Verringerung der CO2- und Partikelemission: Pilotprojekt in Israel

Die Renault-Nissan-Allianz und das us-amerikanische Unternehmen Project Better Place machen einen Schritt zur Reduzierung des CO2-Ausstoßes durch Pkw. Ab Mitte 2011 sollen in Israel serienmäßig produzierte Autos mit reinem Elektroantrieb erhältlich sein. Die umweltfreundlichen Fahrzeuge werden auf künftigen Renault-Modellen basieren und ihre Energie aus Lithium-Ionen-Batterien beziehen. Die Akkus werden vom Allianz-Partner Nissan und dem japanischen Batteriehersteller NEC Group entwickelt.

Memorandum unterzeichnet
Dem Konzept liegt die Aufforderung der israelischen Regierung an die Automobil- und Zuliefererindustrie zugrunde, ein landesweites Transportsystem auf der Basis von erneuerbaren Energien einzurichten. In Jerusalem haben die beteiligten Parteien jetzt eine Absichtserklärung unterschrieben.

Fahrleistungen wie ein 1,6-Liter-Benziner
Bei den Elektroautos handelt es sich um so genannte Null-Emissionen-Fahrzeuge. Sie ziehen für sämtliche Funktionen ihre Energie aus Batterien und sollen die gleichen Fahrleistungen erreichen wie vergleichbare Wagen mit herkömmlichem 1,6-Liter-Benzinmotor. Weitere Informationen oder gar Bilder dieser Fahrzeuge gibt es noch nicht.

Bau von 500.000 Ladestationen
Project Better Place will in Israel ein flächendeckendes Netzwerk von 500.000 Ladestationen errichten, an denen die Batterien aufgeladen oder ausgewechselt werden können. Ein im Fahrzeug integriertes Computersystem zeigt den Ladezustand des Akkus sowie via GPS den Weg zur nächstgelegenen Ladestation an. Das vollautomatische Wechseln einer leeren gegen eine voll geladene Batterie soll nicht länger als ein herkömmlicher Tankvorgang dauern. Somit fallen die bisher üblichen langen Lade- und Wartezeiten weg.

Unabhängigkeit von Ölimporten
Das flächenmäßig kleine Land Israel bietet für die Einführung des Elektroautos in den Serieneinsatz die besten Voraussetzungen. Rund 90 Prozent der Fahrzeughalter legen täglich weniger als 70 Kilometer zurück. Die größeren urbanen Zentren liegen kaum 150 Kilometer voneinander entfernt, 55 Prozent der Pkw sind in der Hauptstadt Tel Aviv zugelassen. Mit batteriebetriebenen Fahrzeugen ließe sich der Transportbedarf dieses Landes daher optimal abdecken. Die israelische Regierung unterstützt das Pilotprojekt und stellt den Käufern Steuervergünstigungen bis zum Jahr 2019 in Aussicht. Ein positiver Nebeneffekt für Israel wäre hierbei die Reduzierung der Abhängigkeit vom Öl arabischer Staaten.

Energiegewinnung durch Solarzellen
Auf Grund der langen Sonnenscheindauer lassen sich mit Solarzellen pro Jahr durchschnittlich 2.000 Kilowattstunden Energie je Quadratmeter Panelfläche erzeugen. Bei einem Durchschnittsverbrauch von 25 Kilowattstunden je 100 Kilometer und einer jährlichen Fahrleistung von 15.000 Kilometer würden 15 Quadratmeter Panelfläche ausreichen, um den jährlichen Energiebedarf eines Elektroautos umweltfreunlich zu generieren.

Aufbau der Infrastruktur
Ziel des im Oktober 2007 gegründeten, privat finanzierten Unternehmens Project Better Place ist der Aufbau einer umfassenden Infrastruktur für den Betrieb von Elektrofahrzeugen.

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