VW sorgt für kantigeres Design, neue Hightech-Elemente und weniger Verbrauch

Das mit mehr als 26 Millionen verkauften Exemplaren erfolgreichste europäische Fahrzeug erscheint im Herbst 2008 in seiner sechsten Generation: der VW Golf. Messepremiere hat das Auto auf dem Pariser Autosalon von 4. bis 19. Oktober 2008. Volkswagen veröffentlicht nun erste Fotos und Informationen.

Kantiger als bisher
Von außen ist der neue Golf auf den ersten Blick dem alten recht ähnlich. ,Wir haben die Kernelemente des Golf in eine präzise, neue Form gegossen", erklärt Konzern-Designchef Walter de Silva denn auch. Die Scheinwerfer laufen innen nicht mehr rund, sondern spitz zu. Verbunden werden sie wie bisher von einem dezenten Grill mit zwei Querlamellen. Ein Singleframe-artiges Lätzchen wie der Golf GT besitzt der neue Golf dankenswerter Weise nicht. Vom alten Modell übernommen wird die Form der Fronthaube und die breite C-Säule. Insgesamt wirkt der sechste Golf kantiger als bisher. De Silva: ,Er ist akzentuierter, dreidimensionaler als seine Vorgänger; mit exakt definierten Linien und Kanten, mit fein proportionierten Wölbungen und Hohlkehlen." Seitlich fallen mehr Kanten im Blech auf. Unter den Fenstern gibt es wie beim Scirocco eine herausgearbeitete Schulterpartie. Durch eine prägnante Linie, die sich von den Scheinwerfern bis zu den Rückleuchten erstreckt, fällt sie aber kantiger aus als bei diesem. Das Heck wirkt recht nüchtern. Die Rückleuchten sind nun breiter und laufen – ähnlich wie die Frontleuchten – innen spitz zu.

Rundinstrumente in Röhren
Innen sind die Haltegriffe weggefallen, die sich bisher am Übergang zwischen senkrechtem und waagerechtem Teil der Mittelkonsole befanden. An der Lenkradnabe wird das Markenlogo von einer runden Wölbung hervorgehoben. Die Luftausströmer sind etwas rundlicher gestaltet und werden von Chrom umrandet. Die Bedienelemente für die elektrischen Fensterheber sowie die Einstellung der Außenspiegel sind nun nicht mehr auf der Armlehne angebracht, sondern weiter oben, auf einer diagonalen Leiste. Die Rundinstrumente liegen nun in Röhren und sind vom Passat CC abgeleitet.

Verbesserter Geräuschkomfort
Die akustischen Eigenschaften sollen sich verbessert haben. Eine spezielle Dämpfungsfolie in der Frontscheibe soll die Fahrgeräusche reduzieren. Demselben Zweck dient ein neues Dichtungskonzept der Türen und Seitenscheibenführungen. Darüber hinaus wurden der Motor- und Fahrgastraum durch gezielte Maßnahmen akustisch besser voneinander isoliert, so VW. Leise abrollende Reifen und neue Motorlager runden das Paket zur Geräuschdämmung ab.

Erstmals Common-Rail-Diesel
Einen erheblichen Beitrag zum Akustikkomfort sollen die Common-Rail-Diesel leisten – bisher gab es im Golf nur die geräuschvolleren Pumpe-Düse-Selbstzünder. Geplant ist ein TDI-Leistungsspektrum von 90 bis 170 PS. Die 110 PS starke Variante soll sich mit 4,5 Liter Kraftstoff zufrieden geben, also einem halben Liter weniger als der alte 1.9 TDI mit 105 PS. Außerdem sind vier Benziner mit 80 bis 160 PS vorgesehen. Die optimierte 80-PS-Motorisierung verbraucht jetzt 6,4 Liter statt 6,9 Liter Super auf hundert Kilometer. Auch beim 1.4 TSI mit 122 PS ergibt sich eine minimale Einsparung: Er benötigt im neuen Golf mit 6,2 Liter einen Zehntelliter weniger als bisher. Kaum durstiger als dieser Motor ist der 160-PS-TSI mit 6,3 Liter Verbrauch. Er löst den 150-PS-FSI ab, was den Verbrauch um beeindruckende 1,6 Liter senkt. Wird der 160-PS-TSI mit Siebengang-DSG geordert, geht der Verbrauch sogar auf 6,0 Liter zurück. Gegenüber dem 150-PS-FSI mit Sechsgang-Automatik ergibt sich so eine Einsparung von 2,3 Liter oder 28 Prozent. Alle Aggregate erfüllen die Euro-5-Abgasnorm.

Erstmals ein Abstandstempomat
Aber auch bei der sonstigen Technik gibt es Fortschritte. So gibt es nun erstmals einen Abstandstempomaten sowie eine adaptive Fahrwerksregelung (DCC). Der Golf erhält außerdem die aus dem Touran bekannte automatische Einparkhilfe namens Park Assist. Was die Sicherheit angeht, besitzt der neue Kompakte ein feiner ansprechendes ESP-System sowie sieben statt bisher sechs Airbags – es kommt ein Knieairbag hinzu. In Verbindung mit den weiterhin optionalen Seitenairbags hinten gibt es erstmals eine Anschnallerkennung für den Fond. Alle Golf-Modelle erhalten erstmals ein Tagfahrlicht. Die europäische Markteinführung beginnt im Oktober 2008. In Deutschland liegt der Einstiegspreis bei 16.500 Euro. Damit ist der neue Golf kaum teurer als der alte, den es ab 16.300 Euro gibt – vielleicht ist das die eigentliche Sensation. Weitere Informationen dürften spätestens Anfang September 2008 folgen.

Bildergalerie: Kantiger geworden