Markteinführung im Frühjahr: Er wird das billigste Hybridauto

Auf dem Pariser Autosalon 2008 noch als Studie zu sehen, erfreut jetzt bereits das Serienmodell die Herzen der Hybridfreunde: Der Honda Insight dreht sich auf der North American International Auto Show (17. bis 25. Januar 2009 in Detroit) im Flutlicht.

Weitere Details
Vom mit Spannung erwarteten Hybriden geben die Japaner jetzt weitere Details preis. So legt der Hersteller wert auf einen besonders geräumigen und flexiblen Innenraum, der auch noch geschmackvoll daher kommen soll. Weiche Oberflächen und aufeinander abgestimmte Farben werden des Nachts von einer blauen Ambiente-Beleuchtung illuminiert. Im Fond dürfen drei Passagiere platznehmen und dahinter wartet mit 408 Liter ein enormer Stauraum aufs Reisegepäck. Unter dem Kofferraumboden sitzt noch ein Achtliter-Fach für Kleinkram. Die Lehne der Rückbank lässt sich zwecks Laderaum-Vergrößerung im Verhältnis 60:40 umlegen.

Günstig soll er sein
Honda will vom neuen Insight ab Frühjahr 2009 etwa 200.000 Wagen pro Jahr unters Volk bringen. Allein 100.000 davon sollen den in den beiden US-Küstenstreifen recht erfolgreichen Hybriden Toyota Prius fertig machen. Damit die Massen den Wagen wollen, muss er preiswert und gut sein. Honda selbst bezieht sich da auf den BMW-Report "Driving Change" vom Oktober 2008. Dort heißt es, dass drei Viertel aller Autofahrer ein umweltfreundliches Auto kaufen würden, wenn die Kosten stimmen. So wurden viele Komponenten klein und einfach konstruiert. Außerdem übernimmt der Insight Federung, Bremsen und Lenkung aus dem neuen Honda Jazz.

186 km/h schnell
Der im japanischen Suzuka gebaute Insight soll in 12,6 Sekunden auf Tempo 100 kommen und insgesamt 186 km/h schnell sein. Sein Radstand ist mit 2,55 Meter fünf Zentimeter länger als beim Jazz. Außerdem wandert der im Jazz unter den Vordersitzen positionierte Tank unter die Rücksitze. Außen beenden LED-Rücklichter Hondas Hoffnungsträger, gefahren wird auf 15- oder 16-Zoll-Leichtmetall-Rädern. Ausgeliefert wird der Wagen mit einer Drei-Jahres-Garantie, die bis zu 144.000 Kilometer gilt. Als vertrauensbildende Maßnahme gibt es auf das Hybrid-System und die Batterie eine Garantie von acht Jahren.

4,4 Liter für fünf Personen
Der schick gestylte Wagen erinnert in vielen Elementen stark an Hondas Brennstoffzellen-Flaggschiff FCX Clarity. Innen sprechen die Japaner von einer geräumigen Fünf-Mann-Kabine mit einer im Verhältnis 60 zu 40 umlegbaren Rückbanklehne. Der Clou ist natürlich das Antriebssystem: Ein 1,3-Liter-Vierzylinder-Leichtmetall-Aggregat mit 88 PS lässt sich von einem 14-PS-Elektromotor unterstützen. Im Schnitt nascht das System 4,4 Liter Sprit pro hundert Kilometer, 101 Gramm Kohlendioxid gehen pro Kilometer in die Atmosphäre. Dabei ist der Insight mit Zylinderabschaltung unterwegs, bei mittleren Geschwindigkeiten kommt der Wagen sogar rein elektrisch voran. Beim Bremsen und im Schiebebetrieb wandert elektrische Energie zurück in die Nickel-Metallhydrid-Batterie (Rekuperation), welche im hinteren Unterboden des Fahrzeugs sitzt. Für die Verarbeitung der Systemleistung zeigt sich, wie auch beim Civic Hybrid, ein stufenloses Getriebe (CVT) verantwortlich.

Mit Eco-Mode
Honda verbaut im Insight ein Ecological Drive Assist System, kurz Eco Assist. Dieser soll den Spritverbrauch weiter senken helfen. Mithilfe dieses Assistenten kann der Fahrer einen Modus aktivieren, der zusätzlich Kraftstoff spart. Warum ist dieser Modus nicht permanent aktiv? Weil er ein wenig zulasten des Komforts geht. Nach Aktivierung der Super-Spar-Funktion schaltet die Klimaanlage im Stopp-Modus beispielsweise an der roten Ampel automatisch auf Umluftbetrieb. Außerdem reagiert das Start-Stopp-System jetzt früher und schaltet sich später als im Normalmodus wieder ab. Und wer einen nervösen Gasfuß sein eigen nennt, dem kann geholfen werden: Elektronisch werden heftige Pedalbewegungen zugunsten eines günstigen Verbrauchs ausgeglichen. Zudem wird die Energieausbeute während der Rekuperation erhöht, was sich in einer verstärkten Bremswirkung während des Schiebebetriebs bemerkbar macht. Wie sparsam man gerade unterwegs ist, erfährt der Fahrer per Hintergrundfarbe des Tachometers: Im grünen Bereich ist alles gut, bei Blaugrün kippt die Bilanz und bei reinem Blau wird dann richtig viel Energie gesaugt. Eine Bewertungsfunktion für effizientes Fahren informiert sowohl über den Momentanverbrauch als auch über das Fahrverhalten während längerer Zeiträume.

Günstig mit viel drin
Der Honda Insight wird das neue Einstiegsfahrzeug in die Hybridklasse. Der mit Start-Stopp-Automatik, Ambientebeleuchtung, Klimaautomatik und elektrischen Fensterhebern serienmäßig ausgestattete Wagen soll für einen Preis von unter 20.000 Euro auf den Markt kommen – ein echtes Angebot für einen Wagen, der sich geschmacklich deutlich über dem stilistisch eher drögen Toyota Prius einsortiert. Und Honda setzt weiter auf Verbrennungs-Elektromotor-Kombinationen: Die Studie CR-Z wird als Basis für ein neues Hybridfahrzeug dienen und auch das kleine Flexibilitätswunder Jazz wird einer Hybridisierung unterzogen, womit dieses ehemals so teure Antriebssystem im Kleinwagensegment angekommen wäre.

Bildergalerie: Hybridisierung für alle