie verwendet. Die Höchstgeschwindigkeit liegt bei 65 km/h, die Reichweite in der Stadt 65 Kilometer. Die Preise beginnen bei 11.500 Pfund oder 14.600 Euro.

Super Light Concept
Dass sich Nice Cars nicht nur im Vertrieb sondern auch in der Entwicklung engagiert, zeigt das Unternehmen im Electric Vehicle Village, einer Sonderausstellung der Londoner Messe. Dort sind Forschungsfahrzeuge und Designstudien von Nice Cars zu sehen. Dazu gehört das Super Light Electric Concept. Es besitzt eine leichte Karbonfaserkarosserie, was ein niedriges Gewicht von knapp 400 Kilo ermöglicht. Diese Zahl versteht sich inklusive Batterien, die eine Reichweite von mehr als 160 Kilometer ermöglichen sollen.

Doblò Electric
Ein weiteres Konzeptfahrzeug ist der elektrisch angetriebene Fiat Doblò. Wie der Elektro-Cinquecento stammt er von der italienischen Firma Micro-Vett. Das Auto gewann kürzlich eine Etappe der Monte Carlo Rallye 2008 für Autos mit Alternativantrieb. Auf einer Distanz von 140 Kilometer und auf einer Höhe von bis zu 3.000 Meter fuhr der Doblò vor allen anderen E-Mobilen ins Ziel und erreichte unter den kommerziell erhältlichen Fahrzeugen die größte Reichweite. Die Höchstgeschwindigkeit beträgt 120 km/h, die Reichweite liegt dank Lithium-Ionen-Batterien bei 150 Kilometer.

Expansion geplant
Auch über die gezeigten Autos hinaus soll die Modellpalette weiter wachsen. Kunden im Rest Europas sollen ebenfalls bald Elektroautos bei Nice Cars kaufen können. Das könnte ein Anstoß für die angestammten Hersteller sein, bald auch ein Elektroauto herauszubringen – nach dem Grundsatz: Auch ein kleiner Reißnagel kann einen großen Hintern bewegen. Denn die Marken von Alfa bis VW können anders als Nice Cars noch nicht liefern – das dauert noch bis mindestens 2010.

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