Neues Pre-Crash-Safety-System mit Augenlid-Erkennung in Tokio vorgestellt

Fahrfehler stellen aktuellen Studien zufolge immer noch die häufigste Ursache bei Autounfällen dar. Deshalb arbeiten die Autohersteller mit Nachdruck an Systemen, die den Fahrer bei Müdigkeit oder Unaufmerksamkeit warnen und das Fahrzeug gegebenenfalls abbremsen können. Toyota hat jetzt dazu in Tokio eine Weiterentwicklung seines Pre-Crash-Safety-Systems (PCS) mit Gesichtsfelderkennung vorgestellt.

Offenes oder geschlossenes Auge?
Die überarbeitete Version von PCS kann jetzt erkennen, ob das Auge des Fahrers offen oder geschlossen ist. In Verbindung mit der bislang verwendeten Technologie, die bereits im Lexus LS zum Einsatz kommt, kann der neue Pre-Crash-Sensor auch die Blickrichtung des Fahrers erfassen. Erkennt das PCS ein Hindernis auf der Fahrbahn und stellt zudem fest, dass der Fahrer keine Reaktion zeigt, weil er vielleicht abgelenkt ist oder sogar schläft, erfolgt eine akustische und optische Warnung. Bleibt die Verkehrslage kritisch, wird die Warnung im nächsten Schritt durch einen leichten Bremseingriff intensiviert. Gleichzeitig schärft das PCS den Bremsassistenten. Scheint der Zusammenstoß unvermeidlich, bremst das System automatisch und die übrigen Sicherheitssysteme wie beispielsweise Gurtstraffer werden aktiviert.

Millisekunden können entscheiden
Das Zusammenspiel der Sensoren zur Objekterkennung vor dem Fahrzeug und der Kamera mit der Augenliderkennung im Auto soll einen Zeitgewinn in kritischen Situationen erlauben. Ob ein drohender Aufprall noch vermieden werden kann, oder ob zumindest die Folgen eines Zusammenstoßes durch frühzeitiges Aktivieren aller verfügbaren Sicherheitselemente reduziert wird, hängt mitunter von Millisekunden ab. Diese Sekundenbruchteile durch die Einbindung immer feinerer Sensoren zu vermehren, gehört zu den Entwicklungszielen der Ingenieure.

Ähnliches System von Saab
Anfang 2003 hat Toyota erstmals sein radargestütztes PCS-System vorgestellt. Später kamen zusätzlich Pre-Crash-Bremsen, eine Kamera zur optischen Erfassung von Hindernissen und die Gesichtsfelderkennung hinzu. An einem ähnlichen System arbeitet momentan auch Saab. Hier sind zwei Infrarot-Minikameras im Cockpit auf die Augen des Fahrers gerichtet und lösen einen Alarm aus, sobald die Bewegung der Augenlider Anzeichen von beginnender Müdigkeit zeigen oder der Fahrer sein Blickfeld nicht auf die Straße richtet. Die weiterentwickelte PCS-Technik von Toyota soll in naher Zukunft in Fahrzeugen für den japanischen Markt in Serie gehen. Ein Zeitpunkt für eine Einführung in Europa ist momentan noch nicht absehbar.

Augenlid-Erkennung