Neue Aggregategeneration mit Biturbo und Benzindirekteinspritzung

Mit 3,5 Liter Hubraum feiert die erste Version der neuen Ecoboost-Motorenfamilie von Ford ihr Debüt in den Modellen Ford Flex sowie Lincoln MKS und MKT. Die neue Technik wurde bei den Pressetagen der Automesse in Detroit vorgestellt. (Publikumstage 17. bis 25. Januar 2009).

Erster Biturbo-Sechszylinder von Ford
Durch die Verknüpfung von Benzindirekteinspritzung mit Biturbo-Aufladung soll der Vierventil-Sechszylinder so drehmomentstark wie ein V8 sein. Dank Downsizing sinken Treibstoffkonsum und Abgasemissionen im Vergleich mit einem gleich starken Achtzylinder um bis zu 15 Prozent – ohne Leistungseinbußen. Bei dem neuen Motor handelt es sich um den ersten Biturbo-Sechszylinder von Ford. Bei einem Biturbo oder Twin-Turbo werden zwei Lader parallel eingesetzt, jeweils einer pro Zylinderbank.

362 Stunden Vollgas
Bei dem Ford-Motor sind es zwei Turbos vom Typ Honeywell GT15. Sie erreichen Drehzahlen von bis zu 170.000 Touren pro Minute. Da sie vergleichsweise klein ausgelegt wurden, sprechen sie bereits bei niedrigen Motordrehzahlen an und verkleinern auf diese Weise das gefürchtete Turboloch – das verzögerte Ansprechen auf Gaspedalbefehle. Sie drücken rund 25 Prozent mehr Luft in die Brennräume, als dies bei einem konventionellen Saugmotor der Fall wäre – und verbessern auf diese Weise den Wirkungsgrad. Trotz immenser Temperaturen von bis zu 950 Grad Celsius, mit dem die wassergekühlten Turbos operieren, soll das System im Alltagseinsatz zuverlässig arbeiten. Zu den Testprozeduren von Ford gehörte eine Vollgas-Dauerbelastung über 362 Stunden. Hinzu kommen 1.500 Zyklen, bei denen das Aggregat nach jeweils zehn Minuten Vollgas abrupt und ohne zusätzliche Kühlung abgestellt wird.

Weniger Verbrauch
Benzindirekteinspritzung ist die zweite Spezialität der Ecoboost-Motoren. Das von Bosch zugelieferte System presst den Kraftstoff je nach Fahrweise mit einem Druck von 14 bis 150 bar in die Zylinder. Sechsloch-Einspritzdüsen sorgen für eine besonders präzise Zerstäubung des Benzins. Mehrere Vor-, Haupt- und Nacheinspritzungen ermöglichen eine besonders exakte und vollständige Verbrennung. Dies verhindert die Bildung von Verbrennungsrückständen und verbessert so das Emissionsverhalten. Zugleich wirkt sich der feine Kraftstoffnebel kühlend aus, was die Effizienz der Verbrennung zusätzlich erhöht und die Klopfneigung senkt.

Bis 2013 in fast allen Modellen
Der neue 3,5-Liter-Sechszylinder mit 355 PS und 475 Newtonmeter ist der erste Ecoboost-Motor. Er wird zunächst nur in den US-Modellen Lincoln MKS und MKT sowie Ford Flex eingesetzt. Bis 2013 sollen dieser und weitere Ecoboost-Motoren in 90 Prozent aller Ford-Modellreihen zur Verfügung stehen. Darunter könnte auch der 177 PS starken 1,6-Liter-Vierzylinder der Studie Lincoln C Concept sein, den Ford ebenfalls in Detroit zeigt.

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