Debüt zunächst als Fuhrpark-Autos der Olympiade in Peking

Shoreham-by-Sea (Großbritannien), 7. August 2008 – Eine Flotte aus 50 Hybridfahrzeugen gehört zum Fuhrpark der Olympiade in Peking. Entwickelt wurden die Autos von Chery in Kooperation mit dem britischen Zulieferer Ricardo, der große Teile der Systemarchitektur definierte. Die Firma Chery wurde vor einigen Jahren bekannt – durch die Absicht des damaligen DaimlerChrysler-Konzerns, Kleinwagen von dem chinesischen Autohersteller produzieren zu lassen. Diese sollten in den USA und Europa unter dem Label Dodge angeboten werden.

Mikrohybrid auf Basis des Chery A5
Die Entwicklung eines Hybridfahrzeugs hat Chery bereits 2006 bekannt gegeben. Nun sind die Autos offenbar so weit, dass sie der Öffentlichkeit vorgestellt werden können. Es gibt zwei Varianten, die auf dem A5 basieren, einer Stufenhecklimousine der Kompaktklasse. Die erste Version ist ein Mikrohybridfahrzeug, das heißt, sie besitzt eine Start-Stopp-Automatik für den Motor und eine Bremsenergierückgewinnung. Dem Antrieb dient ein 1,6-Liter-Ottomotor, der mit einer Fünfgang-Schaltung und einem Zwölf-Volt-Startergenerator kombiniert wird. Bei Letzterem handelt es sich um einen riemengetriebenen Typ (Belt Starter Generator, BSG), ein relativ einfaches Startsystem, das mit der normalen Lichtmaschine verwandt ist. Im europäischen Zyklus liegt der Spritverbrauch des BSG-Fahrzeugs etwa sieben Prozent niedriger als beim Serienfahrzeug, so Ricardo. In der städtischen Fahrpraxis soll eine Ersparnis von zehn Prozent möglich sein.

Mildhybrid spart bis zu 15 Prozent
Die andere Version ist ein Mildhybrid, das heißt, das Elektromodul unterstützt den Verbrennungsmotor beim Antrieb. Hier arbeitet ein 1,3-Liter-Ottomotor mit einem 151-Volt-Startergenerator zusammen. Es handelt sich um einen Kurbelwellen-Startergenerator (Integrated Starter-Generator oder ISG), also einen auf der Kurbelwelle sitzenden Elektromotor. Dieser übernimmt die gleiche Aufgabe wie ein Chauffeur im 19. Jahrhundert, der den Motor mit einer Kurbel anwirft. Das System erlaubt einen Motorstart in nur 200 Millisekunden, sodass eine Start-Stopp-Automatik integriert werden kann. Insgesamt besitzt das Auto mit seinem 1,3-Liter-Motor so viel Leistung und Drehmoment wie ein 1,6-Liter-Modell, doch der Spritverbrauch soll etwa 15 Prozent niedriger liegen. Die neuen Fahrzeuge gehen in den nächsten Monaten in Serie und werden sowohl in China als auch im Ausland verkauft. Ob die Autos auch bei uns erhältlich sein werden, wurde noch nicht mitgeteilt.

Bildergalerie: China-Hybridfahrzeuge