Nächste Prius-Generation kommt im Jahr 2009 auf den Markt

Kazuhiko Miyadera ist sich sicher: ,Die Batterietechnik bleibt auch in Zukunft die größte Herausforderung für den Fortschritt der Hybridentwicklung", so der Entwicklungschef von Toyota Motor Europe. In der Tat gleicht die Suche nach der idealen Batterie beinahe der Quadratur des Kreises: Auf der einen Seite ist man bemüht, die Preise für den Endverbraucher möglichst gering zu halten, auf der anderen Seite sollen Reichweite und Leistung erhöht werden.

Mehrgleisige Strategie
Aus diesen Gründen verfolgen die Japaner für ihre zukünftigen Hybridfahrzeuge verschiedene Optionen. Die im Jahr 2009 erscheinende nächste Generation des Prius wird weiterhin mit Nickel-Metallhydrid-Speicher (NiMH) ausgestattet. Moderne Lithium-Ionen-Akkus kommen ab 2010 in der so genannten Plug-In-Variante des Prius zum Einsatz, die an konventionellen Steckdosen aufgeladen werden kann. Künftig sollen beide Batteriesysteme je nach Bedarf in unterschiedlichen Fahrzeugkonzepten berücksichtigt werden. Bis 2020 soll die Hybridtechnologie in allen Fahrzeugen der Angebotspalette erhältlich sein. Momentan arbeiten die Toyota-Ingenieure daran, bei gleicher oder besserer Leistung sowohl Größe als auch Gewicht der Systeme zu verringern, um die Kosten zu senken.

Joint-Venture mit Panasonic
Zur Ausweitung der Produktion von NiMH-Akkus baut das Unternehmen momentan gemeinsam mit dem Joint-Venture-Partner Panasonic EV Energy ein neues Werk, welches ab 2010 die vermehrte Nachfrage abdecken soll. Auch die Produktion von Lithium-Ionen-Speichern ist dort vorgesehen. In Deutschland arbeitet Toyota im Rahmen der Entwicklung von Hochleistungselektromotoren und Kondensatoren mit der Oswald Elektromotoren GmbH aus dem nordbayerischen Miltenberg und dem Institut für Festkörper und Werkstoffforschung (IFW) in Dresden zusammen.

Steigerung des Hybrid-Absatzes
Toyota beabsichtigt, in den frühen 2010er-Jahren eine Million Hybridfahrzeuge pro Jahr zu verkaufen. Diese magische Marke wurde beim Prius im Jahr 2008 nach elf Jahren durchbrochen. Bis Juni 2008 wurden weltweit 1.076.627 Prius verkauft. Davon gingen 619.949 Stück nach Nordamerika, 108.418 Fahrzeuge nach Europa und 326.315 Exemplare blieben in Japan. Die restlichen 21.945 Autos wurden im Rest der Welt verkauft.

Forschung an der Super-Batterie
Nach Angaben von Miyadera verfolgt Toyota noch wesentlich weitreichendere Hybridpläne. Zurzeit sei ein Hybridsystem in der Entwicklung, das nur ein Viertel der Größe, des Gewichts und der Kosten des aktuellen Prius-Systems umfasst. Zudem wird ein Forschungszentrum für Batterietechnik eingerichtet, wo Arbeiten an einem völlig neuen Batterietyp erfolgen. Das Ziel der Forschung an diversen Feststoff-Akkus ist die nach dem Firmengründer Sakichi Toyoda benannte Sakichi-Batterie, die in ihrer Leistungsdichte die bislang bekannten Speicher deutlich übertreffen soll. Ein reines Elektroauto von Toyota scheint also nicht unmöglich.

Bildergalerie: Toyotas Hybrid-Zukunft