Fast 40 Jahre später – Retro-Rakete startet mit 6,1-Liter-Hemi-V8 und 430 PS

Bei seiner Weltpremiere auf der Chicago Auto Show vom 8. bis 17. Februar 2008 dürfte Millionen von Hemi-Fans in aller Welt ein Stein vom Herzen gefallen sein: Die Serienversion des Dodge Challenger sieht (fast) genauso aus wie die Designstudie von 2006. Und die bediente sich bekanntermaßen freimütig beim Design des Originals von 1970. Die Neuauflage der Muscle-Car-Legende trägt also nicht nur einen großen Namen, sie sieht auch wie ein richtiges Muscle Car aus. Ein Gesicht mit klassischen Doppelscheinwerfern, in das eine böse heruntergezogene Motorhaube ragt – dazu der charakteristisch brünftige Hüftschwung und das komplett durchgezogene Band der Heckleuchten: Dieser Dodge ist ein echter Retro-Hingucker.

Brutale Kraft
Neben den Augen dürfte der Challenger aber auch den Ohren der umstehenden Bewunderer schmeicheln. Unter der endlos langen Motorhaube sorgt nämlich ganz standesgemäß ein Hemi-V8 – also ein Motor mit halbkugelförmigen Brennräumen – für Vortrieb. Der Name und das Bauprinzip sind bei Chrysler seit den 60er-Jahren untrennbar mit dem Begriff ,Muscle Car" verbunden und auch der erste Challenger wurde auf Wunsch vom einem 7,0-Liter-Hemi befeuert. In der 2008er Neuauflage leistet der V8 stramme 430 PS, stemmt 570 Newtonmeter Drehmoment auf die Kurbelwelle und leitet diese Leistung über eine Fünfgang-Automatik mit manueller Schaltgasse an die Hinterachse weiter. Entsprechend beeindruckend sollen die Fahrleistungen des massigen Coupés sein: Für den US-Standardsprint auf 60 Meilen pro Stunde (96 km/h) verspricht Dodge eine Zeit um fünf Sekunden. Die Viertelmeile soll der Challenger in 14 Sekunden abhaken und sich zu einer Höchstgeschwindigkeit von etwa 270 km/h aufschwingen.

Außen hui, innen … na ja
Während Performance und Karosserie also perfekt zu einem Muscle Car passen, enttäuscht der Serien-Challenger beim Blick in den Innenraum ein wenig. Wenigstens dann, wenn der Betrachter das Interieur der 2006er-Studie kennt, denn das war deutlich liebevoller und origineller gestaltet. So ragt etwa aus der Mittelkonsole ein schnöder Automatikwählhebel aus der Großserie hervor. Das Konzeptauto zitierte hier mit seinem überdimensionierten Schaltstock gekonnt das Original. Auch Lenkrad, Armaturenbrett, Instrumente und Sitze sehen im Serienfahrzeug deutlich unspektakulärer und trister als bei der Konzeptstudie aus.

Viel Dampf für wenig Asche
Zum Marktstart in den USA kommt zunächst die SRT8-Variante zu den Händlern, weitere Ausstattungslinien sollen folgen. Typisch amerikanisch: Für rund 40.000 Dollar erfüllt diese Version praktisch alle Ausstattungswünsche. Lediglich ein elektrisches Schiebedach, ein Bildschirmnavi und Sportpneus in Mischbereifung sind aufpreispflichtige Extras. Wem es jetzt im Gasfuß juckt, der muss ganz tapfer sein, denn offiziell wird es den Challenger in Deutschland nicht zu kaufen geben. Wie beim Ford Mustang bleibt also nur der Gang zu einem Grauimporteur. Allerdings: Mittelfristig gibt es Hoffnung. Schließlich hat Chevrolet bereits durchblicken lassen, dass der kommende Challenger-Konkurrent Camaro bei uns in den Verkauf kommen soll. Vielleicht hat dann ja auch Dodge ein Einsehen und zieht mit dem Challenger hierzulande nach.

Bildergalerie: Dodge Challenger