Performance-Version soll nach dem Facelift 2009 an den Start rollen

Ein schwarzer Boxster mit Hardtop auf der Landstraße – keine große Sache. Aber halt: Spätestens beim Vorbeifahren dieses finsteren Porsche sollte es ,klick" machen – sowohl im Kopf des Betrachters als auch in der Kamera unseres Erlkönigjägers. Denn hier lief ihm eine Vorabversion des heißesten Serienboxsters aller Zeiten vor die Linse, des Boxster RS. Wo die aktuellen Serienmodelle einen automatisch ausfahrenden Heckspoiler haben, trägt dieses spezielle Modell nämlich einen fest installierten Heckflügel mit integrierter dritter Bremsleuchte. Doch auch bevor das Heck vorbeirauscht, erkennen flinke Augen bereits Unterschiede zur Serie: Hinter den neuen 19-Zoll-Alurädern lugen gelb lackierte Bremssättel und verdächtig grau schimmernde Scheiben hervor – ein untrügliches Zeichen dafür, dass hier auf die brachiale Verzögerungskraft einer Keramikbremse gesetzt wird.

Mit deutlich mehr Bumms
Die Wahl dieser mächtigen Stopper lässt natürlich auch auf eine entsprechend potente Antriebsquelle schließen: Wie zu vermuten ist, wird auch der kleine Porsche im Zuge seines Facelifts mit den technischen Schmankerln des gerade aktualisierten 911 ausgerüstet werden. Sprich: Benzindirekteinspritzung und das Doppelkupplungsgetriebe PDK kommen in Zukunft auch Boxster-Fahrern zugute. Und genau wie beim 911 dürfte die erste Maßnahme auch beim Baby-Porsche für ein sattes Leistungsplus sorgen. Ausgehend vom aktuellen Top-Motor mit 303 PS, dürfte der künftige Boxster RS mit mindestens 320 PS an den Start rollen. Mehr als 345 PS werden es wohl sicher nicht werden, denn damit würde der kleine Wilde ins Territorium des 911 Carrera vorstoßen.

Heiß gemacht für die Rennstrecke
Aber zurück zum Erlkönig: Ein Blick in den Innenraum lässt weitere Sport-Insignien erkennen: Die Passagiere werden – ähnlich wie im 911 GT3 – von dünn gepolsterten Rennschalen in die Zange genommen, und anstelle der beiden Höcker des Normalo-Modells ragt ein ausgewachsener Überrollbügel hinter den Sitzen in die Höhe. Ebenfalls erkennbar: Auf dem Armaturenbrett sitzt der Hubbel, unter dem die Stoppuhr des Sport-Chrono-Pakets eingebaut ist.

Zurückhaltende Kosmetik
Eher unauffällig sind hingegen die kosmetischen Maßnahmen des Boxster-Facelifts. Leicht geänderte – und beim Erlkönig noch abgeklebte – Frontscheinwerfer, etwas rundlichere Lufteinlässe in der Frontschürze und spitzer zulaufende Heckleuchten. Das war's im Prinzip auch schon. Die dunkel gefärbten Endrohre, die aus der neuen Heckstoßstange ragen, sind hingegen kein Novum: In ganz ähnlicher Form werden sie auch schon heute am Boxster montiert, nämlich dann, wenn die optionale Sportabgasanlage geordert wird.

Boxster RS gesichtet