Unfälle mancherorts doppelt so schwer und häufig wie im Bundesdurchschnitt

Der günstigste Zulassungsbezirk in der Auto-Haftpflichtversicherung ist der Elbe-Elster-Kreis in Brandenburg. Setzt man die Unfallhäufigkeit und -schwere im Bundesdurchschnitt gleich 100, dann liegt der Elbe-Elster-Kreis bei einem Indexwert von 72,6. Das heißt, alle Unfälle im Elbe-Elster-Kreis zusammen sind fast 30 Prozent weniger teuer als im Bundesdurchschnitt. Diese Zahl ist der jüngsten Regionalstatistik der Autoversicherer zu entnehmen, die nun vom Gesamtverband der deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) veröffentlicht wurde.

Krasse Unterschiede bei Teilkasko
Aus derselben Quelle geht hervor, dass die Bewohner des Landkreis Kaufbeuren am schlechtesten dran sind, was die Versicherungskosten angeht. Dort liegt der Indexwert bei 127,5. In der Vollkaskoversicherung fährt man wie im Vorjahr am günstigsten im Kreis Friesland. Dort liegt der Indexwert bei 75,2. Am teuersten wird es hier in Berlin, wo Unfallhäufigkeit und -schwere fast 30 Prozent über dem Durchschnitt liegen. In der Teilkaskoversicherung sind die Unterschiede noch krasser. In Würzburg liegt der Indexwert bei nur 55,6, im Kreis Uecker-Randow aber bei 227,2.

Haftpflicht: In Zwickau wirds günstiger
Die Veränderungen in der Regionalstruktur halten sich bei der Haftpflichtversicherung in Grenzen. Ein Landkreis rutschte allerdings in der Statistik um vier Klassen nach unten: der Zulassungsbezirk Zwickau. Dieses Abrutschen hat allerdings positive Folgen: Die Versicherung dürfte günstiger werden. Das verdanken die Zwickauer der jüngsten Kreisgebietsreform in Sachsen. Seit dem 1. August 2008 gehören zum Landkreis Zwickau auch die bisherigen Kreise Chemnitzer Land und Zwickauer Land. Diese werden zwei Klassen herauf- beziehungsweise eine Klasse herabgestuft.

Auch Plauen und Meißen profitieren
Auch die ehemaligen Bezirke Plauen und Meißen-Radebeul profitieren in der Regionalstatistik: Sie werden um drei Klassen zurückgestuft. Riesa-Großenhain, jetzt zum Kreis Meißen gehörend, wird um zwei Klassen heraufgestuft. Der Mittlere Erzgebirgskreis, Döbeln und die Landeshauptstadt Dresden werden in der der Kfz-Haftpflichtversicherung um eine Klasse heraufgestuft. In der Regionalstruktur für die Vollkaskoversicherung werden etwa zehn Prozent Zulassungsbezirke eine Klasse günstiger eingestuft. Die Zulassungsbezirke Görlitz und Stollberg werden um zwei Klassen hochgestuft. Bei der Teilkaskoversicherung ergeben sich bei 20 Prozent der Kreise Änderungen.

Jährlich angepasste Statistiken
Die jährlich angepassten Statistiken des GDV ergeben sich aus der Zahl und Schwere der Schadenfälle. Fahren beispielsweise Autofahrer aus einem Zulassungsbezirk besonders riskant, sodass sie viele schwere Unfälle verursachen, muss die Versicherungsprämie angepasst werden. Aber auch bürokratische Änderungen können höhere oder niedrigere Versicherungskosten mit sich bringen: Ändern sich durch eine Kreisgebietsreform die Kreisgrenzen, müssen auch die Regionalstatistiken, die sich auf die Zulassungsbezirke beziehen, angepasst werden. Die Regionalklasse ist wie die Typklasse ein Tarifmerkmal zur Berechnung der Prämien zur Kfz-Versicherung. Die neue Regionalstatistik ist für die Versicherer allerdings unverbindlich. Sie wird bei Neuverträgen meist ab sofort angewendet, bei bestehenden Verträgen ab dem nächsten Jahreswechsel. Jeder, dessen Prämie durch die Änderungen steigt, kann kündigen und sich eine günstigere Versicherung zu suchen.

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