US-Zulieferunternehmen zeigt Innenraumstudie mit Elektroantrieb in Detroit

Woher kommen eigentlich die Innenraumlösungen für unsere Autos? Von den Pkw-Herstellern selbst, möchte man meinen, doch weit gefehlt: Einer der größten Anbieter von Innenraumsystemen ist das US-Unternehmen Johnson Controls. Im Jahr 1885 vom Erfinder des elektrischen Raumthermostats gegründet, zeigt der Konzern auf der Auto Show in Detroit vom 17. bis zum 25. Januar 2009 eine andere Idee zum Thema Raum.

Das neue Denken
Die Fahrzeugstudie re3 Concept von Johnson Controls soll im Namen drei Schlüsselelemente miteinander verbinden: Erstens ein anderes Denken über kleinere Autos (englisch: rethink), zweitens Erneuerung durch einen auf Nachhaltigkeit konzipierten Innenraum (renew) und drittens die ganzheitliche Erfahrung für den Kunden mittels einer auf ihn zugeschnittenen Bedienung (respond). Das re3 Concept auf Basis des Kia Cee'd ist gedacht, um mehr Platz auf wenig Fläche und einen sparsamen Umgang mit Energieressourcen zu verwirklichen.

Saft aus dem Stecker
Herzstück der Studie ist eine Lithium-Ionen-Batterie, die durch Plug-in-Technik an der Steckdose aufgeladen werden kann. Platziert ist der Akku zwischen den Vordersitzen, um damit einen niedrigen Fahrzeugschwerpunkt zu erreichen. Durch die so gewachsene Breite passen drei Personen bequem auf die Rücksitzbank, auch das Kofferraumvolumen erhöht sich. Zu Größe und Leistung des Energiespeichers macht Johnson Controls keine näheren Angaben, es wird nur gesagt, dass die Energie für die meisten Erledigungen reichen soll. Bereits seit 2008 betreibt das Unternehmen ein Joint-Venture mit dem Namen ,Johnson-Controls-Saft" und fertigt im französischen Nersac Li-Ion-Batterien für Hybridautos.

Leicht und umweltfreundlich
Ein weiteres Ziel der Ingenieure war die Verbindung von Nachhaltigkeit mit Leichtbau. Im Cockpit und den Türverkleidungen bestehen die Oberflächen aus einem natürlichen Material mit Holzfaseranmutung. Das Ergebnis soll laut Hersteller eine Gewichtseinsparung von 30 Prozent in diesem Bereich sein. Zudem wurde im Interieur die Zahl der Plastikteile reduziert, da diese Erdöl zur Grundlage haben. Auch die Sitze und die Instrumente wurden abgespeckt. Ein nettes Gimmick ist der weit nach hinten verschiebbare Beifahrersitz, um sich mit den Fondpassagieren zu unterhalten oder ein Kind einfacher anschnallen zu können.

Vereinfachtes Cockpit
Beim Armaturenbrett des re3 Concept stehen Übersichtlichkeit und einfache Bedienung an erster Stelle. Anstelle einer Mittelkonsole mit vielen Knöpfen erfolgt die Bedienung der Klimaanlage und anderer Elemente über die Mittelarmlehne. In die Instrumententafel wurden zwei Displays integriert. Eines mit 4,3-Zoll-Größe befindet sich an der Stelle des Drehzahlmessers, rechts daneben ist ein sieben Zoll großer Monitor angeordnet. Er funktioniert mit Touchscreentechnik, der Fahrer kann sich die Anzeige nach Bedarf konfigurieren.

Elektronisch bezahlen
Zum Einsatz kommt außerdem eine vereinfachte Mensch-Maschine-Interaktion (Human Machine Interaction, kurz HMI). Dazu beitragen soll das so genannte ,Mobile Device Gateway". Dort können Mobiltelefone, MP3-Player und Navisysteme angeschlossen werden. Darüber hinaus kann der Nutzer mit der ,Mobile Commerce"-Technik bargeldlos bezahlen, Voraussetzung ist lediglich eine Kreditkarte oder ein Handy. Laut Aussage von Johnson Controls sind fast alle Innovationen der Studie serienreif und sollen in der nächsten Generation von Autos zum Einsatz kommen.

Bildergalerie: Elektrostudie mit Platz