Beim kompletten Tausch werden oft bis zu 500 Euro fällig

Steinschläge an der Windschutzscheibe hinterlassen nicht nur den Schaden am Glas, sondern auch ein dickes Loch im Geldbeutel. Beim kompletten Tausch der Scheibe sind nicht selten 500 Euro fällig. Selbst wenn die Teilkasko-Versicherung einspringt, bleibt noch die Selbstbeteiligung übrig. Inzwischen sind die Reparaturverfahren für kleinere Schäden wie Sternchen oder Krater aber sehr weit verbessert worden, so der TÜV Süd. Sie kosten zwischen 60 und 100 Euro und werden von den meisten Versicherungen unter Verzicht auf die Selbstbeteiligung übernommen.

Spuren im Sichtbereich
Allerdings lässt sich nicht jede Macke beseitigen. So darf die Schadenstelle nicht größer als fünf Millimeter sein und nicht zu tief in die Scheibe reichen. Noch wichtiger ist die Frage, wo der Stein auftraf, so der TÜV Süd. Hat er seine Spuren im Sichtbereich hinterlassen, heißt es in den sauren Apfel des Kompletttausches zu beißen. Auf Geheiß des Gesetzgebers ist nämlich ein Bereich der Scheibe tabu, der 29 Zentimeter rechts und links von der Lenkradmitte liegt. Oben und unten setzt das Wischerfeld die Begrenzungen. Auch zu nahe am Rand darf nicht repariert werden, erläutern die Experten vom TÜV Süd. Die Beschränkungen sind sinnvoll, denn die mit einem Spezialharz geflickten Stellen können bei Nachtfahrten unter Umständen Streulicht erzeugen. Im Extremfall scheinen sie dann wie Leuchtdioden. Nicht mehr anzuraten ist auch das Ausbessern einer Scheibe, die so zerkratzt und verschlissen ist, dass der Austausch ohnehin fällig ist.

Nichts für Heimwerker
Die Reparatur ist laut TÜV Süd nichts für noch so geschickte Heimwerker, obwohl gelegentlich entsprechende Kits aus unklaren Quellen verkauft werden. Vor diesen warnt der TÜV ausdrücklich. Solchermaßen geflickte Scheiben haben gute Chancen, bei der Hauptuntersuchung aufzufallen. Eine einwandfreie Arbeit braucht eine Menge Spezialwerkzeug und eine besondere Ausbildung. Die Schadenstelle wird dabei unter eine Art Glocke gelegt. Unter hohem Druck gelangt dann das Reparaturharz in jede Ritze, so der TÜV Süd.

Pflaster für die Wunde im Glas
Ausschlaggebend für den Erfolg ist, dass die Schadenstelle sauber und trocken ist. Zwischen dem Zeitpunkt des Steinschlags und der Reparatur sollte demnach keine Feuchtigkeit und vor allem kein Schmutz in die feinen Sprünge und Ritzen eindringen. Hier empfiehlt der TÜV Süd, sofort nach dem Entstehen des Steinschlags die Schadstelle mit einem speziellen ,Scheibenpflaster" abzukleben.

Steinschlag, was nun?