Fahrzeug-Entwickler EDAG präsentiert auf dem Genfer Salon das ,Light Car"

Auf dem Automobilsalon in Genf (5. bis 15. März 2009) will der Entwicklungsdienstleister EDAG seine Vision vom Zukunftsfahrzeug als Weltpremiere präsentieren. Zwar hat der Entwickler zunächst nur Skizzen seiner Studie freigegeben, doch die Beschreibung hört sich spannend an. Das ,Light Car - Open Source" soll eines der ersten Fahrzeuge sein, das die sogenannte OLED-Technik als variables Design- und Kommunikationselement nutzt. OLED steht für ,Organic Light Emitting Diode" (organische Leuchtdiode). Sie besteht aus organischen, halbleitenden Materialien. Durch ihre dünne und transparente Beschaffenheit lassen sich diese Dioden beispielweise an Fenstern oder anderen Flächen anbringen, um dort einen virtuellen Monitor oder Licht zu erzeugen. In der Praxis wird diese Technik bereits jetzt bei speziellen TV-Geräten genutzt.

Kontur der Scheinwerfer nach Wunsch gestalten
Bei der EDAG-Studie funktioniert diese Technologie laut Hersteller so: Beim Starten erwacht das schwarze ,Light Car" mit seiner gläsernen Karosserie zum Leben und offenbart seinen wahren Look. In den Glasscheiben zeichnen OLED-Leuchtkörper die Konturen der Front- und Heckscheinwerfer auf das Auto. Die Kontur der Scheinwerfer kann der Fahrer je nach Wunsch gestalten und so seinem Fahrzeug ein individuelles Aussehen verleihen. Auch bei der Gestaltung des Cockpits hat der Fahrer freie Hand. Ob der Drehzahlmesser in der Mitte oder die Anzeige der Klimasteuerung auf der rechten Seite erscheinen soll – die Armaturentafel kann frei nach Größe, Position und Stil der Anzeige konfiguriert werden.

Car-to-Car-Kommunikation wird umgesetzt
Die OLED-Technik nutzt die transparente Heckklappe als Projektionsfläche. So wird beispielweise über eine aufleuchtende Skala auf dem Heck angezeigt, wie stark der Fahrer bremst. Weitere Informationen wie ein nahendes Stauende oder der Sicherheitsabstand werden auf dem Heck angezeigt. Der Hintermann kann die Information sehen, ohne den Blick von der Straße zu nehmen.

Basaltfaser als Werkstoff
Das Concept Car setzt auch bei der Materialwahl auf innovative Lösungen. Neben Glas und dem Zukunftswerkstoff Makrolon ist die Fahrzeugstruktur zum überwiegenden Teil aus einer neuartigen, industriell standardisierten Basaltfaser (ASA.TEC Faser) gefertigt. Der vollständig recyclingfähige und nahezu unbegrenzt verfügbare Rohstoff soll billiger als Aluminium oder Karbon sein, aber genauso stabil wie konventionelle Werkstoffe, so der Entwickler.

,Rolling Chassis"
Das Karosserie-Konzept des ,Light Car" basiert auf einem so genannten ,Rolling Chassis". Das ist eine universellen Plattform, auf der unterschiedliche Karosserien aufgesetzt werden können. Das soll eine schnellere und kostengünstigere Entwicklung von Fahrzeugderivaten erlauben.

Elektrizität als Antriebsenergie
Für den Vortrieb sorgen elektrische Antriebssysteme in den Rädern. Diese Systeme fassen die Funktionen Lenkung, Bremsen, Antrieb und Federung kompakt zusammen. Die Energie kommt aus einer Lithium-Ionen-Batterie, die eine Reichweite von bis zu 150 Kilometer ermöglicht. Das Fehlen der herkömmlichen Komponenten wie Motor und Getriebe schafft Platz im Innenraum: So soll der vier Meter lange und 1,70 Meter breite Kleinwagen einen Radstand von 2,90 Meter aufweisen. Fünf Personen finden somit im kurzen City-Auto Platz.

Open Source: Mitmachen gefragt
Viele der gezeigten Technologien befinden sich noch im frühen Stadium der Entwicklung. Daher hat EDAG das Light Car als Open-Source-Projekt (ähnlich einem offenen Quelltext bei Computersoftware) ausgelegt und spricht andere Unternehmen an, um es gemeinsam weiterzuentwickeln. Dabei zielt das Unternehmen auf einen weltweiten Adressatenkreis, um neue Denkansätze in das Auto der Zukunft mit einfließen zu lassen.

Licht lockt Leute