,Grüne" GM-Studie – V8-Benzinmotor mit 330 PS und Hybridunterstützung

Dass die Amerikaner ein Offroad-Monster wie die Studie Denali XT von GMC als Umweltmobil verstehen, mag auf den ersten Blick überraschend bis amüsant anmuten. Aber immerhin reden wir hier über ein Land, in dem gigantische V8-SUVs mittels winziger Elektromotoren und riesiger Hybrid-Aufkleber mühsam auf ,Grün" geschminkt werden.

Downsizing?
Auch in der Truck-Studie von GMC, die auf der Motorshow in Chicago vom 8. bis 17. Februar 2007 Premiere feiert, kommt natürlich eine Version des klassischen Small-Block-V8 zum Einsatz. Der hat in diesem Umfeld bescheidene 4,9 Liter Hubraum, setzt auf Spartricks wie Direkteinspritzung oder Zylinderabschaltung und nutzt das GM-eigene ,Two-Mode"-Hybridkonzept. Bei langsamem Tempo schaltet dieses System auf reinen Elektroantrieb um, spart also etwa in der Stadt zusätzlich Sprit. Zudem verweisen die Mannen von General Motors mit einigem Stolz darauf hin, dass der Denali ihr erstes Fahrzeug sei, das den Hybridantrieb mit einem Motor kombiniere, der E85-Kraftstoff verträgt.

Ende Gelände
Für amerikanische Truck-Verhältnisse geradezu revolutionär gibt sich der Denali XT beim Thema Aufbau. Im Gegensatz zu den meisten seiner aktuellen Serienverwandten basiert er nämlich nicht auf einem Leiterrahmen, sondern bietet ein selbsttragendes Chassis mit Einzelradaufhängung vorn und hinten. Das soll für ein besonders direktes Fahrerlebnis auf der Straße sorgen. Trotz des kernigen Looks und eines höhenverstellbaren Fahrwerks ist die Pick-up-Studie nämlich nicht wirklich fürs Gelände gedacht, wie der Verzicht auf einen Allradantrieb verdeutlicht. Auf Marketing-Sprech formuliert es der Hersteller so: Der Denali XT soll aktive Menschen mit einem aktiven Lebensstil ansprechen. Dazu passen dann auch die große Ladefläche (1,4 mal 1,2 Meter) und die große Passagierkabine mit umklappbarer Rückbank.

Keine Verbrauchsdaten
Interessanterweise veröffentlicht GMC für den Hybrid-Pick-up Zahlen, die bei einer Studie eigentlich niemanden interessieren dürften – etwa die Anhängelast und die maximale Zuladung (500 Kilogramm). Konkrete Verbrauchsdaten – bei einem Hybriden ungleich interessanter – teilen die Amerikaner hingegen nicht mit. Das könnte wohl unter anderem daran liegen, dass trotz aller Spritsparmaßnahmen auch für den Denali XT physikalische Realitäten gelten. Und nach denen verbrauchen hoch liegende, schwere Trucks mit 23-Zoll-Rädern und V8-Motoren – Hybrid hin oder her – eben deutlich mehr als etwa ein leichtgewichtiger VW Lupo 3L mit Dreizylinder-Diesel.

GMC Denali XT