Auf der Detroit-Messe sind die E-Mobile kaum zu sehen, doch sie fahren bereits

Während Chrysler auf der Detroit Motor Show (17. bis 25. Januar 2009) etliche Elektroautos ins Rampenlicht stellt, findet sich auf dem Ford-Stand lediglich das Gerippe eines Elektroautos. Doch hat der Konzern hochfliegende Pläne auf diesem Sektor, und die ersten Elektroautos fahren bereits herum – gut getarnt.

Elektro-Focus schon ab 2011?
Schon seit mehr als sechs Monaten sind die Elektroautos von Ford auf den Straßen unterwegs. Sie fallen nicht weiter auf, da sie genauso aussehen wie die in die in den USA angebotene Stufenheckversion des Focus. Im Jahr 2011 sollen das elektrisch betriebene Kompaktfahrzeug, das gemeinsam mit dem Zulieferer Magna entwickelt wird, marktreif sein. Dann soll das Auto eine Reichweite von bis zu 160 Kilometer besitzen. Die Testversion erreicht bereits etwa 130 Kilometer.

23 Kilowattstunden
Als Energiespeicher dienen sieben Module à 14 Lithium-Ionen-Zellen, die zusammen 23 Kilowattstunden Energie hergeben. Die Batterien befinden sich im Kofferraum und unter den Sitzen. Mit dem US-üblichen 110-Volt-Anschluss können die Batterien binnen zwölf Stunden wieder aufgeladen werden, bei 220 Volt dauert es nur sechs Stunden. Im Motorraum befindet sich ein 136 PS (100 Kilowatt) starker Elektromotor, der mit Dreiphasen-Drehstrom und einem Permanentmagneten arbeitet. Ein Steuerungsgerät sowie ein Inverter verbinden den Motor mit dem Bordnetz. Wie Motor und Getriebe sind diese Teile unter der Fronthaube untergebracht.

Plug-in-Hybrid ab 2012
Neben dem kompakten Elektrofahrzeug will Ford im Jahr 2010 ein Elektro-Nutzfahrzeug auf den Markt bringen. Auch für Hybridfahrzeuge hat Ford Pläne, darunter ein Plug-in-Hybrid für das Jahr 2012. Diese Fahrzeuge sollen aber nur das Vorspiel sein – für die Ausrüstung von Fords Volumenmodellen Focus und Fusion mit Elektroantrieb. Bei Letzterem handelt es sich nicht um den bei uns angebotenen Kleinwagen, sondern um eine US-Mittelklasselimousine mit Stufenheck. Um die Elektropläne schnell Wirklichkeit werden zu lassen, setzt Ford auf Partner wie Magna. In Großbritannien kooperiert Ford mit Tanfield, einem englischen Hersteller von Vans und Lastwagen mit Elektroantrieb. Dabei soll eine Elektroversion des Ford Transit und Transit Connect für Europa herauskommen.

Extrem gesunkener Spritpreis
Ansonsten verweist Ford auf neue Hybridfahrzeuge wie den Fusion Hybrid und den Milan Hybrid von der Ford-Marke Mercury sowie die bereits bestellbaren Fahrzeuge Escape Hybrid und Mercury Mariner Hybrid. "Ford geht in die Richtung, in der Amerika und unsere Kunden uns haben wollen, das heißt in eine globale, grüne Hightech-Zukunft," sagte Ford-Chef Bill Ford auf der Messe. Man darf gespannt sein, wie viel von diesen Plänen zu verwirklichen sein wird. Der Spritpreis wird dabei eine wichtige Rolle spielen. In letzter Zeit ist er rapide gesunken – von über vier Dollar pro Gallone auf derzeit rund 1,60 US-Dollar je Gallone (etwa 0,32 Euro-Cent pro Liter).

Bildergalerie: Geheime Elektroautos