Elektrisch und teilelektrisch: Chrysler mit Umwelt-Studien auf der US-Automesse

Fünf Fahrzeugklassen, zwei Antriebskonzepte, eine Mission: Auf der diesjährigen North American International Auto Show in Detroit (17. bis 25. Januar 2009) präsentiert sich der angeschlagene Autobauer Chrysler zukunftsorientiert. Nicht weniger als fünf Elektro-Prototypen enthüllen die Amerikaner in der US-Autometropole und wollen damit ihre Absicht unterstreichen, so schnell wie möglich bezahlbare E-Mobile für die breite Masse der Kunden verfügbar zu machen.

Nicht völlig elektrisch
Vier der fünf Zukunftsautos setzen auf das ,extended range"-Konzept (erhöhte Reichweite), bei dem ein von Lithium-Ionen-Akkus gespeister Elektromotor die Räder antreibt, zusätzlich aber auch ein kleiner Verbrennungsmotor mit an Bord ist. Das Otto-Aggregat übernimmt dabei die Aufgabe eines Generators. Im rein elektrischen Betrieb sind die Stromspeicher nach rund 65 Kilometer Fahrstrecke erschöpft – der Benzinmotor erhöht die Reichweite auf alltagskompatible 640 Kilometer.

Bekannte Fahrzeuge, neuer Antrieb
Nicht weniger alltagstauglich sind die Fahrzeuge selbst, denn fast alle basieren auf aktuell verfügbaren Serien-Modellen. Ausnahme ist der Chrysler 200C EV, der auf einer verkürzten Version der hauseigenen Heckantriebsplattform aufbaut. Neben dem umweltfreundlichen Antrieb soll die viertürige Limousine besonders durch ihr futuristisches Infotainmentsystem glänzen, das über ein Touchscreen-Panel am Armaturenbrett kontrolliert wird. Etwas bodenständiger geben sich die übrigen drei Modelle: Die Offroad-Spezialisten von Jeep steuern die EV-Versionen des SUV Patriot und des Geländebezwingers Wrangler Unlimited bei. Zu guter Letzt wird auch eine extended-range-Version des Vans Town & Country zu sehen sein, der in Deutschland als Grand Voyager beim Chrysler-Händler steht.

Flotter Brite mit Dodge-Gesicht
Als einziger rein elektrisch betriebener Wagen nimmt der Dodge Circuit eine Sonderstellung im Quintett der Chrysler-Stromer ein. Der orangefarbene Flitzer basiert auf dem britischen Sportwagen Lotus Europa und soll dank 272 Elektro-PS begeisternde Perfomance liefern. Für den US-Standardsprint auf 60 Meilen pro Stunde (96 km/h) geben die Amis eine Zeit von unter fünf Sekunden an. Die Viertelmeile ist in ebenfalls beeindruckenden 13 Sekunden abgehakt und die Höchstgeschwindigkeit soll über 200 km/h betragen.

US-Marktstart im Jahr 2010
Ob der Tesla-Roadster-Konkurrent jemals in Produktion geht, ist noch ebenso wenig klar wie der zu erwartende Verkaufspreis. Auf die grundsätzliche Elektro-Marktpremiere legen sich die Amis allerdings schon heute fest: Chrysler kündigt in Detroit an, dass das erste Modell bereits im Jahr 2010 produziert wird und in den USA in den Verkauf gehen soll – bis 2013 sollen drei weitere E-Mobile folgen. Einen exakten Termin für den europäischen Marktstart gibt es hingegen noch nicht. Derzeit ist lediglich bekannt, dass er später als 2010 erfolgen wird.

Bildergalerie: Elektro-Chrysler in Detroit