Produktion des elektrischen Öko-Flitzers startet im März 2008

Von null auf 100 in rund vier Sekunden, 200 km/h Spitze, 350 Kilometer Reichweite und dazu ein reines Öko-Gewissen: Die Eckdaten des Tesla Roadster klingen schwer nach der Quadratur des Kreises. Kein Wunder also, dass im Umwelt-verrückten Kalifornien die ersten 100 Exemplare bereits drei Wochen nach der Enthüllung verkauft waren. Stückpreis: 98.000 Dollar, also etwa 65.000 Euro. Das war im Spätsommer 2006, und obwohl bis heute noch kein einziger Kunde seinen Tesla übernehmen konnte, liegen der Firma laut eigener Aussage so viele Anfragen vor, dass sie eine Warteliste eingerichtet hat. Auf die kommen Elektrofans für 5.000 Dollar Anzahlung und können sich so wenigstens ein 2009er Modell reservieren.

Jetzt geht's los
Zunächst jedoch müssen die Vorabkäufer bedient werden. Nach monatelangen Verzögerungen und dem Rausschmiss von Tesla-Mitgründer Martin Eberhard wollen die Kaliforniert jetzt doch durchstarten. Wie Tesla Motors mitteilt, hat der Roadster sämtliche Zulassungstest der US-Behörden bestanden und kann somit in den Vereinigten Staaten in den Verkauf gehen. Am 17. März 2008, also mit rund einem Jahr Verspätung, soll die Produktion anlaufen. Vertrieb und Service beschränken sich übrigens zunächst auf einige wenige Großstädte der USA (Miami, Los Angeles, San Francisco, New York und Chicago). Für Kunden, die mehr als 100 Meilen außerhalb dieser Metropolen wohnen, wird der Kundendienst richtig teuer. Saftige 8.000 Dollar Entfernungspauschale berechnet Tesla in solch einem Fall. Uns Europäern kann's schnurz sein, denn entgegen früherer Absichtserklärungen will Tesla den Elektrosportwagen zunächst nur jenseits des Atlantiks anbieten.

Von Europa in die USA
Dabei hätte es der Roadster nicht wirklich weit zu uns. Im Geiste mag er ein Kind des Silicon Valley sein, gebaut wird er aber im guten, alten Europa. Die britischen Sportwagenspezialisten bei Lotus zeichnen nicht nur für das Chassisdesign des Elektromobils verantwortlich. Zusätzlich erfolgt auch die Endmontage des nahen Elise-Verwandten bei Lotus im englischen Hethel. Schon von außen erinnert der Ami an die Elise und im Innenraum grüßen typische Lotus-Details wie das winzige Lederlenkrad von Momo oder die Lenksäulenhebel von Opel.

Grüne Kraftquelle
Unter der Motorhaube enden die Gemeinsamkeiten natürlich. Dort, wo beim Lotus ein böser Verbrennungsmotor die Erwärmung des Weltklimas vorantreibt, sitzt beim Tesla ein Block Lithium-Ionen-Batterien. Der speist die E-Maschine zwischen den Hinterrädern, die rund 252 PS produzieren und Drehzahlen bis 13.000 Touren erreichen soll. Im Vergleich zur Elise ist der Elektro-Roadster dabei ein wahres Schwergewicht. Knapp über 1.200 Kilo soll er auf die Waage bringen – also rund 300 mehr als der Lotus. Die Gründe: Zum einen ist der Amerikaner deutlich komfortabler ausgestattet und eine Idee größer als die Britin. Zum anderen schlagen die Energiespeicher heftig ins Kontor: Rund 450 Kilogramm an Batterien schleppt der Tesla mit sich herum.

Bildergalerie: Tesla Roadster